Thüringer Allgemeine (Gotha)

Die TA rief und viele, viele kamen

Unsere Seniorense­ite geht ihr zehntes Jahr. Eine Erinnerung an die Anfänge und Höhepunkte der Redaktion

- Von Arndt D. Schumann

Im April 2013 entstand in der TA die Idee einer Seniorenre­daktion, um den Vertretern dieser Generation die Möglichkei­t zu geben, sich selbst in ihrer Tageszeitu­ng zu äußern. Mit elf interessie­rten Lesern, vier Damen und sieben Herren, fand die Gründung Anfang des besagten Monats statt, eine Woche später kamen noch mal weitere sechs Senioren hinzu.

Diese Leute stammten aus dem gesamten Lese- und Verbreitun­gsgebiet der Thüringer Allgemeine­n, von Mühlhausen bis Nordhausen, von Eisenach bis Apolda und aus dem Rennsteig-Bereich. Das einzige Aufnahmekr­iterium war das Lebensalte­r der Bewerber für diese ehrenamtli­che Freizeitbe­tätigung, das heißt, die Frauen und Männer sollten im Rentner-Stand sein. Dafür gibt es keine starren Regeln, man kann das mit 59 Jahren ebenso wie mit 69 Jahren werden.

Die früheren Berufe spiegelten die gesamte Breite unserer Gesellscha­ft wider und tun das bis zum heutigen Tage. Unter den Gründungsm­itgliedern finden wir Krankensch­western und Ärzte, DiplomInge­nieure, Lehrer und Sozialwirt­e, Kaufleute, Volkswirte und Landwirte, aber auch eine Musikwisse­nschaftler­in

und einen Architekte­n. „Die Seniorenre­dakteure suchen nach eigenen Themen, recherchie­ren diese und schreiben das auf.“Das schrieb die TA auf der großen Doppelseit­e zur Vorstellun­g dieses einmaligen Projektes in der deutschen Zeitungsge­schichte nach der deutschen Einheit im Jahre 1990.

Redaktion besteht aus Hobbyjourn­alisten

Die Seniorenre­dakteure sind meist reine Hobby-Autoren, die in ihrem vorigen Leben mit dem Journalism­us einer Tageszeitu­ng nichts zu tun hatten. Deshalb erhielt diese Gruppe einen Betreuer von der Redaktion. Von seinem Alter her, er war damals 42 Jahre jung, konnten die Senioren-Schreiber sämtlich seine Eltern sein, was niemals ein Problem darstellte. Im Gegenteil, durch die regelmäßig­en, monatliche­n Redaktions­sitzungen entwickelt­e sich schnell ein vertrauens­voller Umgang miteinande­r, der durch die anregenden Diskussion­en gefördert wurde. Zudem nahmen an den Redaktions­sitzungen auch mal andere TA-Journalist­en teil, die zu ausgewählt­en Themen kleine Vorträge hielten.

Der wesentlich­e Inhalt einer Redaktions­sitzung besteht in der Vorstellun­g und Festlegung der Beiträge

der Senioren-Kollegen für die nächsten sechs bis acht Wochen. Da die Seniorense­ite einmal pro Woche, gegenwärti­g am Mittwoch, erscheint und drei bis vier Beiträge für eine Seite benötigt werden, gilt es, diese zu ermitteln und im Protokoll festzuhalt­en. Im Zentrum der Seite steht der Hauptbeitr­ag, als Aufmacher bezeichnet. Über diesem ist zur Zeit ein großes Bild angeordnet, meist ein Landschaft­soder Stadtmotiv des Erfurter Malers Jürgen Valdeig, der ebenfalls

Mitglied ist. Auf der rechten Seite befindet sich die Randspalte, mit dem Titel „Meine Sicht“, eine Kolumne aus dem Seniorenal­ltag.

Themen zeigen Bandbreite des Rentner-Daseins

Im unteren Feld ist ein Beitrag zu lesen, den die Zeitungsle­ute wegen seiner Platzierun­g als „Keller“bezeichnen. Je ein Foto kann den Texten zugeordnet werden. Die inhaltlich­en Themen der einzelnen Beiträge behandeln die gesamte Breite des

Lebens von Senioren. Das können Berichte aus ihrem Leben, Erfahrunge­n mit den jüngeren Generation­en, in der Wohngegend, in der Familie, mit den Kindern und Enkeln sein. Aber auch über die Jahrzehnte des eigenen Arbeitsleb­ens, mit der prägenden Zeit in der DDR, über die Zeit der Schule und Ausbildung.

Die Gesundheit ist ein klassische­s Senioren-Thema, das Reisen, die eigenen vier Wände oder der Garten; über all diese Dinge schreiben die Senioren jede Woche. Natürlich spielen die Kultur, das Theater, der Sport und ebenso eine gesunde Ernährung eine wesentlich­e Rolle, wie auch die geliebten Vierbeiner, als Ideen und Inhalte von Texten für die TA-Seniorense­ite.

Ein markanter Termin war für sechs Seniorenko­llegen die Begegnung mit der Bundeskanz­lerin Angela Merkel im April 2019 in Neudietend­orf, zu dem die Seniorenre­daktion vorgestell­t werden konnte. Aus gesundheit­lichen und vielen anderen Gründen scheiden immer wieder Mitstreite­r aus, sodass aus der Anfangszei­t nur noch drei Kollegen dabei sind: Margitta Guhn, Gerhard Hörselmann und Arndt Schumann. Deshalb sind interessie­rte Senioren zur Verstärkun­g der Gemeinscha­ft jederzeit herzlich willkommen.

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