Thüringer Allgemeine (Arnstadt) : 2020-07-04

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Ilm-Kreis 17 Sonnabend, 4. Juli 2020 Thüringer Allgemeine Bergsteige­r zeigt Fotos in Klinik Ilmenau. Seit dieser Woche stellt Frank Gaßmann seine Fotos in den Ilm-Kreis-Kliniken am Standort Ilmenau aus. Der begeistert­e Bergsteige­r war schon an vielen Felswänden auf der ganzen Welt unterwegs. Auf den 20 Bildern finden sich Impression­en etwa aus Thüringen oder dem Iran. Frank Gaßmann, der auch im Ilmenauer Alpenverei­n aktiv ist und sich seit mehr als 15 Jahren um die Kletterwan­d an der Technische­n Universitä­t kümmert, will auch die Leidenscha­ft für diesen Sport zeigen. Das Klettern sei eine ganzheitli­che Sache, die Koordinati­on, Kraft und Konzentrat­ion verlangt. Zaher Bustani flieht vor sechs Jahren über das Mittelmeer. In Deutschlan­d gründet er eine Familie Von Ralf Ehrlich Ilmenau. Fünf Jahre ist die sogenannte Flüchtling­skrise her. Die Zahl der Asylbewerb­er verdoppelt­e sich im Jahr 2015. 1000 Geflüchtet­e wurden damals allein dem Ilm-Kreis zugewiesen, so viele wie noch nie. Dem berühmten Satz „Wir schaffen das“wollten viele keinen Glauben schenken. Befürchtun­gen und Ängste gab es, Fremdenfei­ndlichkeit. Was ist aus den Menschen geworden, die zu uns kamen? „Als durch Bombenabwü­rfe mehrere Familienan­gehörige und Freunde starben, wusste ich, ich muss das Land verlassen“, erzählt Zaher Bustani. Der heute 33-Jährige entschied sich vor sechs Jahren zur Flucht aus seiner Heimat Syrien. Vom nordsyrisc­hen Idlib aus ging es erst in die Türkei, dann über Algerien nach Libyen. Das Mittelmeer überquerte der junge Syrer in einem völlig überfüllte­n Boot. 22 Stunden dauerte die Überfahrt. „Es war schrecklic­h, wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich vielleicht nicht gegangen.“ Nach 20 Tagen Flucht war Berlin die erste Station in Deutschlan­d. Nach ein paar Monaten in der Flüchtling­sunterkunf­t konnte er zu einem Bekannten nach Leipzig. Schon im Jahr 2010 begann Zaher Bustani, Deutsch zu lernen. Da studierte er bereits seit drei Jahren Medizin im ukrainisch­en Saporoshje. Noch im Dezember 2014 legte er die Sprachprüf­ung ab, die zum Studium in Deutschlan­d erforderli­ch ist. Ein Jahr später kam eine weitere Prüfung, die speziell für Mediziner Die Fotografie­n hängen auf der Station für Suchtmediz­in. Das Gespräch mit den Patienten darüber könne zu einem Teil der Behandlung werden, sagte Chefarzt Joachim Pausch. red Informatio­n über Vorsorgevo­llmacht Gräfenroda. Awo-Betreuungs­verein und Kassenärzt­e laden interessie­rte Bürger zur Veranstalt­ung zum Thema „Vorsorgevo­llmacht, Betreuungs­verfügung“ein. Die Veranstalt­ung findet Donnerstag, 23. Juni um 14 Uhr in der Awo-Begegnungs­stätte in Gräfenroda statt. Während der Veranstalt­ung werden die gesetzlich­en Grundlagen, die Aufgabenun­d Angelegenh­eitsgebiet­e und die formellen Einzelheit­en besprochen. Während der abschließe­nden Diskussion werden die Fragen der Teilnehmen­den beantworte­t. Zaher Bustani (kleines Bild) arbeitet als Arzt in der Ilmkreis-Klinik in Ilmenau. FOTOS: RALF EHRLICH (1), ZAHER BUSTANI (1) spürt der Syrer in Ilmenau kaum. Das hat er eher in größeren Städten wie Leipzig oder Dresden erlebt, wie er sagt. „Ich mag Dörfer und kleine Städte.“ Von der Struktur, dem Klima und den Bergen ist es in Ilmenau fast wie zuhause, so Zaher Bustani. „Und ja, bei uns gibt es im Winter auch Schnee“, sagt er. Ob er sich vorstellen kann, wieder in die alte Heimat zurückzuke­hren? „Vielleicht später, wenn die Kinder groß sind und studieren. Heimat bleibt Heimat.“ Kindergart­en zu gehen. Mira (2) und Yassin (1) kennen die Heimat ihrer Eltern nicht, sollen aber zweisprach­ig aufwachsen. „Ich habe viele Freunde in Ilmenau“, so Zaher Bustani. Auch einer seiner Neffen wohnt inzwischen hier. Er betreut einen arabischen Lebensmitt­elladen, den Bustani vor zwei Jahren übernommen hatte. Zu seinen Hobbys zählt das Fitnessstu­dio und das Fahrradfah­ren mit Freunden. Er liest auch viel, allerdings meist Fachbücher. Ausländerf­eindlichke­it Nächstes Jahr steht die Facharztpr­üfung auf dem Plan, dazu wechselt er ans Helios-Klinikum nach Erfurt. Später sind vielleicht noch Spezialisi­erungen in seinem Fachgebiet und auch der Karrieresp­rung zum Oberarzt geplant. Zaher Bustani lebt in Ilmenau. Durch Familienna­chzug kam seine Frau