Pfings­ten – ein Frie­dens­fest

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - WEIMARER LAND -

Pfings­ten fei­ert die Kir­che die An­we­sen­heit von Got­tes Geist. Und die­ser Geist ist es, der Pfings­ten zu ei­nem Fest des Frie­dens macht. Denn Got­tes Geist ist da, wo die Sehn­sucht nach Frie­den wohnt, und wo Ver­söh­nung statt­fin­det. Und lei­det ihr un­ter der Un­ge­rech­tig­keit und dem Un­frie­de in die­ser Welt – Got­tes Geist kommt als Trös­ter für euch. Die Hoff­nung auf ei­nen ge­rech­ten Frie­den hält die be­drück­te Ge­mein­de auf­recht.

Mensch­li­cher Grö­ßen­wahn soll sich kor­ri­gie­ren las­sen vom sanf­ten We­sen Got­tes. Selbst­be­wusst­sein soll sich nicht län­ger auf Waf­fen grün­den. Das lehrt uns das Pfingst­fest

Ein kur­zer Ab­schnitt im neu­en Tes­ta­ment be­han­delt die Fra­ge, war­um Je­sus sich ei­gent­lich nicht ge­wehrt hat, als man ihn ab­füh­ren wollte. „Und sie­he, ei­ner von de­nen, die bei Je­sus wa­ren, streck­te die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Ho­hen­pries­ters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Je­sus zu ihm: Ste­cke dein Schwert an sei­nen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert um­kom­men. Oder meinst du, ich könn­te mei­nen Va­ter nicht bit­ten, dass er mir so­gleich mehr als zwölf Le­gio­nen En­gel schick­te? Wie wür­de dann aber die Schrift er­füllt, dass es so ge­sche­hen muss?“(Mt 26,51-54)

Zwölf Le­gio­nen En­gel – das wä­ren 60000 schwer be­waff­ne­te Him­mels­krie­ger, in Win­des­ei­le an­ge­tre­ten. Die hät­ten für Ru­he ge­sorgt und die Mör­der Je­su im Zaum ge­hal­ten. Doch der Weg des Geis­tes ist das nicht. Im Geist ist das Prin­zip vom Über­le­ben des Stär­ke­ren auf­ge­ho­ben. Je­sus hat ein ge­nau­es Ge­spür für den Wil­len Got­tes. Die­se In­tui­ti­on führt Je­sus nicht ge­walt­sam auf ei­nen ir­di­schen Thron, son­dern er führt ihn zu­nächst in die größ­te Tie­fe. Den Ein­satz von Waf­fen in sei­nem Na­men ver­bit­tet sich Je­sus.

Ein star­ker Hin­weis für un­ser Le­ben: Lasst uns un­se­re Waf­fen stre­cken und un­se­re Kräf­te und un­se­re Sehn­süch­te, un­se­re Träu­me und un­se­re Wut Gott an­be­feh­len. Und dann kön­nen wir hof­fen, dass er durch sei­nen Geist das Bes­te macht. Nicht mit Ge­walt aber mit Macht, kei­ne be­täu­ben­de Ru­he, son­dern ein ech­ter Frie­den.

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