Erst­mals seit mehr als 20 Jah­ren schwar­ze Zah­len

Blan­ken­hai­ner Stadt­rat be­schließt ei­nen Haus­halt, der oh­ne neue Schul­den aus­kommt und In­ves­ti­tio­nen er­mög­licht

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - WEIMAR/WEIMARER LAND - Von Micha­el Gr­üb­ner

Zum ers­ten Mal seit 1995 hat Blan­ken­hain wie­der aus ei­ge­ner Kraft ei­nen Haus­halt mit schwar­zen Zah­len auf die Bei­ne ge­bracht. Als das fe­der­füh­rend von der neu­en Ver­wal­tungs­lei­te­rin An­ja Jauch er­stell­te Zah­len­werk am Don­ners­tag­abend im Stadt­rat zum Be­schluss vor­lag, zoll­te selbst der Vor­sit­zen­de der größ­ten Op­po­si­ti­ons­frak­ti­on, Ste­fan Wo­ga­wa (Die Lin­ke), sei­nen Re­spekt. Mit nur ei­ner Stimm­ent­hal­tung fiel die Mehr­heit für die Haus­halts­sat­zung deut­lich aus.

Der Haus­halt weist ei­nen Über­schuss von 259.000 Eu­ro aus und führt 918.800 Eu­ro vom Ver­wal­tungs- in den Ver­mö­gens­haus­halt über. Die Stadt bil­det erst­mals seit Lan­gem wie­der ei­ne Rück­la­ge, die mit knapp über 492.000 Eu­ro die ge­for­der­te Min­dest­sum­me von rund 310.000 Eu­ro deut­lich über­steigt. Die Stadt tilgt 660.000 Eu­ro und nimmt kei­ne neu­en Kre­di­te auf, die Schul­den­last sinkt da­mit auf et­was über 13,3 Mil­lio­nen Eu­ro. Das sind, ge­rech­net auf die Ein­woh­ner, pro Kopf 2085,16 Eu­ro, wo­mit die Lin­den­stadt al­ler­dings noch deut­lich über dem Thü­rin­ger Durch­schnitt (808 Eu­ro) liegt.

„Wir ha­ben das oh­ne Steu­er­er­hö­hun­gen hin­be­kom­men“, be­ton­te Bür­ger­meis­ter Jens Kra­mer (CDU). Als Grün­de für die po­si­ti­ve Ent­wick­lung nennt er zu­nächst die sta­bi­le Ge­wer­be­steu­er-Ein­nah­me: 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro wie 2017, im vo­ri­gen Jahr wa­ren es so­gar 2,4. Da­ne­ben ha­be man kon­ti­nu­ier­lich Schul­den ab­ge­baut und die nied­ri­ge Zin­sSi­tua­ti­on ef­fek­tiv ge­nutzt.

Der Haus­halt er­mög­licht di­ver­se In­ves­ti­tio­nen. Größ­ter Bro­cken ist mit 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro der Breit­band-Aus­bau in Stadt und Orts­tei­len, den Blan­ken­hain aber vor­aus­sicht­lich zu 100 Pro­zent von Bund und Frei­staat ge­för­dert be­kommt. Eben­falls För­der­mit­tel be­an­tragt hat die Stadt für ih­ren Kin­der­gar­ten „Wald­geis­ter am St­ein­tisch“. Da­für steht ei­ne glat­te Mil­li­on im neu­en Haus­halt, ins­ge­samt wer­den die Kos­ten für ei­nen Neu­bau (auf ei­nem an­de­ren, der Stadt be­reits ge­hö­ren­den Grund­stück) auf 5,8 Mil­lio­nen ge­schätzt. Ei­ne Grund­sa­nie­rung des rund 40 Jah­re al­ten Ge­bäu­des wä­re ei­ne Mil­li­on bil­li­ger.

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