Trump droht Me­xi­ko mit Son­der­zöl­len

Land soll il­le­ga­le Mi­gra­ti­on stop­pen

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - POLITIK - Von Phil­ipp Ne­u­mann

Nach Chi­na setzt US-Prä­si­dent Do­nald Trump nun auch Me­xi­ko mit Zoll­dro­hun­gen mas­siv un­ter Druck. An­ders als in dem Han­dels­kon­flikt mit der asia­ti­schen Wirt­schafts­macht will er im Streit mit dem Nach­barn al­ler­dings po­li­ti­sche For­de­run­gen durch­set­zen: Trump kün­dig­te Im­port­zöl­le auf sämt­li­che me­xi­ka­ni­sche Wa­ren an, um das Land zu Maß­nah­men ge­gen die il­le­ga­le Mi­gra­ti­on zu zwin­gen. Ab dem 10. Ju­ni wer­de auf al­le Im­por­te aus Me­xi­ko ei­ne Ab­ga­be von fünf Pro­zent auf­ge­schla­gen. „Der Zoll wird stu­fen­wei­se stei­gen, bis das Pro­blem der il­le­ga­len Ein­wan­de­rung ge­löst ist“, twit­ter­te Trump.

Me­xi­ko ist ein welt­weit wich­ti­ger Stand­ort für die zu­letzt mit Ge­gen­wind kämp­fen­den Au­to­bau­er: Die Zöl­le dürf­ten USHer­stel­ler wie GM und Ford tref­fen, aber auch VW, BMW und Daim­ler. De­ren Pa­pie­re ge­rie­ten an der Bör­se nun un­ter Ver­kaufs­druck.

Die US-Be­hör­den hal­ten nach ei­ge­nen An­ga­ben der­zeit rund 80.000 Mi­gran­ten fest. Im Durch­schnitt wür­den täg­lich 4500 Men­schen die Gren­ze über­que­ren. Erst am Mitt­woch war ei­ne Grup­pe von mehr als 1000 il­le­ga­len Ein­wan­de­rern auf­ge­grif­fen wor­den. Trump war vor Kur­zem vor Ge­richt un­ter­sagt wor­den, den Bau ei­ner Grenz­mau­er zu Me­xi­ko per Not­stands­de­kret durch­zu­bo­xen. Er steht zu­dem an­dert­halb Jah­re vor den nächs­ten Prä­si­den­ten­wah­len in­nen­po­li­tisch un­ter Druck.

Der me­xi­ka­ni­sche Vi­ze­au­ßen­mi­nis­ter Je­sus Sea­de kün­dig­te ei­ne en­er­gi­sche Re­ak­ti­on an, doch Me­xi­kos Prä­si­dent And­res Ma­nu­el Lopez Ob­ra­dor schlug ge­mä­ßig­te­re Tö­ne an. „Ich will kei­ne Kon­fron­ta­ti­on“, schrieb er in ei­nem Brief an Trump. Das sei ei­ne un­er­war­te­te und „sehr ex­tre­me“Maß­nah­me, so Sea­de. Man sei ge­ra­de da­bei ge­we­sen, gu­te Be­zie­hun­gen zu den USA auf­zu­bau­en. Die An­dro­hung der Zöl­le sei ei­ne „kal­te Du­sche“. (rtr)

„Und jetzt gibt’s noch ei­nen Hand­schlag“, sagt An­ge­la Mer­kel zu ih­rem Gast, nach­dem sie die The­men des an­ste­hen­des Ge­sprächs auf­ge­zählt hat. Zwei Mit­ar­bei­ter des Kanz­ler­amts räu­men die Mi­kro­fo­ne weg, es folgt der Hän­de­druck, die Fo­to­gra­fen dür­fen auf den Aus­lö­ser drü­cken. Dann ver­schwin­den Mer­kel und der US-ame­ri­ka­ni­sche Au­ßen­mi­nis­ter Mi­ke Pom­peo, der selbst nur zwei, drei Sät­ze sagt, in ei­nem Sit­zungs­saal des Kanz­ler­amts. Kei­ne fünf Mi­nu­ten dau­ert der Auf­tritt.

Ei­ne Drei­vier­tel­stun­de nur hat die Kanz­le­rin am Frei­tag für den Mi­nis­ter re­ser­viert. Es ist ein Ar­beits­be­such mit schnör­kel­lo­sem Pro­to­koll. Aber die Art und Wei­se, wie Pom­peo von Mer­kel emp­fan­gen wird, wirkt sehr ge­schäfts­mä­ßig. Nimmt man dann noch den um­ju­bel­ten Auf­tritt hin­zu, den Mer­kel kei­ne 24 St­un­den zu­vor in Har­vard hat­te, auf dem Cam­pus der ame­ri­ka­ni­schen Eli­te-Uni­ver­si­tät, dann zeigt die un­ter­kühl­te At­mo­sphä­re im Kanz­ler­amt, in welch schwie­ri­gem Ver­hält­nis Deutsch­land und die USA sich be­fin­den. Sel­ten tra­ten die Miss­stim­mun­gen so sicht­bar und in so en­ger zeit­li­cher Nä­he her­vor.

Kleins­te For­mu­lie­run­gen zei­gen Dif­fe­ren­zen auf

Pom­peo ist seit ei­nem Jahr Au­ßen­mi­nis­ter der USA. Dass er erst jetzt Zeit für sei­nen An­tritts­be­such in Deutsch­land fin­det, mar­kiert schon al­lein die Be­zie­hungs­kri­se. Ei­gent­lich hät­ten die Tref­fen mit Mer­kel und mit Au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) vor drei Wo­chen statt­fin­den sol­len. Da­mals sag­te Pom­peo den Be­such nur St­un­den vor­her ab, was die Kanz­le­rin ir­ri­tier­te. Pom­peo fuhr da­mals nach Bag­dad statt nach Ber­lin. Der Grund: „drin­gen­de in­ter­na­tio­na­le Si­cher­heits­the­men“.

Die ste­hen auch jetzt auf dem

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