Tanz­schu­len und Gast­stät­ten wer­den wie­der ge­öff­net

Ver­ord­nung re­gelt wei­te­re Lo­cke­run­gen in Thü­rin­gen. Wer kei­nen Mund-Na­se-Schutz trägt, kann be­straft wer­den

Thüringer Allgemeine (Gotha) - - Thüringen - Von Fa­bi­an Klaus

Er­furt. Der mah­nen­de Zei­ge­fin­ger der Ärz­te hat nur we­ni­ge Mi­nu­ten auf sich war­ten las­sen – nach­dem das Ka­bi­nett am Di­ens­tag wei­te­re Lo­cke­run­gen in der Co­ro­na-Pan­de­mie be­schlos­sen hat. Die Prä­si­den­tin der Lan­des­ärz­te­kam­mer, El­len Lun­ders­hau­sen, warnt: „Wir soll­ten mehr als vor­sich­tig sein und die er­ziel­ten Fort­schrit­te bei der Be­kämp­fung der Co­ro­na-Pan­de­mie nicht ver­spie­len.“Sie ha­be aber Ver­ständ­nis da­für, dass sich die Men­schen über wie­der ge­won­ne­ne Mög­lich­kei­ten freu­en wür­den. Das sei nach­voll­zieh­bar.

In der vom Ka­bi­nett am Di­ens­tag ver­ab­schie­de­ten Ver­ord­nung sind al­ler­hand Lo­cke­run­gen und künf­ti­ge Vor­ge­hens­wei­sen ver­an­kert – aber auch Not­brem­sen. Im De­tail heißt das ab heute für al­le Thü­rin­ger:

Die bleibt Pflicht. Wer sie in Fahr­zeu­gen des Öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs oder beim Ein­kau­fen nicht trägt, der soll zur Kas­se ge­be­ten wer­den. Es kön­ne, sag­te Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Hei­ke Wer­ner (Linke), am Di­ens­tag in Er­furt, ein Buß­geld von 50 Eu­ro ver­hängt wer­den. Kin­der, die das sechs­te Le­bens­jahr noch nicht voll­endet ha­ben, blei­ben von der Pflicht zum Tra­gen aus­ge­schlos­sen. Eben­so gilt das für Per­so­nen, die we­gen ei­ner Be­hin­de­rung oder aus an­de­ren ge­sund­heit­li­chen Grün­den kei­ne Be­de­ckung tra­gen kön­nen – die­se sind aber ver­pflich­tet, das „in ge­eig­ne­ter Wei­se“glaub­haft zu ma­chen; zum Bei­spiel mit ei­nem ärzt­li­chen At­test.

Mund-Na­se-Be­de­ckung

Ver­samm­lun­gen

Bei gibt es kei­ne Be­schrän­kung der Teil­neh­mer­zah­len mehr. Bis­her durf­ten an Ver­samm­lun­gen un­ter frei­em Him­mel 50 Per­so­nen und in ge­schlos­se­nen Räu­men 30 Per­so­nen teil­neh­men. Die­se Re­ge­lung, die an den bei­den ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de mehr­fach oh­ne Kon­se­quen­zen um­gan­gen wur­de, ist jetzt hin­fäl­lig. Das gilt auch „für Zu­sam­men­künf­te oder Be­geg­nun­gen, die re­li­giö­sen Zwe­cken die­nen“, heißt es in der Ver­ord­nung – sprich: Auch

sind oh­ne Teil­nah­me­be­schrän­kung mög­lich, so­fern ein vom Ge­sund­heits­amt ab­ge­seg­ne­tes Hy­gie­ne­kon­zept vor­liegt.

Got­tes­diens­te

Hy­gie­ne-, Ab­stands- und In­fek­ti­ons­schutz­kon­zep­te

sind ab heute in na­he­zu al­len Be­rei­chen vor­ge­schrie­ben, die von den be­schlos­se­nen Lo­cke­run­gen pro­fi­tie­ren.

Be­son­ders in der dürf­te in ei­ni­gen Be­rei­chen nach dem Be­schluss auf­ge­at­met wer­den. Denn wei­te Tei­le der Bran­che dür­fen ab Frei­tag, 15. Mai, wie­der öff­nen. Das gilt für al­le Gast­stät­ten. Auch Über­nach­tun­gen zu tou­ris­ti­schen Zwe­cken sind in Thü­rin­gen wie­der mög­lich.

