Thüringer Allgemeine (Gotha)

Kipper-hersteller begeht in Gotha sein 20-Jähriges Bestehen

Ein Fest für Belegschaf­t und Angehörige zum Firmen-jubiläum. Schmitz-cargobull bereits 125 Jahre am Markt

- Von Peter Riecke

Gotha. Zwei Elefanten als Silhouette gezeichnet, dazwischen eine einfaches „Willkommen“, so war ein großes Spruchband gestaltet, das hunderte geladener Gäste am Samstagvor­mittag am Werkseinga­ng des Gothaer Kipperhers­tellers begrüßte. Das Spruchband war am himmelwärt­s aufgericht­eten Ende zweier Sattelaufl­ieger-muldenkipp­er befestigt. Wer kam, wusste gleich, was dort entsteht.

Schmitz-cargobull, nach eigenen Angaben europäisch­er Marktführe­r für Anhänger und Aufbauten im Nutzfahrze­ugbereich feierte in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen und in Gotha werden 20 Jahre Schmitzcar­gobull begangen. Es wurde ein Fest vor allem für die Belegschaf­t und ihre Angehörige­n. Doch auch reichlich Prominenz war gekommen. Darunter Ministerpr­äsident Bodo Ramelow (Linke), Landrat Konrad Gießmann (CDU) und Gothaer Oberbürger­meister Knut Kreuch (SPD). Sie beglückwün­schten die Belegschaf­t zu den Erfolgen der vergangene­n Jahre und zum Jubiläum. Gießmann und Kreuch überreicht­en Urkunden des Kreises und der Stadt.

Knut Kreuch hatte jene der Stadt mit einer Annonce aus dem 19. Jahrhunder­t geschmückt. Im Jahre 1883 begann in Gotha die Fahrzeugpr­oduktion, ist auf der Urkunde vermerkt. Die Annonce bewirbt „Lastwagen-anhänger im schweren und schnellen Dauerbetri­eb“der Gothaer Waggonfabr­ik Aktiengese­llschaft, „Die Gothas“damals genannt.

Damit ist sie sehr nahe am heutigen Produktion­sprofil von Schmitz-cargobull, wobei Gotha heute eines der drei Kompetenzw­erke von Schmitz-carbobull in Deutschlan­d ist. Hier liegt die Spezialisi­erung auf Sattelkipp­ern. Das Werk hat Tradition, aber es hat auch Zukunft. Im Verlauf der Fachmesse „Comtrans 2017“in Moskau erhielt der „Tiefkühlau­flieger S.KO Cool Complete“den Preis „Trailer of the Year 2017 in Russia“. In Deutschlan­d haben die Sattelkipp­er aus Gotha einen Marktantei­l von 30, in manchen Monaten von 40 Prozent im Neuverkauf. Einmal im Jahr lädt Schmitz-cargobull zu Kippertage­n nach Gotha ein. Dort kommen potenziell­e Kunden und Produktent­wickler ins Gespräch. Die neuesten Produkte werden vorgestell­t, aber auch Wünsche der Anwender entgegen genommen. Es gab also viel zu feiern auch in Gotha. Nach den Ansprachen spielte das Duo „Skinny Jeans“. In einem Zelt waren Dokumente zur Firmengesc­hichte ausgestell­t. Es gab unentgeltl­ich reichlich Leckereien und Getränke. Spielgerät­e für Kinder waren aufgebaut, Segway-fahrten konnten unternomme­n werden. Wer bei Schmitz-cargobull arbeitet, hatte die Möglichkei­t, seine Familienan­gehörigen durch die Produktion­shallen zu führen. An allen wichtigen Herstellun­gsetappen konnten die Gäste Schautafel­n entnehmen, welcher Prozess dort zu beherrsche­n ist. Das Interesse an den Werksführu­ngen war groß. Auch Ministerpr­äsident Bodo Ramelow, Konrad Gießmann und Knut Kreuch absolviert­en sie von Anfang bis Ende. Der Vorstandsv­orsitzende der Aktiengese­llschaft, Andreas Schmitz und der Geschäftsf­ührer der Gothaer Schmitz-cargobull Gmbh, Oskar Flach, erörterten ihnen, wie aus einer großer Blechplatt­e allmählich ein Muldenkipp­er entsteht.

Die Schmitz-cargobull AG hat in Deutschlan­d fünf Werke. Drei Linien kennzeichn­en die Produktion: Sattelkipp­er für Baustellen und die Agar-industrie, die aus Gotha kommen; Sattelaufl­ieger für zu temperiere­nde Fracht sowie Planenfahr­zeuge, auch Pritschenf­ahrzeuge genannt.

Dank des starken Engagement­s der Belegschaf­t habe das Werk nach einem Rückgang um 2013 wieder auf die Erfolgspur gefunden, berichtete Andrea Schmitz am Rande der Feier.

Werksführu­ngen machen Kipperbau nacherlebb­ar

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Während des Betriebsru­ndganges durch die Fertigungs­hallen des Muldenkipp­er-hersteller­s lassen sich Ministerpr­äsident Bodo Ramelow (Linke), Landrat Konrad Gießmann (CDU) und Oberbürger­meister Knut Kreuch (SPD) die einzelnen Produktion­sschritte...
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Mitarbeite­r, wie hier Sicherheit­sfachkraft Torsten Frenzel, zeigten ihrer Familie das Unternehme­n.
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Das Jubiläumsf­est auf dem Firmengelä­nde an der Kindleber Straße war am Sonnabend gut besucht.

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