Co­ro­na: For­de­run­gen an das Land

Hun­der­te Un­ter­neh­men und Selbst­stän­di­ge ver­lan­gen Ent­schä­di­gung

Thüringer Allgemeine (Eichsfeld) - - Erste Seite - Von Mar­tin De­bes

In der Co­ro­na-kri­se wird das Land Thü­rin­gen mit Ent­schä­di­gungs­for­de­run­gen von Un­ter­neh­men förm­lich über­rollt. Al­lein im So­zi­al­mi­nis­te­ri­um sei­en et­wa 200 an­walt­li­che Schrei­ben ein­ge­gan­gen, wie ei­ne Spre­che­rin auf An­fra­ge mit­teil­te. Auch die Staats­kanz­lei und das Lan­des­ver­wal­tungs­amt in Wei­mar sä­hen sich mit „ei­ner Viel­zahl“von An­fra­gen kon­fron­tiert.

Die tat­säch­li­che Zahl der An­trag­stel­ler sei noch hö­her, hieß es, weil ei­ni­ge Rechts­an­wäl­te gleich­zei­tig meh­re­re Man­dan­ten ver­trä­ten. Die Hö­he der For­de­run­gen kön­ne der­zeit noch nicht be­zif­fert wer­den.

Im Lan­des­ver­wal­tungs­amt wur­den et­wa 40 Schrei­ben re­gis­triert. Man sei je­doch al­lein für die An­trä­ge zu­stän­dig, die mit dem Ver­dienst­aus­fall in­fol­ge Qua­ran­tä­ne oder Kin­der­be­treu­ung zu tun hät­ten, sag­te ein Spre­cher der Be­hör­de. Al­le an­de­ren Vor­gän­ge wür­den an die Lan­des­re­gie­rung wei­ter­ge­lei­tet.

Be­grün­det wer­den die For­de­run­gen mit den staat­lich ver­füg­ten

Schlie­ßun­gen und Ein­schrän­kun­gen wäh­rend der Pan­de­mie. Be­son­ders be­trof­fen wa­ren un­ter an­de­rem Ein­zel­han­dels­ge­schäf­te, Re­stau­rants, Ho­tel­be­trie­be, Ver­an­stal­ter, Schau­stel­ler, Ther­men, Sau­nen oder Kul­tur­ein­rich­tun­gen. Der Deut­sche Ho­tel- und Gast­stät­ten­ver­band De­ho­ga for­der­te in Thü­rin­gen sei­ne Mit­glie­der auf, ih­re An­sprü­che an­zu­mel­den.

Wie be­reits be­rich­tet ha­ben auch kom­mu­na­le Un­ter­neh­men An­trag auf Scha­den­er­satz ge­stellt. Die durch die Maß­nah­men ent­stan­de­nen Ver­mö­gens­nach­tei­le sei­en zu er­set­zen, heißt es in den Schrei­ben von Bä­dern und Bil­dungs­zen­tren.

Laut So­zi­al­mi­nis­te­ri­um wer­den die An­trä­ge nun ge­prüft. Bei den bis­her be­ar­bei­te­ten Fäl­len se­he man al­ler­dings kei­ne Ba­sis für ei­nen Ent­schä­di­gungs­an­spruch, sag­te die Spre­che­rin. Ei­ni­ge An­trag­stel­ler be­rück­sich­tig­ten nicht die Hil­fe­leis­tun­gen in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he durch den Bund und das Land. Da­zu zähl­ten et­wa So­fort­zu­schüs­se und Kre­di­te, die aus­ge­wei­te­te Kurz­ar­bei­ter­re­ge­lung.

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