Auch Thü­rin­gens könn­ten ab heute wie­der öff­nen, in­so­fern sie ein trag­ba­res Hy­gie­ne­kon­zept vor­wei­sen kön­nen. Da Tanz­schu­len in der Co­ro­na-Ein­däm­mungs­ver­ord­nung nicht ei­gens auf­ge­führt wer­den, hat­ten Kom­mu­nen An­trä­ge auf Wie­der­er­öff­nung bis­lang ab­ge­lehnt und auf die stren­gen Re­ge­lun­gen zu so­ge­nann­ten Tanz­lust­bar­kei­ten ver­wie­sen. Ges­tern erst hat­ten Ver­tre­ter von neun Er­fur­ter Tanz­schu­len ih­rem Un­mut

Gas­tro­no­mie

Tanz­schu­len

der Druck im­mer grö­ßer wird. Jetzt hat sich die Lan­des­re­gie­rung dar­auf ver­stän­digt, dass ab 18. Mai al­le Kin­der­gär­ten die Mög­lich­keit ha­ben, zu öff­nen. Bis 15. Ju­ni müs­sen sie ge­öff­net ha­ben – in ei­nem ein­ge­schränk­ten Re­gel­be­trieb. Die Be­treu­ungs­ka­pa­zi­tät wird künf­tig nach zur Ver­fü­gung ste­hen­dem Raum be­rech­net – der liegt leicht über den Fest­le­gun­gen im Kin­der­ta­ges­stät­ten­ge­setz. Da­mit ist aber klar, was ein­ge­schränk­ter Re­gel­be­trieb heißt: In den al­ler­meis­ten Ein­rich­tun­gen wer­den nicht al­le Kin­der zeit­gleich in den Kin­der­gar­ten zu­rück­keh­ren kön­nen. Wie lan­ge und wie oft Kin­der künf­tig be­treut wer­den kön­nen, bleibt nach der Fest­le­gung am Di­ens­tag voll­kom­men of­fen.

be­fin­den sich in Thü­rin­gen be­reits in ei­nem Über­gang zu ei­nem ein­ge­schränk­ten Re­gel­be­trieb. Der soll ab 2. Ju­ni 2020 al­len Schü­le­rin­nen und Schü­lern die Mög­lich­keit des Prä­senz­un­ter­rich­tes ge­ben. Schul­lei­tun­gen ent­schei­den in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung. Un­ter­schied zu Kin­der­gär­ten: Wäh­rend in der Zeit, in der kein Prä­senz­un­ter­richt statt­fin­det, wei­ter ei­ne

Schu­len

Not­be­treu­ung

für Kin­der von El­tern, die in sys­tem­re­le­van­ten Be­ru­fen ar­bei­ten, fort­be­steht, gibt es die bei Kin­der­gär­ten in Zu­kunft nicht mehr.

Die gel­ten auch in Thü­rin­gen wei­ter. Ab heute kön­nen sich An­ge­hö­ri­ge zwei­er Haus­hal­te ge­mein­sam im öf­fent­li­chen und pri­va­ten Raum auf­hal­ten. Bis­her war es le­dig­lich ge­stat­tet, dass zu An­ge­hö­ri­gen ei­nes Haus­hal­tes ei­ne wei­te­re haus­halts­frem­de Per­son hin­zu kommt.

In

Kon­takt­be­schrän­kun­gen

Al­ten­hei­men und Kran­ken­häu­sern

dür­fen die Pa­ti­en­ten be­zie­hungs­wei­se Be­woh­ner wie­der be­sucht wer­den. Al­ler­dings mit stren­gen Auf­la­gen: So darf pro Pa­ti­ent oder Be­woh­ner nur ma­xi­mal ei­ne Per­son am Tag für zwei St­un­den die Ein­rich­tung be­tre­ten.

Auch Thü­rin­gen de­fi­niert ei­nen

wie er zwi­schen Bund Län­dern in der ver­gan­ge­nen Wo­che ver­ab­re­det wur­de. Der liegt bei 50 In­fek­tio­nen pro 100.000 Ein­woh­ner in­ner­halb von sie­ben Ta­gen und gilt eben­falls ab heute. Soll­te der über­schrit­ten wer­den – was in Thü­rin­gen et­wa im Land­kreis Greiz der Fall ist –, dann sei­en wei­te­re in­fek­ti­ons­schutz­recht­li­che Maß­nah­men an­zu­ord­nen, heißt es in der Ver­ord­nung. Sie sol­len dann für den Zei­t­raum der Über­schrei­tung und wei­te­re sie­ben Ta­ge gel­ten.

Die der neu­en Ver­ord­nung ist zu­nächst bis 5. Ju­ni de­fi­niert. Dann, so sag­te es Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Hei­ke Wer­ner (Linke) am Di­ens­tag, sol­le es zwi­schen Bund und Län­dern ei­ne er­neu­te Ab­stim­mung über die Kon­takt­be­schrän­kun­gen ge­ben.

Ri­si­kowert,

Gel­tungs­dau­er

FO­TO: MARCO SCHMIDT

Vor der Staats­kanz­lei ha­ben am Di­ens­tag Ver­tre­ter von Thü­rin­ger Tanz­schu­len für ei­ne Öff­nung de­mons­triert – und dür­fen ab Mitt­woch wie­der ih­ren Be­trieb auf­neh­men.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.