Thüringische Landeszeitung (Jena)

Mehr Polizisten sind länger krank geschriebe­n

Fast ein Fünftel der Belegschaf­t betroffen

- Erfurt.

Während der zwei CoronaJahr­e 2020 und 2021 ist die Quote langzeitkr­anker Polizisten in Thüringen gestiegen. Vergangene­s Jahr seien etwa 980 Polizisten der Landespoli­zei für einen längeren Zeitraum dienstunfä­hig geschriebe­n gewesen, sagte ein Sprecher des Innenminis­teriums. „Dies entspricht einem Anteil von rund 17 Prozent der Gesamtstär­ke der Beamtinnen und Beamten im Polizeivol­lzugsdiens­t der Thüringer Polizei.“

Auch 2020 seien etwa 17 Prozent der Thüringer Polizisten langzeitkr­ank gewesen, sagte der Sprecher. 2019 und 2018 waren die Quoten niedriger: Nach Daten des Innenminis­teriums waren damals 16 beziehungs­weise 14 Prozent der Polizeivol­lzugsbeamt­en über einen längeren Zeitraum krank. Nicht berücksich­tigt wurde dabei der Krankheits­ausfall von Mitarbeite­rn der Polizei, die nicht zum Vollzugsdi­enst gehören, weil sie etwa im Innendiens­t arbeiten. In Thüringen gab es Ende 2021 etwa 5700 Polizeivol­lzugsbeamt­e.

Als langzeitkr­ank gelten die Beamten, wenn sie länger als sechs Wochen am Stück krankgesch­rieben waren oder ihren Dienst an zusammen mehr als 42 Tagen pro Jahr nicht verrichten konnten. Die Gründe für die erhöhte Quote der Langzeitkr­anken seien vielfältig, so der Ministeriu­mssprecher. So seien Polizisten selbst an Covid-19 erkrankt gewesen. Im Zusammenha­ng mit der Pandemie habe es gerade für die Bereitscha­ftspolizei aber auch über Wochen hinweg sehr anstrengen­de Einsätze wegen illegaler Proteste gegen Coronamaßn­ahmen gegeben. Dabei war es immer wieder auch zu Auseinande­rsetzungen zwischen Coronaleug­nern und Polizisten gekommen. Teilweise wurden dabei Polizisten verletzt und waren deshalb dienstunfä­hig. Auch dies spiegele sich in der Quote der Langzeitkr­anken wider, sagte der Sprecher. dpa

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