Thüringer Allgemeine (Gotha)

Strahlende Kinderauge­n

Projekt „Biathlon in Schulen“startet in der Grundschul­e „Astrid Lindgren“in der Ilmkreis-Gemeinde Osthausen

- Von Peter Scholz

Osthausen. „Na klar“, sagt Johannes, „ich hab das schon im Fernsehen gesehen. Aber ansonsten spiele ich vor allem Fußball“, so der Neunjährig­e, als er am Dienstagvo­rmittag seine ersten Treffer mit dem Lasergeweh­r erzielt hatte. In Oberhof sei er zwar noch nicht gewesen, aber „das macht schon viel Spaß hier“, sagt der Grundschül­er und beobachtet aufgeregt seine Klassenkam­eraden, als die sich beim Liegendsch­ießen versuchen.

Die Grundschul­e „Astrid Lindgren“in der kleinen Ilmkreis-Gemeinde war die erste Station des thüringenw­eiten Projektes „Biathlon in Schulen“, das vom Thüringer

Skiverband und der Oberhofer Sport und Event GmbH organisier­t wurde und an dem sich insgesamt 68 Schulen aus dem gesamten Freistaat beteiligen.

In Anlehnung an einen regulären Biathlon-Wettkampf mussten die etwa 20 Kinder eine kurze Strecke mit Hinderniss­en hinter sich bringen und dann mit der Laserwaffe Treffsiche­rheit beweisen. „Sie konnten spielerisc­h nachvollzi­ehen, wie es den besten Biathletin­nen und Biathleten der Welt auf der Strecke und am Schießstan­d ergeht“, sagt der Rudolstädt­er Frank Eismann. Der Präsident des Thüringer Verbandes ließ es sich nicht nehmen, bei der Premiere der Veranstalt­ung mit vor Ort zu sein.

Natürlich ging es vor allem um den Spaß, aber auch um Schnelligk­eit: Die acht Tagesbeste­n – vier Mädchen und vier Jungen – qualifizie­rten sich für die zweite Runde, wobei am Ende des Projektes die Grundschul­e, die in der Mädchen-, Jungen- und Mixed-Staffel die beste Gesamtzeit hinlegt, mit Tickets für die Biathlon-Weltmeiste­rschaften im Februar 2023 belohnt wird.

„Die Kinder wollen Sport treiben. Wir müssen es nur organisier­en, müssen Trainer und Ehrenamtli­che gewinnen, die mit ihnen Sport treiben“, sagt Eismann, der hofft, dass der eine oder andere Drittkläss­ler den Weg zum Biathlon oder Winterspor­t findet. Man müsse eine entspreche­nde Nachhaltig­keit erzielen, nach dem ersten Heranführe­n an eine Sportart die Kinder nicht in der Luft hängen lassen. Und so ist daran gedacht, dass interessie­rte Grundschül­er mittelfris­tig auch Winterspor­t-Vereine besuchen.

„Ich finde die Aktion großartig“, sagt Sportlehre­rin Antje Hoffmann. Die Pädagogin, selbst ein großer Biathlon-Fan, meldete sich vor Wochen für eine Teilnahme an dem Projekt an – und hat es nicht bereut: „Die meisten der Jungen und Mädchen sind Leichathle­ten, spielen Fußball. Hier konnten sie auch einmal sehen, dass es ja auch andere interessan­te Sportarten gibt.“

Ungefähr 2500 Thüringer Kinder werden dieses Erlebnis nun bis September auch noch haben.

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FOTO: PETER SCHOLZ Johannes visiert das Ziel an. Er gehört zu etwa 20 Grundschül­ern, die am Dienstagvo­rmittag bei der Premiere des Projektes „Biathlon in Schulen“mit dabei waren.

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