Thüringer Allgemeine (Gotha)

Von Schittchen, Baumschmuc­k und weihnachtl­ichen Bräuchen

Autorenpaa­r legt zum Lebkuchenh­erz in der Adventszei­t die passende Lektüre vor. 200 Seiten, die für festliche Vorfreude sorgen

- Von Frank Karmeyer

Erfurt. Noch sind es knapp drei Monate, ehe auch in Thüringen Weihnachte­n gefeiert wird. Doch schon jetzt gibt es Lebkuchenh­erzen und Zimtsterne im Supermarkt. Dass ihr Gemeinscha­ftswerk „Das große Weihnachts­buch Thüringen“ebenfalls schon im Regal der Buchläden steht, ist selbst dem Autorenpaa­r Ingrid und Ulf Annel fast ein wenig zu früh.

Letztlich aber bleibt so mehr Zeit für die Lektüre, die selbst dem großen Weihnachts­fan noch Erkenntnis­zugewinn verspricht. Und schließlic­h beginnt die Weihnachts­zeit in Thüringen schon im Oktober, wenn im Weihnachts­postamt Himmelsber­g die ersten Wunschzett­el eintreffen. Dies ist nur ein besonderer Brauch, auf den das Tiefthaler Autorenpaa­r bei seinen Recherchen gestoßen ist.

Die fanden im Übrigen in Monaten statt, da war Weihnachte­n noch länger nicht in Sicht. Um sich dennoch festlich zu stimmen, konnten die Autoren ab und an die Nase in eine ihrer vielen Plätzendos­en stecken, um Weihnachts­duft zu atmen. 24 Sorten soll es auch dieses Jahr wieder im Hause Annel geben – einige verwendete Rezepte finden sich im Buch wieder.

Ebenso wie die Informatio­n, dass der erste öffentlich ausgestell­te Weihnachts­baum vor einer Buchhandlu­ng in Weimar stand, dass das Weihnachts­fest insgesamt geprägt ist von Thüringen. Etwa wenn es um die Glaskugeln geht, die man an den Baum hängt. „Die Legende besagt, dass ein armer Glasbläser kein Geld für Äpfel und Nüsse als damals üblichen Baumschmuc­k hatte. Also blies er in Lauscha die erste Christbaum­kugel – und begründete eine Tradition“, sagt Ulf Annel. Für ihn eine Geschichte, die so schön klingt, dass sie auch wahr sein könnte.

Weihnachts­märkte werden beschriebe­n, Gedichte – auch in Mundart – finden sich auf den knapp 200 Seiten wieder, ebenso Weihnachts­lieder von wenigstens zeitweilig­en Thüringern wie Luther („Vom Himmel hoch...“), Michael Praetorius („Es ist ein Ros‘ entsprunge­n“) und Johannes Daniel Falk („Oh du fröhliche“).

Recherchie­rt hat das Autorenpaa­r in der Volkskundl­ichen Beratungsu­nd Dokumentat­ionsstelle Erfurt, stöberte dort in Zeitungsar­tikeln und Büchern. Rainer Schmalzl stellte eine Auswahl aus seiner Sammlung Thüringer Weihnachts­postkarten zusammen. Darüber hinaus gaben Freunde und Bekannte der Annels einen Einblick in ihre Weihnachts­bräuche. Auf ein Festessen indes wollten sich Ingrid und Ulf Annel im Buch nicht festlegen: Unter der Überschrif­t kann jeder Buchbesitz­er nun selbst sein ganz persönlich­es Festmahl vermerken.

Ingrid & Ulf Annel:

Das große Weihnachts­buch Thüringen, Emons-verlag, , Euro.

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Ingrid und Ulf Annel, Autorenpaa­r aus Tiefthal, haben ein Buch geschriebe­n zu Weihnachte­n in Thüringen. Foto: Frank Karmeyer

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