Po­si­ti­ver Stress

Li­sa Brennau­er über ih­re Rol­le als Fa­vo­ri­tin bei der La­dies Tour und Be­geis­te­rung der Thü­rin­ger Rad­sport-Fans

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - SPORT - Von Axel Lu­kac­sek

Zum drit­ten Mal geht Rad­sport­le­rin Li­sa Brennau­er bei der Lot­to Thü­rin­gen La­dies Tour als Vor­jah­res­sie­ge­rin mit der Start­num­mer eins ins Ren­nen. Die 30-Jäh­ri­ge von der deut­schen Mann­schaft WNT Ro­tor Pro Cy­cling ge­hört auch zur 32. Auf­la­ge der 1986 als Thü­rin­genR­und­fahrt erst­mals aus­ge­tra­ge­nen Ver­an­stal­tung zu den Fa­vo­ri­tin­nen. Wir spra­chen mit ihr über ih­re Am­bi­tio­nen bei der heu­te be­gin­nen­den Tour und die sport­li­chen Zie­le des Jah­res.

Er­höht die Start­num­mer eins eher den Druck, oder ist das Selbst­be­wusst­sein da­durch um­so grö­ßer?

Klar schau­en al­le auf die Fah­re­rin mit der Num­mer eins. Aber für mich ist das po­si­ti­ver Stress. Ich ha­be den an­de­ren Frau­en ja vor­aus, dass ich schon zwei­mal ge­won­nen ha­be. Ich weiß, wie schwie­rig das ist. Aber des­halb kann ich aus mei­ner Sicht auch ent­spannt ins Ren­nen ge­hen.

Wer­den Sie den drit­ten Ge­samt­sieg in Se­rie schaf­fen?

Na­tür­lich ist das der Wunsch. Und ich wer­de al­les da­für ge­ben. Aber die Stre­cken sind ver­dammt schwer, und die Kon­kur­renz ist enorm.

Als Sie im ver­gan­ge­nen Jahr mit fünf Se­kun­den Vor­sprung den Ge­samt­sieg er­obert ha­ben, war das für Sie ein sehr emo­tio­na­ler Mo­ment. Was hat ihn so be­son­ders ge­macht?

Die Rund­fahrt wur­de am letz­ten Tag bei ei­nem Zeit­fah­ren ent­schie­den. Da kann man nie si­cher sein, ob man tat­säch­lich ge­winnt. Als ich über den Ziel­strich ge­fah­ren bin und ge­hört ha­be, dass ich ge­won­nen ha­be, ist all die An­span­nung ab­ge­fal­len. Ich war glück­lich. Ein Punkt war zu­dem die Tat­sa­che, dass am En­de des Jah­res mein Team auf­ge­löst wur­de. Es wa­ren al­so ge­misch­te Ge­füh­le und der Mo­ment des Tri­um­phes des­halb so emo­tio­nal für mich.

Sie star­ten zum elf­ten Mal bei der Rund­fahrt. Was macht die Lot­to Thü­rin­gen La­dies Tour für Sie so be­son­ders?

Ich bin froh, dass es solch ei­ne Rund­fahrt im ei­ge­nen Land gibt. Al­lein das macht sie schon be­son­ders. Die Stre­cken lie­gen mir ein­fach. Sie kom­men mei­nem Typ als Rad­sport­le­rin ent­ge­gen. Die Etap­pen sind sehr an­spruchs­voll, mit kur­zen und kna­cki­gen An­stie­gen. Die Berge sind nicht so lang, wie et­wa beim Gi­ro d’Ita­lia, und trotz­dem sind es im­mer sehr har­te Ren­nen. Hin­zu kommt, dass sich die Leu­te in Thü­rin­gen so un­wahr­schein­lich stark für den Frau­en­Rad­sport ein­set­zen.

Auf was freu­en Sie sich wäh­rend der Rund­fahrt-Ta­ge?

Ich freue mich auf das Zeit­fah­ren und die Etap­pe in Dör­ten­dorf. Was die Leu­te dort in die­sem klei­nen Ort für uns auf die Bei­ne stel­len, ist ein­fach toll. Die­se Be­geis­te­rung – das wirk­lich ein­ma­lig.

Wie be­wer­ten Sie Ih­re ers­ten Er­geb­nis­se im Rad­sport-Jahr 2019?

Es lief echt gut. In vie­len Ren­nen ha­be ich mei­ne Team­kol­le­gin Kirs­ten Wild un­ter­stützt, aber auch zwei Etap­pen­sie­ge ge­holt und die Ge­samt­wer­tung bei ei­ner Tour in Lu­xem­burg ge­won­nen. Ich bin zuf­rie­den mit mei­nem neu­en Team WNT Ro­tor Pro Cy­cling. Es macht wirk­lich Spaß. Und ich glau­be, das sieht man mir auch an.

Wel­chen Stel­len­wert hat für Sie die Sil­ber­me­dail­le bei der Bahn­rad-WM?

Das war ein gro­ßer Er­folg, zu­mal ich das in der von mir ge­lieb­ten Ei­ner­ver­fol­gung ge­schafft ha­be. Hin­zu kommt ja, dass ei­ne WM im­mer ein Hö­he­punkt ist.

Jetzt stre­ben Sie bei Olym­pia 2020 ei­nen Dop­pel­start auf der Bahn und der Stra­ße an?

Das wä­re ein Traum. Bei der EM vor ei­nem Jahr in Glas­gow bin ich ja schon in bei­den Dis­zi­pli­nen am Start ge­we­sen.

Was muss pas­sie­ren, da­mit Sie nach der Sai­son mit den sport­li­chen Er­geb­nis­sen zuf­rie­den sind? Ein Ge­samt­sieg bei der Lot­to Thü­rin­gen La­dies Tour?

Das wür­de de­fi­ni­tiv da­zu ge­hö­ren. Bei der deut­schen Stra­ßen­meis­ter­schaft möch­te ich mei­nen Ti­tel ver­tei­di­gen und bei der WM im Sep­tem­ber in York­shire an­tre­ten. Und ir­gend­wann möch­te ich mal ein gro­ßes Ein­ta­ges­ren­nen ge­win­nen. Das ist mir näm­lich noch nie ge­lun­gen. Ge­ra (Start: 17 Uhr, Markt­platz, 98 km)

Schleiz (14 Uhr, Oschit­zer Stra­ße, 113 km)

Dör­ten­dorf (11 Uhr, Dör­ten­dor­fer Berg, 94 km) Go­tha (14 Uhr, Haupt­markt, 120 km) Zeit­fah­ren in Mei­nin­gen (15 Uhr, Markt, 18 km) Al­ten­burg (10 Uhr, Markt, 102 km)

FO­TO: SA­SCHA FROMM

Li­sa Brennau­er geht heu­te mit der Start­num­mer eins ins Ren­nen.

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