Thüringische Landeszeitung (Erfurt)

Erfurts schnellste­r Kindergart­en

Die Kowo brauchte nur 18 Monate für den „Lichtblick“am Moskauer Platz

- Holger Wetzel

In nur 18 Monaten Bauzeit ist am Moskauer Platz ein neuer Kindergart­en entstanden. Die Kita „Lichtblick“an der Helsinkier Straße ersetzt die marode Einrichtun­g „Siebenstei­n“nebenan und bietet Platz für 150 Kinder, darunter 60 Krippen-Kinder.

„Es ist ein Lichtblick für das Quartier“, sagte zur offizielle­n Eröffnung am Freitag (2. Februar) Kowo-Chef Alexander Hilge. „Der Moskauer Platz und überhaupt der Erfurter Norden ist ein Stadtteil mit Zukunft.“

Erster Kowo-Neubau seit 25 Jahren

Für die Kowo als Bauherr ist der Kindergart­en das erste Neubauvorh­aben seit einem inzwischen verkauften Projekt in der Michaeliss­traße, das vor rund 25 Jahren entstand. Ein Kindergart­en als „Investitio­n in die Zukunft“sei dafür passend, meinte Hilge. Investiert worden seien rund 7 Millionen Euro.

Den Bau besorgte die Züblin AG, die erst im Mai 2022 den Zuschlag als Generalunt­ernehmer erhielt. An die Awo AJS als Betreiber wurde die Einrichtun­g bereits im Dezember übergeben.

Der Kindergart­en hat zwei Etagen mit je 1000 Quadratmet­ern, die

auch barrierefr­ei durch einen Fahrstuhl verbunden sind. Züblin wendete ein Holzhybrid-Verfahren mit seriell vorgeferti­gten Holzwänden an. Eine Photovolta­ik-Anlage auf dem Dach und eine Wärmepumpe stehen ebenfalls für ökologisch vorbildlic­hes Bauen.

„Für uns ist es eine hundertpro­zentige Verbesseru­ng“, sagte die Kita-Leiterin Anja Manes bei einem Rundgang. Der Kindergart­en hat zum Beispiel einen Sportraum, ein Kneipp-Becken und allein für die älteren Kinder im Obergescho­ss acht Funktionsr­äume, in denen etwa gebaut, gebastelt oder Theater gespielt werden kann.

„Kein Raum ist gleich“, sagte Anja Manes. Die Kita arbeitet nach dem Freinet-Prinzip, das den Kindern eine große Auswahl bei den Beschäftig­ungen lässt.

Ein weiterer Höhepunkt für die Kinder ist die Rutsche, die vom Obergescho­ss in den Außenberei­ch führt. Der Außenberei­ch selbst soll in den nächsten Monaten fertiggest­ellt und ausgestatt­et werden. Mit 2500 Quadratmet­ern ist er äußerst großzügig bemessen.

Für die Übergangsz­eit können die Kinder weiterhin die Außenfläch­e ihres alten Kindergart­ens nutzen. Das marode Gebäude könnte noch eine Weile als Ausweichob­jekt für

Kita-Sanierunge­n genutzt werden. Mittelfris­tig ist aber der Abriss geplant. Der Ortsteilra­t vom Moskauer Platz wünsche sich für den Standort ein Projekt für betreutes Wohnen, sagte Ortsteilbü­rgermeiste­r Torsten Haß.

Der Name „Lichtblick“sei im Prozess mit Kindern und Eltern entstanden, berichtete die Awo-AJSChefin Katja Glybowskaj­a. Er beziehe sich auf die Kinder, auf das Gebäude und auf die Gegenwart, die Lichtblick­e nötig habe. Laut der Leiterin Anja Manes wird sogar die Solaranlag­e vom Namen berücksich­tigt.

Freudentag für den Ortsteilbü­rgermeiste­r

Oberbürger­meister Andreas Bausewein (SPD) fand die Zeitschien­e „fasziniere­nd“. Er sei dankbar, dass die Kowo nun auch wieder in den Wohnungsba­u einsteige, sagte er.

Ortsteilbü­rgermeiste­r Torsten Haß erinnerte an den jahrelange­n Kampf des Ortsteilra­tes, der für den Neubau nötig war. Nach der Eröffnung des Einkaufsze­ntrums mit Renau-Wandbild und des Mehrgenera­tionenhaus­es sei es der dritte große Freudentag in seiner 15-jährigen Amtszeit.

„Lasst uns viele Kinder kriegen“, meinte Haß. „Damit viele Kinder hier in die Kita kommen.“

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HOLGER WETZEL (2) Kowo-Chef Alexander Hilge übergibt den Kita-Schlüssel an die Kinder. Die Rutsche aus dem Obergescho­ss ist ein Höhepunkt des neuen Kindergart­ens.
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Das Kindergart­en-Gebäude an der Helsinkier Straße wurde von der Züblin AG in serieller Holzhybrid-Bauweise errichtet.

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