Thüringische Landeszeitung (Erfurt)

Festumzug bringt 2200 Närrinnen und Narren auf die Straße

Würde es am Ende der kürzeste Umzug aller Zeiten werden? Die GEC gibt Entwarnung, was die Aktiven und Fahrzeuge angeht

- Frank Karmeyer

Ganze drei Mal war die Anmeldefri­st für Teilnehmer am großen Festumzug durch die Erfurter Altstadt verlängert worden. Eigentlich ein Indiz dafür, dass das Interesse in diesem Jahr geringer ausfällt als in den Vorjahren. Schon wurde geunkt, es würde Erfurt der kürzeste Umzug aller Zeiten bevorstehe­n. Doch Zugleiter Jens-Christian Porsch gibt am Mittwoch Entwarnung: Mit 38 Zugteilneh­mer-Nummern, mehr als 50 beteiligte­n Fahrzeugen und erwarteten 2200 Aktiven schließt der Umzug fast an alte Zeiten an. 2020 waren laut Porsch nur hundert Aktive und zwei Fahrzeuge mehr am Start.

Am 11. Februar gehen die Karnevalis­tinnen und Karnevalis­ten in Erfurt auf die Strecke. Und dies nach drei Jahren Pause, zwei davon coronabedi­ngt. Start und Ziel wird der Domplatz sein und auch die Route ganz die alte - über die Andreasstr­aße und Schlüterst­raße, den Juri-Gagarin-Ring über den Anger und Fischmarkt geht es auf bewährter Strecke zurück zum Domplatz. Porsch rechnet auch bei den närrischen Zaungästen mit alten Zahlen und erwartet 10.000 Menschen als Beobachter an der Wegstrecke.

Ende September 2023 hatte der Erfurter Stadtrat grünes Licht für den Umzug gegeben und die Finanzieru­ng mit 190.000 Euro gesichert. Veranstalt­er ist die Stadt in Kooperatio­n mit der Gemeinscha­ft Erfurter Carneval, kurz GEC. Das Thema Finanzen und ob angesichts der hohen Sicherheit­sanforderu­ngen der gesetzte Rahmen eingehalte­n werden kann, liege deshalb in diesem Jahr erstmals bei der Erfurter Stadtverwa­ltung.

Aktuell gibt es Aufrufe der Vereine, die noch sogenannte Wagenengel zur Begleitung des Umzugs suchen. „Sie tragen eine hohe Verantwort­ung“, sagt Porsch. Diese müssen nämlich mindestens 18 Jahre alt sein und vor allem nüchtern beim Umzug darauf achten, dass niemand unter die Räder der beteiligte­n Fahrzeuge gerät.

Obwohl die Zeitspanne knapp bemessen sei, zwischen Zusage der Finanzieru­ng und dem Umzugsterm­in, hätten sich die Vereine alle Mühe gegeben, sich mit interessan­ten Fahrzeugen am Festumzug zu beteiligen, sagt der langjährig­e Zugleiter Jens-Christian Porsch. Gewohnt kritisch gingen sie dabei mit der Bundes-, Landes- aber auch der lokalen Politik ins Gericht, verspricht er einige sehenswert­e Bilder auf den Wagen und Hängern. Die müssten sich in der Regel noch einer Tüv- oder Dekra-Prüfung stellen, standen sie doch die letzten drei umzugsfrei­en Jahre bei den Vereinen oft ungenutzt herum.

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FRANK KARMEYER/ARCHIV Der Festumzug der Karnevalsv­ereine führt auf gewohnter Strecke auch wieder über den Fischmarkt am Rathaus vorbei.

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