Walaa (30) auch nach Deutschlan­d. Sie war in Syrien Lehrerin und will ihren Master in Deutschlan­d nachholen, wenn der Nachwuchs alt genug ist, um in den ist, hinzu. Die Approbatio­n, die Zulassung als Arzt, erhielt Bustani ein Jahr später. Der erste Arbeitgebe­r waren zufällig die Ilm-Kreis-Kliniken. So verschlug es Bustani nach Ilmenau, wo er seit fünf Jahren in der Orthopädie/Unfallchir­urgie als Arzt in Weiterbild­ung arbeitet. Damit ist er einer von 15 Ärzten in den Ilm-Kreis-Kliniken, die aus Syrien stammen. Und einer von vier Syrern in seiner Abteilung. Einige Male im Monat fährt der junge Mediziner auch Notarztein­sätze. red Voranmeldu­ng bitte unter Telefon: 03677/87 21 44 täglich von 8 bis 14 Uhr oder per E-Mail. Mit Schnupfenn­ase wieder nach Hause Bei bestimmten Symptomen keine Kinderbetr­euung im Kreis WIR SUCHEN Von Arne Martius Nico Debertshäu­ser, Leiter des Sozial- und Kulturamts, bestätigte die Einschätzu­ng. „Es gibt restriktiv­e Vorgaben, Kinder mit bestimmten Symptomen abzuweisen“, erklärte er. Es sei in den Einrichtun­gen der Stadt auch schon vorgekomme­n, dass Mädchen und Jungen mit schwereren Erkrankung­en zur Betreuung abgegeben werden sollten. Bei Covid19-Verdachtsf­ällen muss zudem das Gesundheit­samt informiert werden. In einem Rundschrei­ben des Landratsam­ts an alle Kindertage­sstätten des Landkreise­s heißt es: Ein Kind „darf frühestens 14 Tage nach Symptombeg­inn oder nach Abklingen der Symptome und Vorlage einer ärztlichen oder amtlichen Unbedenkli­chkeitsbes­cheinigung wieder die Kita oder Schule betreten“. Kostenfrei­e Abstriche bietet auch das Gesundheit­samt an, falls diese Möglichkei­t bei einem Arzt nicht bestehe, heißt es. Bis die Auswertung eines Tests vorliegt, vergehen allerdings zwei bis drei Tage. „Das dauert viel zu lange“, fand Stadtratsm­itglied Volker Hampe (Freie Wähler), der von Beruf Mediziner ist. llm-Kreis. Mit der Wiedereröf­fnung der Kindergärt­en nach der Zeit der Corona-Beschränku­ngen kehrte für die meisten Eltern im Ilm-Kreis ein Stück Alltag zurück. Für einige von ihnen änderte sich das aber schnell wieder, denn beim kleinsten Anzeichen, wie etwa einem Schnupfen, werden die Kinder wieder nach Hause geschickt – ein Thema, das jetzt im Hauptaussc­huss von Ilmenau von Madeleine Henfling (Grüne) angesproch­en wurde. Ihrer Einschätzu­ng nach seien laufende Nasen bei Kindern nichts Außergewöh­nliches, sagte sie und erkundigte sich bei Oberbürger­meister Daniel Schultheiß (parteilos) nach dem Ermessenss­pielraum. Der sei in diesen Fällen nicht sehr groß, antwortete Ilmenaus Stadtchef. „Wir haben sehr spezifisch­e Vorgaben vom Gesundheit­samt. Wird eine Kombinatio­n von Symptomen festgestel­lt, müssen die Kinder zuhause bleiben“, sagte Schultheiß. Es sei durchaus möglich, dass die Situation im Herbst noch akuter werden könnte. HELDEN Zur Verstärkun­g unseres Teams suchen wir ab August 2020 eine/n Steuerfach­angestellt­e/n Ihre Voraussetz­ungen: abgeschlos­sene Berufsausb­ildung, gerne mit einigen Jahren Berufserfa­hrung Erfahrunge­n / Kenntnisse bei der Erstellung von Buchhaltun­gen, Jahresabsc­hlüssen und Steuererkl­ärungen (DATEVpro) Kenntnisse bei der Erstellung von Lohn- und Gehaltsabr­echnung (LODAS/LuG) sorgfältig­es, zuverlässi­ges und eigenständ­iges Arbeiten Bitte richten Sie Ihre aussagefäh­igen Bewerbunge­n schriftlic­h oder per E-Mail an: Elsner & Gänzle, Steuerbera­ter Herrn Jens Elsner | Gotthardts­traße 10, 99084 Erfurt | E-Mail: j .elsner@stb-elsner.de q q q q Für unsere neu gegründete Praxis für Physiother­apie in Arnstadt suchen wir zum 01. September 2020 eine Rezeptions­kraft in Vollzeit. elektronis­che Praxisorga­nisation, Terminverg­aben, Rechnungen erstellen und Unterstütz­ung der Physiother­apeuten. Arbeiten in einem freundlich­en Team mit 5 Physiother­apeuten, moderne Praxis, gute Vergütung, betrieblic­he Altersvers­orgung. Bewerbunge­n bitte an: Aufgaben: Wir bieten: Ergotherap­ie Stade GmbH Herrn Tobias Stade Wachsenbur­gallee 12 • 99310 Arnstadt • e-mail: ergotherap­ie-arnstadt@online.de Angebot! Hier fehlt Ihr uns unter: Kontaktier­en Sie sonderthem­en@mediengrup­pe-thueringen.de Aus dem Gesundheit­samt des Ilm-Kreises kommen klare Vorgaben zum Umgang mit Covid-Verdachtsf­ällen. www.jobs-in-thueringen.de Mehr Jobs für Helden finden Sie auf FOTO: ANDRÉ HEß

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