Al­le an ei­nen Tisch

Thüringer Allgemeine (Eichsfeld) - - Sport -

Die Uhr ist längst ab­ge­lau­fen; und – um im Bil­de zu blei­ben – die Nach­spiel­zeit lässt nur noch ei­ne Chan­ce zu. Vor­bei ist das Tak­tie­ren, das Zau­dern, das Miss­gön­nen. Es geht um al­les oder nichts. Auf­bruch oder Ab­pfiff.

Will der FC Rot-weiß Er­furt tat­säch­lich ei­ne sport­li­che Zu­kunft ha­ben, dann müs­sen jetzt al­le an ei­nen Tisch: In­sol­venz­ver­wal­ter, das neue Prä­si­di­um, Auf­sichts­rat, Eh­ren­rat, Fan­rat. Der psy­cho­lo­gi­sche Bal­last aber hat vor der Tür zu blei­ben. Beim letz­ten Ver­such, das Er­geb­nis noch zu ret­ten, ist kein Platz für et­wai­ge Vor­be­hal­te, per­sön­li­che Be­find­lich­kei­ten, un­ter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen, ge­kränk­te Ei­tel­kei­ten. Din­ge, die – be­rech­tigt oder nicht – dem Ver­ein in der Ver­gan­gen­heit mas­siv ge­scha­det, ihn fast zer­stört ha­ben.

Ei­gent­lich müss­te in die­sen Ta­gen die Vor­be­rei­tung der Mann­schaft auf die avi­sier­te Ober­li­ga-sai­son be­gin­nen. Be­vor je­doch über­haupt Spie­ler und ein Trai­ner ver­pflich­tet wer­den kön­nen, gilt es die for­mel­len und struk­tu­rel­len Wei­chen zu stel­len. Weil nie­mand ein ernst­haf­tes In­ter­es­se dar­an ha­ben kann, dass Rot-weiß von der Bild­flä­che ver­schwin­det, sind al­le ge­for­dert: über den ei­ge­nen Schat­ten zu sprin­gen, Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen, ein Kon­zept zu ent­wi­ckeln.

Nach Mo­na­ten des Still­stands, der Schock­star­re nach der Ein­stel­lung des Spiel­be­trie­bes, ha­ben die Re­ak­tio­nen der ver­gan­ge­nen Ta­ge vor al­lem ge­zeigt: Der Ver­ein lebt noch, und die Hoff­nung auch. Sie al­lein wird aber nicht aus­rei­chen, um ihn zu ret­ten. Ta­ten sind ge­fragt. Nie war das Mit­ein­an­der wich­ti­ger als bei die­sem letz­ten Auf­bäu­men.

Von Mar­co Al­les

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