Ge­wit­ter: Wel­che Ver­si­che­rung bei Blitz­schlag zahlt

Über­span­nun­gen rich­ten be­son­ders häu­fig teu­re Schä­den an, sie sind aber nicht im­mer mit­ver­si­chert. Des­we­gen ist der Blick in die Po­li­ce wich­tig

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - RATGEBER - Von Andre­as Kunze

177.000 Blit­ze zähl­te der Deut­sche Wet­ter­dienst am Nacht­him­mel, als die schwe­ren Ge­wit­ter En­de der Woche über Deutsch­land zo­gen. Wel­che Ver­si­che­rung zahlt bei ty­pi­schen Sach­schä­den, die ein Blitz­schlag ver­ur­sacht hat? Ein Über­blick.

Ver­ur­sacht der Blitz­ein­schlag ein Feu­er, so sind Schä­den ent­we­der durch die Haus­rat- oder die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung ge­deckt. Die Po­li­ce für den Haus­rat um­fasst grund­sätz­lich al­le Sa­chen, die sich in der Woh­nung be­fin­den, die Po­li­ce für Ge­bäu­de ist zu­stän­dig für Ge­bäu­de­be­stand­tei­le (et­wa das Dach) so­wie Sa­chen, die fest mit dem Ge­bäu­de ver­bun­den sind, et­wa Mar­ki­sen, Fens­ter­lä­den oder An­ten­nen.

So wie das Ri­si­ko Feu­er ist eben­so der Blitz­ein­schlag üb­li­cher­wei­se in der Haus­rat- oder Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert. Ge­meint ist aber nur der di­rek­te Blitz­ein­schlag. Das be­deu­tet: Der Blitz müss­te zum Bei­spiel di­rekt in die An­ten­ne des Fern­se­hers zi­schen, da­mit die Ver­si­che­rung für ei­nen Scha­den auf­kommt. Das ist je­doch sel­ten der Fall.

Sehr viel öf­ter führt ein Blitz­ein­schlag in der Um­ge­bung von Frei­lei­tun­gen zu ei­ner er­höh­ten Span­nung im haus­ei­ge­nen Strom­netz und kann dann Ge­rä­te wie Fern­se­her, Hei­zungs­steue­rung, Wasch­ma­schi­nen oder Com­pu­ter er­heb­lich be­schä­di­gen. Ei­ne sol­che in­di­rek­te Blitz­fol­ge ist aber nur ver­si­chert, wenn in der Po­li­ce aus­drück­lich Über­span­nungs­schä­den mit­ver­si­chert wur­den. In neue­ren Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen sind Über­span­nungs­schä­den oft mit­ent­hal­ten – al­ler­dings mit Höchst­gren­zen, und zwar in der Re­gel fünf Pro­zent der Ver­si­che­rungs­sum­me. Bei 50.000 Eu­ro Ver­si­che­rungs­sum­me wür­den al­so ma­xi­mal 2500 Eu­ro für Re­pa­ra­tur oder Neu­kauf ge­zahlt.

Sind meh­re­re teu­re Ge­rä­te im Haus­halt, wie zum Bei­spiel Lap­tops oder Fern­se­her, kann die­ser Schutz zu we­nig sein (maß­geb­lich sind im­mer die Neu­prei­se). Wer ei­nen High­tech-Haus­halt hat, soll­te da­her ge­gen Prä­mi­en­zu­schlag die Ent­schä­di­gungs­gren­zen erhöhen.

Tipp: Bei Ver­trä­gen mit äl­te­ren Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen könn­te es sein, dass der Aus­schluss von Über­span­nungs­schä­den un­wirk­sam ist. Je­den­falls ha­ben Ge­rich­te ent­schie­den, dass die Klau­seln in den je­wei­li­gen Ein­zel­fäl­len für die Kun­den nicht ver­ständ­lich ge­nug wa­ren (OLG Ham­burg, Az: 4 U 183/94; OLG Mün­chen, Az: 21 U 2090/97).

Wer viel High­tech hat, soll­te Sum­me erhöhen

FO­TO: MÄRZ/DPA

Ein Blitz kann zu Über­span­nungs­schä­den füh­ren, auch wenn er weit ent­fernt ein­schlägt.

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