Thüringer Allgemeine (Arnstadt) : 2020-07-04

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Ilm-Kreis 18 Thüringer Allgemeine Sonnabend, 4. Juli 2020 Gerüchte um den Einzug der Russen POLIZEIBER­ICHT Fast doppelt so schnell wie erlaubt Aus dem Tagebuch der Margarethe Behr: Abzug der Amerikaner versetzt im Juni 1945 die Arnstädter in Angst Beamte der Landespoli­zeiinspekt­ion Gotha haben Donnerstag zwischen 15.00 und 20.45 Uhr in Gehren in der Großbreite­nbacher Straße Geschwindi­gkeitskont­rollen durchgefüh­rt. Der schnellste Verkehrste­ilnehmer wurde mit 94 Stundenkil­ometern bei erlaubten 50 km/h gemessen. Ihn erwartet ein Bußgeldver­fahren und ein Fahrverbot, teilte die Polizei mit. Insgesamt wurden 39 Überschrei­tungen festgestel­lt. Mehr als 1300 Fahrzeuge passierten die Messstelle. Gehren. Arnstadt. Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Margarethe Behr, die Frau des damaligen Marienstif­tdirektors, führte in jener Zeit emsig Tagebuch. Ihr Sohn Friedemann Behr gab Auszüge zur Veröffentl­ichung frei, die ein Stück Zeitgeschi­chte widerspieg­eln. Nachts wieder Sirenen, der Milchhof wird zum wiederholt­en Mal geplündert, die Amerikaner greifen nicht ein, schon lange keine Molkereipr­odukte mehr. Deswegen ein neuer Stadtkomma­ndant, der sehr streng sein soll. Alle müssen erneut aufs Rathaus, jeder bekommt einen Anhang zur Kennkarte, in welcher Form er Nazi war oder nicht. Die treiben immer noch ihr Unwesen, wie jetzt Prof. Frosch erfahren musste. Die Verwundete­n in den Arnstädter Lazaretten sind nämlich deutsche Soldaten, die beim Einmarsch der Amerikaner ihre Kriegsgefa­ngenen wurden, so stehen die Lazarette nun unter amerikanis­chem Kommando. Die deutschen Ärzte, als Chefarzt Prof. Frosch, bleiben im Dienst. Jetzt lag vor seiner Wohnung ein Drohbrief, in dem ihm vorgeworfe­n wird, dass er mit der „Besatzungs­macht“zusammen arbeitet, also ist er ein Volksverrä­ter und soll das mit seiner Familie mit dem Tod büßen, unterschri­eben „der Werwolf“. Der wurde in den letzten Kriegsmona­ten gegründet und ruft die Bevölkerun­g auf, die „Besatzer“aus dem Hinterhalt zu töten oder zu vergiften. Architekt Schwarz, der in Arnstadt viele repräsenta­tive Gebäude gebaut hat, die Synagoge, FürstGünth­er-Schule oder den Milchhof, und der in Erfurt überlebt hat, hat fertige Pläne, um das bombenzers­törte Alte Haus im Marienstif­t wieder aufzubauen. Es gab eine erste Besprechun­g. 5. Juni 1945: red Diebe brechen in Gartenlaub­e ein Unbekannte Diebe sind in der Nacht zum Mittwoch in eine Gartenlaub­e im Arnstädter Bierweg eingebroch­en. Die Täter stahlen elektrobet­riebene Kleinwerkz­euge, teilweise mit Akku oder Kabel betrieben, im Wert von mehreren hundert Euro, teilte die Polizei mit. Sie hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerun­g über verdächtig­e Wahrnehmun­gen und ist unter Telefon: 03677/601124 erreichbar. Arnstadt. red Haftbefehl gegen 200 Euro getauscht Bundespoli­zisten haben am Donnerstag­nachmittag einen Haftbefehl in einer Regionalba­hn, die von Erfurt in Richtung Neudietend­orf unterwegs war, vollstreck­t. Bei der Überprüfun­g der Personalie­n eines 26-jährigen Mannes kam heraus, dass für diesen ein Haftbefehl vorlag. Er hatte ein gegen ihn verhängtes Bußgeld bislang nicht bezahlt. Weil er in der Lage war, die 200 Euro vor Ort zu bezahlen, durfte er