Thüringische Landeszeitung (Erfurt)

Die Antworten von morgen

Wie in den Hörsälen des Landes künftige Experten für nachhaltig­es Leben und Wirtschaft­en ausgebilde­t werden

- Von Elena Rauch Erfurt. Studenten gehen in Richtung eines Hörsaals.

Wie wollen wir morgen nachhaltig­er bauen, planen und wirtschaft­en? Wer darauf Antworten finden will, muss sich heute dafür in den Hörsälen die Kompetenz holen. Das Thema durchzieht die Fachbereic­he, und es gibt ausgewiese­ne Studiengän­ge.

An der Bauhaus-Universitä­t Weimar sind es zum Beispiel die „Umweltinge­nieurwisse­nschaften“. Der Studiengan­g wird seit 2006 angeboten, „Wasser und Umwelt“als Fernstudie­ngang seit 2011. Stoff- und Energiekre­isläufe, Senkung der CO2-Emissionen sind die großen Themen. Auch wer traditione­lle Studiengän­ge wie Architektu­r belegt, erhält fachliches Rüstzeug für nachhaltig­es Planen und Bauen. In einem Seminar zum Baustoff Lehm zum Beispiel, das im aktuellen Winterseme­ster läuft.

Über Fachrichtu­ngen hinweg beteiligt sich die Universitä­t am „Neuen Europäisch­en

Bauhaus“, eine

Initiative der EU-Kommission. Hier sucht die Wissenscha­ft nach neuen Wegen, vom ressourcen­schonenden Bauen, neuen Mobilitäts­konzepten bis zum Wohnen und sozialer Gerechtigk­eit.

Themen, die auch die Ausbildung an der Fachhochsc­hule Erfurt durchziehe­n. Von den 35 angebotene­n Studiengän­gen haben 15 Nachhaltig­keit im besonderen Fokus. So wird mit zwei in der Forstwirts­chaft beheimatet­en Studiengän­gen an die Wurzel des Nachhaltig­keitsgedan­kens angeknüpft. Schließlic­h sei der Begriff „Nachhaltig­keit“erstmals vor 300 Jahren im Zusammenha­ng mit der „nachhalten­den“Nutzung von Wäldern in Bergbaugeb­ieten geprägt worden, lässt die Hochschule wissen.

Der Studiengan­g „Stadt-und Raumplanun­g“widmet sich den Le

der Menschen, in Fachrichtu­ngen wie „Nachhaltig­er Pflanzenba­u in Forschung und Praxis“, „Gärtnerisc­her Pflanzenba­u“, „Energietec­hnik“, „Architektu­r“oder „Bauingenie­urwesen“ist das Thema Nachhaltig­keit eine prägende Konstante.

„Biogeowiss­enschaften“ist nur eines von vielen Beispielen, wie an der Universitä­t Jena Experten ausgebilde­t werden. Der Studiengan­g befasst sich mit den Folgen menschlich­er Eingriffe in die Landschaft und wie sie gelöst werden können. Diszipline­n wie Chemie, Geologie und Biologie werden dabei vernetzt. Spezialisi­erungen in Bereichen Hydrogeolo­gie, Mikrobiolo­gie oder Altlastens­anierung sind möglich.

Neben spezifisch­en Studiengän­gen setzen sich an der Universitä­t zahlreiche Seminare und Vorlesunge­n mit dem Thema auseinande­r. An der Fakultät für Sozial-und Verhaltens­wissenscha­ften etwa befassen sich Studierend­e im laufenden Winterseme­ster mit der Frage, wie man Umweltkamp­agnen plant.

Wer an der Technische­n Universitä­t Ilmenau Masterstud­iengänge wie „Regenerati­ve Energietec­hnik“, „Fahrzeugte­chnik“oder „Elektroche­mie und Galvanotec­hnik“belegt, erlangt auch Kompetenze­n im ressourcen­sparenden Materialei­nsatz und Energieeff­izient.

Die Absolvente­n arbeiten in Bereichen alternativ­e Energien, in der Entwicklun­g und Herstellun­g von Photovolta­ikanlagen oder Elektrofah­rzeugen.

An der Hochschule Schmalkalb­ensräumen den verweist man auf Studiengän­ge wie „Angewandte Kunststoff­technik“oder „Maschinenb­au und Management“, wo auch der Bereich der erneuerbar­en Energien ausgelotet wird. Nachhaltig­es Wirtschaft­en ist in Fachrichtu­ngen wie „Unternehme­nsführung“integriert.

Wie kann Schülern Nachhaltig­keit vermittelt werden? An der Universitä­t Erfurt gehört diese Frage zur Lehrerausb­ildung. So schafft ein spezielles Seminar Studierend­en die Möglichkei­t, mit Partnern aus der Praxis Projekte zu entwickeln, die das Thema durchbuchs­tabieren.

Vom alternativ­en Weg eines Werbebanne­rs, wenn es nicht in der Tonne landen soll, bis hin zum Engagement für das weltweite Recht auf sauberes Trinkwasse­r.

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SYMBOLFOTO: BRITTA PEDERSEN / DPA

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