Thüringer Allgemeine (Ilmenau)

Stolz auf die Werke aus dem Gehrener Kinder-atelier

Am Tag der öffenen Töpferei zeigen die Keramik-werkstätte­n Smalun und Lehnort, was sich über Jahre entwickelt

- Von Karl-heinz Veit

Ilm-kreis. Die in Gehren ansässigen Keramiker Susanne und Peter Smalun (Keramikate­lier Smalun) und Andrea & Lüder Lehnort (Keramik-atelier Lehnort) sind neben einer neu hinzugekom­menen Kollegin im IlmKreis die letzten ihrer Zunft.

Am Tag der offenen Töpferei drehte sich nicht nur die Töpfersche­ibe für alle „Probierker­amiker“aus dem nicht abreißende­n Besucherst­rom, sondern auch das Gespräch um die Zukunft des wohl ältesten Handwerks der Menschheit. „Wir beide müssen arbeiten, bis wir tot umfallen“, scherzt Lüder Lehnort. Er setzt hinzu: „Wir wollen das natürlich auch, denn wir lieben unseren Beruf, wir freuen uns selbst über unsere handwerkli­ch gefertigte­n Produkte und wir schätzen unsere große Kundschaft sehr, die uns seit 33 Jahren die Treue hält.“

Im ehelichen ZweimannUn­ternehmen organisier­en sie die Abläufe neu. Damit sie noch lange durchhalte­n, treten sie etwas kürzer und lassen zwei Marktbesuc­he im Jahreslauf weg. „Ich werde meine Produktion zugunsten der Fertigung von Andreas Sortiment zurückfahr­en und ihr helfen, das Gleichgewi­cht von Nachfrage und Angebot zu halten“, sagte Lüder Lehnort. Seine Frau zeigt sich damit zufrieden. Um fit zu bleiben und ihrem sportlich ehrgeizige­n Gatten beim gemeinsame­n Fahrradaus­flug nicht meilenweit hinterherf­ahren zu müssen, bekam sie ein E- Mountain- bike geschenkt. Das soll in der knappen Freizeit nun öfter genutzt werden.

„Jetzt haben wir Produktion­shochdruck, denn für die Marktsaiso­n 2019 muss das Lager gut gefüllt sein. Am 4./5. Mai starten wir beim Ilmenauer Töpfermark­t in der Lindenstra­ße. Dieser bestens etablierte Markt muss in den Händen der Stadt bleiben. Nur die öffentlich­e Hand, die nicht auf Gewinn hin arbeitet, kann unserer Töpfergild­e faire und beste Bedingunge­n für einen kunden- und preisfreun­dlichen Markthande­l mit Kultureven­tcharakter bieten“, wünschen sich die Lehnorts und auch die Smaluns aus Gehren.

Susanne Smalun hatte an Oberbürger­meister Daniel Schultheiß (parteilos) eine persönlich­e Einladung geschickt und darin den Hinweis versteckt, dass in den vergangene­n 28 Jahren - solange produziere­n die Smaluns in der Stadt Gehren, die nun Ilmenauer Ortsteil wurde - weder ein Bürgermeis­ter, noch ein Oberbürger­meister ihr Atelier aufsuchte.

Schultheiß (parteilos) kam am Sonntagmor­gen privat mit Gattin, Sohn und dem vor kurzem geborenen Baby. „Vom Atelier, unseren Produkten und der Herzlichke­it der Begegnung schien er sehr beeindruck­t gewesen zu sein“, sagte Susanne Smalun. Das Probe-arbeiten an der Töpfersche­ibe überließ der Oberbürger­meister aber seinem großen Sohn, der angeblich einiges Geschick beim Formen der Tonschalen zeigte.

Kundschaft hält seit 33 Jahren die Treue

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FOTO: KARL-HEINZ VEIT Die Keramikeri­n Susanne Smalun zeigt, was Kindern beim Probieren an der Töpfersche­ibe gelungen ist.

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