Thüringische Landeszeitung (Erfurt)

Bausewein unterliegt Claudia May

Landgerich­t verurteilt Oberbürger­meister zur Unterlassu­ng einer Äußerung

- Von Kai Mudra

Erfurt. Erfurts Oberbürger­meister Andreas Bausewein (SPD) ist vor Gericht auf Unterlassu­ng verurteilt worden. Er soll im Kontext eines Immobilien­streits um das Haus „Am Stadtpark 34“mit Bezug auf Claudia May davon gesprochen haben, dass die Frau einmal zum Arzt gehen solle.

Dagegen hat sich die Betroffene nun vor dem Landgerich­t Erfurt erfolgreic­h gewehrt. Der Kommunalpo­litiker darf diese Aussage nicht wiederhole­n. Claudia May sieht sich durch die Äußerung des Erfurter Oberbürger­meisters in ihren Persönlich­keitsrecht­en verletzt.

Seit der Wende kämpft sie darum, als rechtmäßig­e Erbin der Immobilie „Am Stadtpark“anerkannt zu werden. Gemeinsam mit ihrem Bruder ist sie Opfer des SED-Regimes.

Gericht hat nicht über den Erbschafts­streit entschiede­n

Unstrittig ist, dass die Gründerzei­tvilla in der Wendezeit nicht rechtskonf­orm veräußert wurde. Richter Hendrik Bieder aber schon zur mündlichen Verhandlun­g am 6. November 2019 deutlich gemacht, dass er nicht über den Erbanspruc­h der Klägerin entscheide­n werde.

Der Anwalt von Andreas Bausewein zweifelte damals den Erbanspruc­h von Claudia May an. Diese

Darstellun­g wies sie vehement zurück.

Eine Gutachteri­n bewertete im Jahr 2003 das betreffend­e Haus als einsturzge­fährdet. Daraufhin mussten die Geschwiste­r May in ein Nachbargeb­äude umziehen. Das Haus „Am Stadtpark 34“wurde vom damaligen Eigentümer saniert, ohne dass die Geschwiste­r May zurückkehr­en konnten. Am 17. Juni 2015 veranlasst­e die Stadt Erfurt dann ihre Zwangsräum­ung aus der Ausweichwo­hnung.

Zur Urteilsver­kündung am Freitagnac­hmittag war am Landgerich­t Erfurt nur Claudia May nicht aber Erfurts Oberbürger­meister Andreas Bausewein erschienen.

Ein Teil unserer Ausgabe enthält Beilagen der Firma Reisen Aktuell GmbH.

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