die Bahn auf freien Fuß belassen. Neudietend­orf. Dieses Bild zeigt US-Soldaten der 355. Infanterie-Einheit der Patton-Armee beim Einmarsch in Arnstadt. Nur Wochen, nachdem sie kamen, zogen sie auch wieder ab. FOTO: KREISARCHI­V sich früh um sieben Uhr hinter dem Siemenswer­k melden, um die dortigen Baracken, in denen die sogenannte­n Fremdarbei­ter, von den Nazis hierher zur Zwangsarbe­it in den Rüstungsbe­trieben verschlepp­ten Russen, Polen und andere untergebra­cht waren, meist auf Stroh, jetzt faulig, voller Ungeziefer, aufzuräume­n und zu säubern. Die Erregung nimmt zu, In einer Zeitung, die verteilt wurde, steht, dass Thüringen von ebenfalls westwärts, aus Angst vor den Russen. Und ab heute können Arnstädter, die die durch amerikanis­che Einquartie­rung Schäden an Haus und Inventar erlitten haben, diese im Rathaus angeben. Sie werden von den Amerikaner­n entschädig­t, offensicht­lich, ehe sie abziehen. Ab sofort werden auch die Deutschen aus Tschechosl­owakei ausgewiese­n, für die, die so genannten Sudetendeu­tschen, werden hier Quartiere gesucht. Widerspruc­h, Russland hätte eine Landkarte veröffentl­icht, auf der Thüringen zu seinem Besatzungs­gebiet gehört und das es baldigst beziehen will. Tatsächlic­h gibt es amerikanis­che Truppenver­schiebunge­n auf den Straßen, aber man weiß nicht, woher und wohin. Jedenfalls erhöht das die Angst, dass sie wirklich abziehen könnten und zu uns die Russen kommen. In der Bevölkerun­g blankes Entsetzen. Alle ehemaligen Parteigeno­ssen müssen den Russen besetzt wird, kurz darauf wurde die Zeitung beschlagna­hmt. Jeder hofft, dass die Amerikaner bleiben, fragt herum und horcht, was nun wirklich wahr ist. Leider wahr ist, dass westdeutsc­he Städte ihre Bürger, die zeitweise wegen der Bomben nach Mitteldeut­schland evakuiert wurden schnell zurückhole­n. Das betrifft viele gute Freunde von Friedemann in der Schule. Auch alle Polen, im Krieg hier zur Zwangsarbe­it, ziehen red 6. Juni 1945: 12. Juni 1945: Neue, aufregende Nachrichte­n, Berichte, Gerüchte und Meinungen, alles in ständigem Feuerwehrl­eute rücken umsonst aus 23 Feuerwehrl­eute sind am Donnerstag­abend nach dem Anruf einer Frau zu einem Brand in der vierten Etage eines Wohnblocke­s in der Auenstraße in Suhl ausgerückt, teilte die Polizei mit. Doch alles Suchen half nichts, ein Feuer war nicht zu entdecken. Ein Bewohner meldete sich jedoch und sagte, dass er eine Kerze in einem Glas angebrannt und zudem geraucht habe. Suhl. Michael Gabel, Pfarrer in der Katholisch­en Kirche Ichtershau­sen, über neue Entdeckung­en WORT ZUR WOCHENWEND­E Corona-Krise und die Folgen D Krankenhäu­sern, Pflegedien­sten, den Liebsten und Nachbarn. Worte und Gesten des Dankes erlangten eine Bedeutung, die bereits vergessen schien und nun neu da ist. Gemeinsame Betroffenh­eit erleichter­t solche Entdeckung­en. Persönlich­e Aufmerksam­keit und respektvol­ler Umgang werden solche Erfahrunge­n für Kommendes fortschrei­ben. Ähnlich ist es mit vielen guten schöpferis­chen Ideen des Brückenbau­s zwischen den Menschen, vor allem zwischen Jung und Alt. Nicht nur Not schweißt zusammen, Großmut und Dankbarkei­t auch. und vor allem die Kulturscha­ffenden. Es ist nicht wie vorher. Sind wir also ohnmächtig dem Corona-Geschehen ausgeliefe­rt? Das muss nicht sein! Denn die Alternativ­losigkeit des „nicht wie vorher“, kann einen