CDU greift Jus­tiz­mi­nis­ter an

Jus­tiz­mi­nis­ter be­zich­tigt CDU-Op­po­si­ti­on der „Lü­ge“. Die wirft Lau­in­ger Ver­tu­schung vor

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - ERSTE SEITE - VON FA­BI­AN KLAUS

Er­furt. We­gen Ran­da­len, Aus­brü­chen und Sui­zid-Fäl­len in Thü­rin­ger Ge­fäng­nis­sen hat die CDU-Frak­ti­on den Jus­tiz­mi­nis­ter Die­ter Lau­in­ger (Grü­ne) scharf an­ge­grif­fen. Die Lan­des­re­gie­rung ha­be ih­re Ge­fäng­nis­se nicht mehr im Griff. Der Jus­tiz­voll­zug sei ein Si­cher­heits­ri­si­ko, so der CDU-In­nen­po­li­ti­ker Ray­mond Walk. Lau­in­ger wehr­te sich ge­gen den Vor­wurf, das Par­la­ment nicht aus­rei­chend in­for­miert zu ha­ben. (dpa)

Un­ter­maß­feld/Er­furt. Für sei­ne Ver­hält­nis­se fährt der Jus­tiz­mi­nis­ter aus der Haut. Die­ter Lau­in­ger (Grü­ne), der in der Ver­gan­gen­heit häu­fig Kri­tik ein­ste­cken muss­te und sich so­gar ei­nen ihm ge­wid­me­ten Un­ter­su­chungs­aus­schuss ein­ge­han­delt hat, ent­geg­net dem CDU-In­nen­po­li­ti­ker Ray­mond Walk recht deut­lich: „Das sind Lü­gen.“

Die letz­te plan­mä­ßi­ge Land­tags­sit­zung hat ge­ra­de be­gon­nen, die Christ­de­mo­kra­ten ha­ben ei­ne „Ak­tu­el­le St­un­de“be­an­tragt zu den Vor­fäl­len in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Un­ter­maß­feld, die vor we­ni­gen Wo­chen öf­fent­lich ge­wor­den sind.

Nach­dem sich im Ju­li ein 49jäh­ri­ger Häft­ling selbst ge­tö­tet hat­te und es im Au­gust zu zwei ge­walt­sa­men Aus­ein­an­der­set­zun­gen ge­kom­men war, steht für die CDU fest, dass Lau­in­ger all die­se Vor­fäl­le ver­tu­schen woll­te. Ray­mond Walk sagt: „Die Lan­des­re­gie­rung hat ih­re Ge­fäng­nis­se und Ab­läu­fe dort nicht mehr im Griff.“Er er­in­nert auch an den film­rei­fen Aus­bruch ei­nes Man­nes aus der Un­ter­su­chungs­haft in Suhl, Sil­ves­ter­ran­da­le im Ge­fäng­nis und ei­nen wei­te­ren Aus­bruchs­ver­such. All das wer­de vom Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um „ba­ga­tel­li­siert und ver­harm­lost“.

Eben­so die ak­tu­el­len Vor­fäl­le. All die­se Pan­nen wür­den in die Zu­stän­dig­keit Lau­in­gers fal­len und nicht in die sei­ner Vor­gän­ger. Dass nun aus Sicht von Walk im Jus­tiz­aus­schuss nicht hin­rei­chend oder gar nicht be­rich­tet wor­den sein soll, ist in der De­bat­te der Streit­punkt – denn Lau­in­ger, und auch die Ab­ge­ord­ne­ten Mül­ler (Lin­ke) und Ro­the-Bein­lich (Grü­ne) – be­haup­ten ge­nau das Ge­gen­teil. Viel­mehr, das sa­gen die bei­den Par­la­men­ta­rie­rin­nen uni­so­no, sei es doch der CDU-Po­li­ti­ker Walk, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren an kei­nem Jus­tiz­aus­schuss teil­ge­nom­men ha­be. Die „Ak­tu­el­le St­un­de“be­zeich­net An­ja Mül­ler dann noch als ei­nen Wahl­kampf­auf­takt, den sich die CDU hät­te spa­ren kön­nen.

Ray­mond Walk hat­te zum Be­ginn der De­bat­te den An­trag da­mit be­grün­det, dass der Jus­tiz­voll­zug in Thü­rin­gen ein Si­cher­heits­ri­si­ko sei.

Als Be­grün­dung für sei­ne The­se nann­te er die sechs Sui­zi­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so­wie die be­kann­ten Aus­brü­chen und meh­re­re Fäl­le von Dro­gen­miss­brauch durch In­haf­tier­te.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.