Thüringische Landeszeitung (Erfurt)

1,54 Meter bis zum Familienre­kord

Matthes Liek wandelt auf den Spuren seines Vaters Frank und hat am Samstag in Erfurt viel vor

- Theo Schwabe

Dass Matthes Liek in Sachen Leichtathl­etik vorbelaste­t ist, wissen wohl nur noch Insider. Sein Vater Frank war einer der besten Weitspring­er in der DDR, erkämpfte 1985 bei den 36. DDR-Meistersch­aften in Senftenber­g mit 7,99 Metern die Goldmedail­le.

So ist es nicht verwunderl­ich, wenn der Papa die Sprünge seines Sohnes genau unter die Lupe nimmt, wie jüngst bei den Thüringer Hallenmeis­terschafte­n der U16 in der Hardwig-Gauder-Halle, als sein Sohnemann gleich viermal Gold abräumte, unter anderem im Weitsprung. Der junge Marbacher vom Erfurter LAC, der von Axel Siegfried trainiert wird, ist sehr vielseitig aufgestell­t. Das stellte der Sportschül­er des Coubertin-Gymnasiums nicht nur bei den Landesmeis­terschafte­n im Fünfkampf mit starken 2853 Punkten unter Beweis.

Seit dem achten Lebensjahr begeistert sich Matthes für die olympische Sportart Nummer eins. Dass es Papa Frank war, der seinen Sohn an die Leichtathl­etik heranführt­e, lässt sich nicht mehr verheimlic­hen. Spätestens, seit Matthes in jeder Altersklas­se stets zu den Besten gehörte. Und das nicht nur in der Umgebung, sondern auch auf nationaler Ebene. Er verbessert­e alte Landesreko­rde und stellte neue auf, auch schon als Mitglied in seinem damaligen Verein SSV Erfurt Nord. Die

ses Szenario setzte sich von Jahr zu Jahr fort. So verbessert­e er am 5. Januar 2022 beim TLV-Meeting zum Beispiel den 22 Jahre alten Landesreko­rd im 60-Meter-Sprint der M13 von Steven Deja (Sömmerda) von 7,75 auf 7,69 Sekunden. „Meine Lieblingsd­isziplinen sind der

Sprint und natürlich der Weitsprung“, sagt das Talent.

Seine Leistungen können sich sehen lassen und machen Papa und Trainer stolz. Derzeit führt Matthes Liek die deutsche Bestenlist­e im Weitsprung der M15 mit 6,45 Meter an, erzielt am 6. Januar beim TLV

Hallenmeet­ing. Auch über 60 Meter rangiert der Sportschül­er mit 7,21 Sekunden in der DLV-Bestenlist­e auf Platz eins. „Wenn ich gesund und verletzung­sfrei bleibe, möchte ich bei den kommenden deutschen U16-Meistersch­aften in Koblenz im Weitsprung und über 100 Meter die Titel abräumen. Doch mein ganz großes Ziel ist es, in den Nationalka­der NK 2 berufen zu werden“, so das ehrgeizige Talent.

Doch zunächst stehen am Samstag, wieder in der Erfurter GauderHall­e, die mitteldeut­schen Hallenmeis­terschafte­n der U16-U20 an. Dort hat er über 60 Meter, 60 Meter Hürden und im Weitsprung gemeldet und will nach zwei mitteldeut­schen U16-Titeln im Freien im Weitsprung und über 100 Meter auch unterm Hallendach aufs Podest.

Als Vorbild sieht Matthes Liek neben seinem Papa auch die einstigen Weltklasse-Sprinter Usain Bolt und Carl Lewis. Jüngst hat er die Biografie von Weitspring­erin Malaika Mihambo gelesen. Natürlich bleibt nicht viel Zeit für andere Hobbys, „aber für interessan­te Lesestoffe nehme ich mir einfach die Zeit, um noch stärker in die sportliche Materie einzudring­en“.

Doch alle Bestleistu­ngen und Rekorde nützen nichts, so seine Prämisse. Wichtig ist, zum entscheide­nden Moment die absolut besten Leistungen abzurufen. Diese Einstellun­g hat bisher bei Matthes Liek bestens funktionie­rt.

 ?? THEO SCHWABE ?? Schnell und vielseitig: Matthes Liek vom Erfurter LAC bestimmt die deutschen Bestenlist­en bei den 15-Jährigen mit.
THEO SCHWABE Schnell und vielseitig: Matthes Liek vom Erfurter LAC bestimmt die deutschen Bestenlist­en bei den 15-Jährigen mit.

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