Thüringer Allgemeine (Gotha)

So regeln Sie den Nachlass richtig

Die Deutschen vererben jedes Jahr bis zu 400 Milliarden Euro. Nur jeder Vierte hat ein Testament

- Von Hanna Gersmann

Essen. Der Volksmund sagt: „Alles verjubelt, nichts verschenkt – das ist das beste Testament.“Doch hinterlass­en die Deutschen sogar mehr Vermögen als lange Zeit angenommen. Derzeit würden jedes Jahr bis zu 400 Milliarden Euro vererbt, rechneten die Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaft­sforschung vor Kurzem vor. Die Ökonomen schauten nicht nur auf das aktuelle Vermögen, sondern bezogen Wertsteige­rungen und hohe Sparquoten mit ein – und übertrafen die Summen früherer Studien.

Gleichzeit­ig verfügt laut Schätzunge­n nur jeder Vierte in einem Testament oder Erbvertrag, was mit dem Geld nach seinem Tod geschehen soll. Bei allen anderen, also in den meisten Fällen, greift automatisc­h die gesetzlich­e Erbfolge. Aber in Zeiten, in denen Familien auseinande­rbrechen, Ehen geschieden werden, viele überzeugt als Single leben, „ist das womöglich nicht in ihrem Sinn. Sie riskieren, dass ihr Geld in die falschen Hände gerät“, sagt Eugénie Zobel-kowalski, Erbrechtse­xpertin bei Stiftung Warentest. Sie meint: „Sie brauchen nur ein Blatt Papier und einen Stift, eigentlich ist das Testament schnell gemacht.“An einem Beispiel spielt sie das durch: Mann, unverheira­tet, keine Kinder, verkracht mit seinem Vater, eine Katze.

Form wahren In jedem fünften Fall gibt es laut einer Studie des Marktforsc­hungsinsti­tuts Yougov Streit ums Erbe.

ginge dann an seine Eltern, auch den ungeliebte­n Vater.“Wer seine Handschrif­t für schlecht lesbar hält, legt eine ausgedruck­te Leseabschr­ift dazu.

Streit vermeiden

Vermögens.“Allerdings hat auch der ungeliebte Vater einen Anspruch auf einen bestimmten Anteil des Vermögens. Das Gesetz sieht ein Anrecht für einen Anteil bei Eltern genauso wie bei Kindern, auch bei Ehepartner­n vor. Der Pflichtant­eil macht immer die Hälfte des gesetzlich­en Erbteils aus. Leben noch beide Eltern des Verstorben­en, müsste das Erbe also eigentlich halbiert

werden. Dann hat der enterbte Vater Anspruch auf ein Viertel des Nachlasses. Ausgezahlt wird immer in Geld, auch wenn zum gesamten Vermögen Porzellan, Boot und so weiter gehören. Der Erbe übernimmt im Übrigen auch Schulden und Vertragsve­rhältnisse. Beim Mietvertra­g gibt es ein Recht zur außerorden­tlichen Kündigung.

Stiften gehen

müsste sich dann auch um das Ausräumen der Wohnung kümmern.

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Foto: Imago

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