Gäs­te­bü­cher er­zäh­len Ge­schich­te

Die weimar GmbH hat die ge­sam­mel­ten Wer­ke aus rund 20 Jah­ren Wei­mar­hal­le an das Stadt­ar­chiv über­ge­ben

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - WEIMAR -

Be­rühm­te Chö­re, Stars der Rock- und Pop­sze­ne, Schla­ger­stern­chen und Folk­lo­re-En­sem­bles – es scheint, als ob al­les, was in der DDR und den so­zia­lis­ti­schen Bru­der­staa­ten Rang und Na­men hat­te, ein­mal in der Wei­mar­hal­le auf­ge­tre­ten ist. Noch mehr Be­ach­tung fan­den Gast­spie­le aus dem NSW, dem nicht­so­zia­lis­ti­schen Aus­land.

Da­mals war es üb­lich, sich im Gäs­te­buch des Hau­ses mit ei­ner Dank­sa­gung zu ver­ewi­gen. Und sie ha­ben es al­le mehr oder we­ni­ger in­di­vi­du­ell ge­tan: Die Ers­te All­ge­mei­ne Ve­r­un­si­che­rung, Ro­ger Ch­ap­man, Jo­an Jett Blackheart­s, Kat­ja Eb­stein, Lo­ri­ot, Ci­ty, Kon­stan­tin We­cker, Her­man van Veen, Frank Schö­bel, Cos­ta Corda­lis und wie sie al­le hie­ßen.

Im­mer wie­der dank­ten die Künst­ler für die gu­te Be­treu­ung des Ver­an­stal­ters und das be­geis­ter­te Wei­ma­rer Pu­bli­kum. Das Zi­tat „Es war der schöns­te Abend mei­ner DDR-Tour“stammt von Wa­ter­loo aus Ös­ter­reich, mehr be­kannt als Duo Wa­ter­loo & Ro­bin­son.

„Glück­li­cher­wei­se sind die Bü­cher er­hal­ten“, un­ter­streicht Ul­ri­ke Köp­pel, Ge­schäfts­füh­re­rin der weimar GmbH. Seit 1974, als die Wei­mar­hal­le von den so­wje­ti­schen Trup­pen nicht mehr als „Haus der Of­fi­zie­re“ge­nutzt wur­de, bis Mit­te der 90er Jah­re zur Schlie­ßung wur­den die Gäs­te­bü­cher ge­führt. Nun ent­sprach Köp­pel dem Wunsch von Jens Riederer, Lei­ter des Stadt­ar­chivs, und über­gab die Al­ben in sei­ne Ob­hut – nicht oh­ne ei­ne di­gi­ta­li­sier­te Ver­si­on als Ge­gen­leis­tung zu er­hal­ten.

„Ganz leicht fällt uns das nicht, aber es ist der bes­se­re Ort, sol­che zu Zeit­do­ku­men­ten ge­wor­de­nen Bü­cher dau­er­haft zu si­chern“, be­ton­te Ul­ri­ke Köp­pel.

Das Stadt­ar­chiv ver­wahrt be­reits zahl­rei­che Gäs­te­bü­cher, meist von Gast­stät­ten und Ho­tels. „Die Ex­em­pla­re der Wei­mar­hal­le sind die mit Ab­stand ‚pop­pigs­ten‘ – bunt, schrill und exo­tisch“, freut sich der Ar­chi­var und Mu­sik­fan Riederer.

FO­TO: WEIMAR GMBH, UTA KÜH­NE

Ul­ri­ke Köp­pel und Jens Riederer schwel­gen in Er­in­ne­run­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.