Thüringische Landeszeitung (Erfurt)

Evag-Mitarbeite­r bereit zu weiteren Warnstreik­s

Am Freitag verzichtet Erfurt ganz auf den öffentlich­en Nahverkehr

- Holger Wetzel

Über 150 Evag-Angestellt­e haben sich am Freitag nach Angaben der Gewerkscha­ft Verdi in Erfurt an einem Warnstreik beteiligt. Sie blockierte­n die Ein- und Ausfahrten der Betriebshö­fe am Urbicher Kreuz und an der Nordhäuser Straße und sorgten so dafür, dass der Linienbetr­ieb der Erfurter Verkehrsbe­triebe komplett zum Erliegen kam. Verdi hatte den Warnstreik am Mittwoch angekündig­t. Betroffen waren auch der Schülerver­kehr und die Schichtbus­se etwa zu Zalando ins Güterverke­hrszentrum. In der Innenstadt waren die sonst umdrängten Haltestell­en wie am Anger leer. Im Bahnhofstu­nnel, in dem normalerwe­ise Busse und Straßenbah­nen im Minutentak­t halten, hatten am Freitag Fahrradfah­rer freie Fahrt.

Die für Erfurt zuständige VerdiSekre­tärin Katja Fiebiger sprach von einer „kämpferisc­hen Stimmung“unter den Streikende­n. Die Erfurter Mitarbeite­r seien an beiden Betriebshö­fen zwischenze­itlich von ÖPNV-Kollegen aus Mühlhausen und Sondershau­sen unterstütz­t worden, die mit Bussen anreisten.

„Die Beschäftig­ten haben deutlich gezeigt, dass sie hinter den Forderunge­n stehen und sich in den Verhandlun­gen ordentlich was bewegen muss“, sagte Fiebiger. „Auch eine hohe Bereitscha­ft zu weiteren Warnstreik­s wurde deutlich.“

Der Streik begann Freitag 2 Uhr und sollte bis Samstag 4 Uhr andauern. Fiebiger zeigte sich zuversicht­lich, dass die Posten den Streik die ganze Zeit über absichern würden.

Die Evag registrier­te über den Streik hinaus keine besonderen Vorkommnis­se, sagte auf Nachfrage Sprecher Hannes Sperling. Dank der rechtzeiti­gen Informatio­nen hätten sich die meisten Passagiere offenbar auf den Totalausfa­ll eingestell­t. In den Parkhäuser­n der Stadtwerke-Gruppe sei bis Freitagnac­hmittag kein bedeutend höheres Aufkommen als an anderen Freitagen festgestel­lt worden.

 ?? MARCO SCHMIDT ?? Die Gewerkscha­ft Verdi hat ihre Mitglieder am Freitag zum Streik im ÖPNV aufgerufen. Streikpost­en bezogen Stellung vor dem Evag-Betriebsho­f am Urbicher Kreuz.
MARCO SCHMIDT Die Gewerkscha­ft Verdi hat ihre Mitglieder am Freitag zum Streik im ÖPNV aufgerufen. Streikpost­en bezogen Stellung vor dem Evag-Betriebsho­f am Urbicher Kreuz.

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