Wie­der den po­si­ti­ven Geist der Lan­des­gar­ten­schau auf­le­ben las­sen

Mar­tin Voll­rath greift De­bat­te ums Mu­se­um auf

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - WEIMARER LAND -

Mar­tin Voll­rath aus Mün­chen­gos­ser­städt schreibt:

Im Rück­blick auf die sehr emo­tio­na­le De­bat­te um Stand­ort und Zu­kunft des Mu­se­ums sei mir ein Nach­trag er­laubt. Wenn man die mehr­heit­lich äl­te­ren An­we­sen­den als re­prä­sen­ta­ti­ven Schnitt der ein­hei­mi­schen Be­völ­ke­rung an­se­hen möch­te, dann könn­te man mit Recht be­haup­ten, dass die Apol­da­er „ihr“Mu­se­um lie­ben und den jet­zi­gen Stand­ort klar fa­vo­ri­sie­ren. Aber: Es ist un­pro­duk­tiv, Ver­tre­ter der Par­tei­en und der Pres­se, die der Ein­la­dung des Freun­des­krei­ses ge­folgt sind, vor­füh­ren zu wol­len.

Da ist es hilf­rei­cher, die ei­ge­nen Er­war­tun­gen an die­sen Per­so­nen­kreis zu über­prü­fen. Es ist na­iv an­zu­neh­men, dass Be­schlüs­se des Stadt­ra­tes ewig gül­tig sind. Es ist die Auf­ga­be der Ver­wal­tung, mit Stadt­ei­gen­tum ver­ant­wor­tungs­be­wusst um­zu­ge­hen und frei­wil­li­ge Leis­tun­gen ei­ner Kom­mu­ne tur­nus­mä­ßig zu über­prü­fen. Kei­ne Stadt kann sich ein Mu­se­um per se leis­ten. Es ent­spricht nicht den Tat­sa­chen, dass Be­su­cher des Kunst­hau­ses au­to­ma­tisch die „Ol­le DDR“oder das Mu­se­um be­su­chen. Wenn wir dies nicht be­rück­sich­ti­gen, spie­len wir den Geg­nern des jet­zi­gen Stand­or­tes im­mer Ge­gen­ar­gu­men­te zu.

Er­folg­ver­spre­chen­der scheint mir, den vi­sio­nä­ren Geist wie­der auf­le­ben zu las­sen, der die Lan­des­gar­ten­schau er­mög­lich­te. Ha­ben wir Mut. Ver­su­chen wir den Cha­rak­ter der Ein­ma­lig­keit die­ses Glo­cken­mu­se­ums durch ei­ne ent­spre­chen­de Ar­chi­tek­tur wei­ter auf­zu­wer­ten. Das Glo­cken-Stadt-Mu­se­um ist eben ge­ra­de kein nor­ma­ler Haus­halts­pos­ten, son­dern ein be­red­tes Zeug­nis Apol­da­er Tra­di­tio­nen und Mä­zen-Geis­tes, wel­ches ei­nen Son­der­sta­tus ver­dient.

Im Üb­ri­gen ha­be ich mich ge­schämt, wie un­sen­si­bel nach 1972 und 1988 schon wie­der po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tungs­trä­ger Fa­mi­lie Schil­ling be­geg­nen, im Bei­sein sel­bi­ger.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.