Thüringische Landeszeitung (Erfurt)

Leipziger Lehrstunde

Die Nagelsmann-Elf legt einen perfekten Saisonstar­t hin und lässt Aufsteiger Union Berlin beim 4:0 keine Chance

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Berlin. RB Leipzig hat Union Berlin mit einer bärenstark­en Vorstellun­g das ersehnte Debüt in der Fußball-Bundesliga gründlich verdorben. Die spielfreud­ige Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann erteilte dem 56. Neuling des FußballObe­rhauses beim 4:0 (3:0) eine wahre Lehrstunde und nahm in der Tabelle gleich Rang zwei ein. 87 Tage nach dem historisch­en Aufstieg hatte Union große Probleme mit dem Leipziger Tempo-Fußball und brachte sich durch Abspielfeh­ler immer wieder in Gefahr. Unions Trainer Urs Fischer muss bis zum nächsten Spiel am Samstag beim FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky) nun richtig reagieren, um sich mit seiner Mannschaft nicht gleich im Tabellenke­ller festzusetz­en. Die Union-Fans machten mit dem angekündig­ten Stimmungsb­oykott ernst und verzichtet­en in den ersten 15 Minuten auf die übliche Unterstütz­ung. Damit wollte der Kultclub gegen das Kommerz-Projekt von RB Leipzig demonstrie­ren. Doch kaum hatten die Fans mit den Gesängen begonnen, klingelte es im eigenen Tor. Nationalsp­ieler Halstenber­g schlenzte den Ball von der linken Seite zum 1:0 ins lange Eck. Union, das defensiv begann und Leipzig bis zur Mittellini­e kombiniere­n ließ, wehrte sich zwar mit schnellem Umschaltsp­iel, konnte sich aber keine echten Chancen erarbeiten. Stattdesse­n zappelte der Ball erneut im Netz der Berliner. Zunächst wurde der Treffer von Klosterman­n aberkannt, acht Minuten später ließ Sabitzer aber per Distanzsch­uss das 2:0 folgen.

Kurz vor der Pause sorgte Werner mit seinem Treffer für die Vorentsche­idung. Der Nationalsp­ieler hatte sich erneut nicht zu seiner Zukunft geäußert, obwohl der Verein ihm bis zum Anpfiff in Berlin offenbar eine Frist gesetzt hatte. RB Leipzig hatte mehrfach erklärt, dass man mit Werner nicht ins letzte Vertragsja­hr gehen wolle, um noch eine Ablösesumm­e zu kassieren. Der 23-Jährige wird weiter als Neuzugang von Bayern München gehandelt, könnte im nächsten Sommer ablösefrei wechseln. Nagelsmann wirkte bei seiner Premiere als RB-Trainer sehr engagiert, stand lange Zeit in der Coachingzo­ne und gab immer wieder lautstarke Anweisunge­n. Seine Spieler hörten ihm offenbar zu, kurz nach der Pause hätte Werner (49.) auf 4:0 erhöhen müssen, doch Berlins Keeper Rafal Gikiewicz klärte im letzten Moment.

Fischer brachte zur zweiten Halbzeit mit Neuzugang Anthony Ujah für Mittelfeld­spieler Christian Gentner einen weiteren Stürmer. Seine Mannschaft zeigte auch Moral und drängte auch nach dem 0:4 von Nkunku (69.) noch auf den ersten Bundesliga-Treffer der Clubgeschi­chte. In der 56. Minute forderten die Union-Fans lautstark Strafstoß, als Sebastian Andersson vom starken Leipziger Ibrahima Konate auf dem Weg zum Tor gebremst wurde. (sid)

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FOTO: MARTIN ROSE/GETTY Christian Gentner (rechts) und Union mussten sich RB Leipzig klar geschlagen geben.

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