Tie­fen­see plä­diert für Kon­fe­ren­zen

SPD-Chef of­fen für Dop­pel­spit­ze

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - THÜRINGEN -

Bei der Neu­be­set­zung der SPD-Bun­des­spit­ze hat sich Thü­rin­gens SPD-Lan­des­chef Wolf­gang Tie­fen­see für Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen aus­ge­spro­chen, bei de­nen sich Kan­di­da­ten der Ba­sis vor­stel­len sol­len. Ei­ne Ur­wahl, bei der ein Par­tei­chef di­rekt von den SPD-Mit­glie­dern ge­wählt wür­de, lehnt er al­ler­dings ab. „Ei­ne Ur­wahl hal­te ich nicht für sinn­voll, zu­mal die nicht in un­se­rer Sat­zung ab­ge­bil­det ist“, sag­te Tie­fen­see. Al­ler­dings spre­che er sich da­für aus, „dass der Bun­des­vor­stand zu­nächst kei­ne Per­so­nal­vor­schlä­ge macht, son­dern die Ba­sis die Mög­lich­keit hat, Per­so­nen vor­zu­stel­len“, sag­te Tie­fen­see, der in Thü­rin­gen auch Wirt­schafts­mi­nis­ter ist.

Nach dem Rück­zug von Andrea Nah­les als Par­tei­che­fin und Vor­sit­zen­de der SPD-Frak­ti­on im Bun­des­tag wird die SPD von ei­nem Trio über­gangs­wei­se ge­führt: Die Vi­ze-Vor­sit­zen­den Ma­nue­la Schwe­sig, Ma­lu Drey­er und Thors­ten Schä­fer-Güm­bel ste­hen der­zeit kom­mis­sa­risch an der Spit­ze der SPD. In­te­rims-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der ist Rolf Müt­zenich. In der Par­tei gibt es auch Dis­kus­sio­nen über die Art und Wei­se, wie die Par­tei­spit­ze be­setzt wer­den soll – da­bei geht es un­ter an­de­rem um die Idee, die Spit­zen­po­si­ti­on in der Par­tei per Ur­wahl zu be­stim­men.

Tie­fen­see da­ge­gen sag­te, dass sei­ner Mei­nung nach die De­le­gier­ten bei ei­nem or­dent­li­chen Par­tei­tag „die Mei­nung aus ih­ren Be­zirks- und Lan­des­ver­bän­den qua­si im Ge­päck ha­ben und ent­spre­chend für die Ba­sis dann die Spit­ze be­stim­men“soll­ten. Zu­dem for­der­te er, dass bei der SPD auch ei­ne Dop­pel­sit­ze mög­lich sein soll. „Ich spre­che mich für ei­ne Sat­zungs­än­de­rung aus, die die Mög­lich­keit bie­tet, ent­we­der ei­ne Per­son oder ei­ne Dop­pel­spit­ze zu wäh­len“, sag­te Tie­fen­see. Ob ei­ne Dop­pel­spit­ze in der der­zei­ti­gen Si­tua­ti­on sei­ner Par­tei an­ge­bracht wä­re, hän­ge von den je­wei­li­gen Be­wer­bern ab. Der SPD-Po­li­ti­ker plä­dier­te da­für, dass sei­ne Par­tei wie ge­plant im Herbst ent­schei­det, ob sie die Ar­beit in der gro­ßen Ko­ali­ti­on im Bund fort­set­zen will. (dpa)

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