Für Ju­gend­li­che wird das Han­dy zur Schul­den­fal­le

Rück­stän­de in Hö­he von durch­schnitt­lich 1573 Eu­ro. Die Grün­de sind viel­fach Job­ver­lust und ei­ne un­wirt­schaft­li­che Haus­halts­füh­rung

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - WIRTSCHAFT -

In­ter­net und Smart­pho­ne wer­den für vie­le jun­ge Men­schen zur Schul­den­fal­le. Knapp zwei Drit­tel (64,9 Pro­zent) der un­ter 25-Jäh­ri­gen, die im ver­gan­ge­nen Jahr Hil­fe bei ei­ner Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­le in Deutsch­land such­ten, hat­ten er­heb­li­che Au­ßen­stän­de bei Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men. Nach Be­rech­nun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes wa­ren es durch­schnitt­lich 1573 Eu­ro. Da­mit mach­te die­se Po­si­ti­on nach An­ga­ben der Wies­ba­de­ner Be­hör­de vom Di­ens­tag mehr als ein Sechs­tel der ge­sam­ten durch­schnitt­li­chen Schul­den­hö­he der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on aus (8849 Eu­ro).

Um den ge­sam­ten Schul­den­berg ab­zu­tra­gen, brau­chen die­se Men­schen mit ih­rem ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen Net­to­ein­kom­men von durch­schnitt­lich 777 Eu­ro pro Mo­nat knapp ein Jahr – vor­aus­ge­setzt, al­le Ein­künf­te flie­ßen in die Schul­den­til­gung. Al­lein, um Te­le­fon­an­bie­ter aus­zu­zah­len, bräuch­te es in so ei­nem Fall mehr als zwei Mo­na­te. Der mit Ab­stand größ­te Aus­lö­ser für Über­schul­dung bleibt über al­le Al­ters­klas­sen hin­weg Ar­beits­lo­sig­keit. Bei 20 Pro­zent der Men­schen, die im ver­gan­ge­nen Jahr ei­ne Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­le auf­ge­sucht ha­ben, war der Ver­lust des Jobs die Ur­sa­che. Fast 16 Pro­zent der Be­trof­fe­nen rutsch­ten in­fol­ge Er­kran­kung, Sucht oder Un­fall in die Schul­den­fal­le, gut 13 Pro­zent nann­ten Tren­nung, Schei­dung oder Tod des Part­ners als Grund. In fast eben­so vie­len Fäl­len war die Ur­sa­che, dass re­gel­mä­ßig zu viel Geld aus­ge­ge­ben wur­de – ei­ne sol­che „un­wirt­schaft­li­che Haus­halts­füh­rung“mach­ten die Sta­tis­ti­ker bei je­dem Vier­ten der un­ter 25 Jah­re al­ten Schuld­ner aus.

Die Er­geb­nis­se des Bun­des­am­tes be­ru­hen auf An­ga­ben von 559 der 1450 Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­len in Deutsch­land. Die­se stell­ten an­ony­mi­sier­te Da­ten von 136.000 be­ra­te­nen Per­so­nen be­reit. (dpa)

FO­TO: IMA­GO STOCK

Jun­ge Men­schen un­ter­schät­zen oft die Kos­ten für ihr Smart­pho­ne.

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