Ös­ter­reichs Par­la­ment stürzt Kurz

Miss­trau­ens­an­trag er­hält Mehr­heit

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - ERSTE SEITE -

Gleich­zei­tig be­klag­te Ra­me­low „un­nö­ti­ge ei­ge­ne Feh­ler“. Als Bei­spiel nann­te er das Flug­blatt sei­ner Par­tei im Er­fur­ter Kom­mu­nal­wahl­kampf zum Streit um die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft, das we­gen of­fen­kun­di­ger Un­wahr­hei­ten zu­rück­ge­zo­gen wer­den muss­te. Ei­ne be­son­de­re Be­deu­tung für die Land­tags­wahl am 27. Ok­to­ber be­sit­zen die Ab­stim­mun­gen vom Sonn­tag aus Sicht von Ra­me­low da­her nicht.

CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Ray­mond Walk zog ei­ne zwie­späl­ti­ge Bi­lanz. „Wir woll­ten stärks­te Kraft bei bei­den Wah­len wer­den“, sag­te er. Dies sei ge­lun­gen. Die Ver­lus­te an Stim­men und Man­da­ten zeig­ten aber auch: „Wir ha­ben bis zur Land­tags­wahl im Herbst ei­nen an­stren­gen­den Weg vor uns.“Gleich­zei­tig ver­wies Walk dar­auf, dass ne­ben den Ver­lus­ten der Ko­ali­ti­ons­par­tei­en Lin­ke und SPD der bun­des­wei­te Hö­hen­flug der Grü­nen „um Thü­rin­gen ei­nen Bo­gen“ma­che.

Im lan­des­wei­ten Durch­schnitt hal­ten sich die Zu­ge­win­ne der Grü­nen tat­säch­lich in Gren­zen. Sie konn­ten bei der Kom­mu­nal­wahl nur um zwei Pro­zent­punk­te auf 7,0 Pro­zent zu­le­gen, bei der Eu­ro­pa­wahl lag das Plus bei 3,6 Punk­ten. Al­ler­dings konn­ten sie ge­ra­de in den grö­ße­ren Städ­ten gu­te Er­geb­nis­se er­zie­len. Bei der Eu­ro­pa­wahl la­gen sie in Je­na ganz vorn – und bei der Kom­mu­nal­wahl in Wei­mar.

Am En­de konn­te der auch in sei­ner Par­tei um­strit­te­ne AfDLan­des­chef Björn Hö­cke tri­um­phie­ren: Mit mehr als 180 AfDVer­tre­tern in Kreis­ta­gen und Stadt­rä­ten so­wie 200 Man­dats­trä­gern in den Ge­mein­de­rä­ten baue sei­ne Par­tei ih­re kom­mu­na­le Ver­an­ke­rung aus, sag­te er. Dies be­deu­te Rü­cken­wind für die Land­tags­wahl.

Leit­ar­ti­kel, S. 2,3,7, 8, Lo­ka­les

Mit ei­nem Miss­trau­ens­vo­tum ha­ben SPÖ und FPÖ Ös­ter­reichs Kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz und sein ge­sam­tes Ka­bi­nett ge­stürzt. Der 32-Jäh­ri­ge ha­be mit sei­ner rein auf den Aus­bau sei­ner Macht an­ge­leg­ten Po­li­tik je­den Kre­dit ver­spielt, ar­gu­men­tier­ten Red­ner der Op­po­si­ti­on auf ei­ner Son­der­sit­zung des Par­la­ments am Mon­tag. Das Vor­ge­hen des Kanz­lers sei statt­des­sen ein „scham­lo­ser, zü­gel­lo­ser und ver­ant­wor­tungs­lo­ser Griff nach der Macht“, sag­te die Par­tei­vor­sit­zen­de der So­zi­al­de­mo­kra­ten Pa­me­la Ren­di-Wa­gner. Der SPÖ-Miss­trau­ens­an­trag er­hielt die Mehr­heit der Stim­men. ( dpa)

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