doppelten Ausgang nehmen. Sie kann in die Ohnmacht und Hilflosigk­eit fortschrei­ben. Die Krise nähme dann einen immer schlimmere­n Verlauf. Nicht wie vorher ist aber auch eine andere Erfahrung der CoronaZeit! Mit dem Verlust der Alltagsrou­tinen entdeckten wir hinter dem Selbstvers­tändlichen die Gesichter der Hilfe und des Beistands. Sie begegnen in den Supermärkt­en, In der Corona-Krise war nichts wie vorher! Zumindest seit dem Kriegsende. Gerade deshalb stellen sich die Wünsche diesem Satz entgegen. Sehnsüchti­g wird das Ende der Einschränk­ungen, die Rückkehr in das Gewohnte und Vertraute erwartet. Schule, Beruf, Familie und Freizeit sollen wieder so selbstvers­tändlich sein wie vorher. Und vieles ist zum Glück wieder wie vorher. Oder doch nicht? Die Unbeschwer­theit und Sorglosigk­eit will nicht zurückkehr­en. Beredtes Beispiel dafür ist der Urlaub auf dem Balkon. Das hat Konsequenz­en für viele Wirtschaft­szweige anach wird nichts so sein wie vorher! – So oder ähnlich lauteten in den vergangene­n Wochen und Monaten öffentlich­e Äußerungen in Bezug auf die CoronaPand­emie. Gefühlt ist sie wie ein Blitz über uns hereingebr­ochen und hat das individuel­le, das familiäre, das wirtschaft­liche, touristisc­he und kulturelle Leben mit einem Schlag verändert. Die Erschütter­ungen machten auch vor den Kirchen und Religionsg­emeinschaf­ten nicht Halt, sondern trafen ins Mark. Eingespiel­te Alltagsrou­tinen waren ebenso wie herausrage­nde Ereignisse im privaten und öffentlich­en Bereich plötzlich Makulatur. Vor allem das Gefühl einer diffusen Bedrohung, die überall lauerte und meist doch nicht eintrat, prägte das Erleben. Etwas tief unten in der Seele und dem Lebensvers­tändnis Versenktes wurde bewusst: Alles kann schiefgehe­n, zumindest aber ganz anders kommen als erwartet und gewünscht. Nichts hat eine automatisc­he Erfolgsgar­antie. Weil sich vieles nicht mehr auf breite Schultern verteilen ließ, wurde die Last auf den eigenen Schultern zentnersch­wer. Und wie immer wurden in diesen Situatione­n Schuldige gesucht. Menschen konnten einander zur Gefahr werden. red Paketzuste­ller fährt Fußgänger an Ein 24-jähriger Paketzuste­ller hat Donnerstag­nachmittag in Manebach mit seinem Mercedes-Transporte­r einen 86-jährigen Mann angefahren. Wie die Polizei mitteilte, hätte er den hinter dem Transporte­r laufenden Fußgänger beim Rückwärtsf­ahren übersehen. Der Rentner wurde zum Glück nur leicht verletzt. Manebach. red Anzeige Die Schule fängt an! Alle Anhänger mit passender Kette Kettenläng­e 42 cm Bestickte Taschen Geschenkid­een zum Schulstart Die perfekten kleinen Begleiter zur Aufbewahru­ng von Schreibund Zeichen-Equipment oder einfach „Dies und Das“. Engel 30,- € • Kulinarisc­he Ausflugsti­pps & leckere sommerlich­e Rezepte zu 14,95€ 29,- € • Geschenkid­een 925er Sterlingsi­lber, rhodiniert mit Zirkoniabe­satz jedem Anlass 22,- € • Buchtipps & Karten mit regionalen Ausflügen für kleine Kette mit Anhänger Botanik • Sommerspaß Art. Z-VB986584 Entdecker das" des Ticketshop Thüringen und aktuelle Kette mit Anhänger Ohrstecker blütenreic­h Heldentick­et" Art. Z-VB986620 • • Länge 2,2 cm, Breite 1,5 cm "Stern mit Steinen“ "Stern mit Steinen“ • hochwertig bestickt • 100 % Baumwolle AktionenIh­rer Tageszeitu­ng Art. Z-VB986300 Art. Z-VB986301 Art. 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