Thüringische Landeszeitung (Jena)

Zum Glück nur leichte Verletzung­en

Drei Kinder nach Hüpfburg-Unfall im Weimarer Land alle wieder zu Hause. Tonndorfer Sportverei­n will Vorfall auswerten

- Michael Grübner Tonndorf.

Aufatmen nach dem Hüpfburg-Unfall am vergangene­n Samstag in Tonndorf (Weimarer Land): Den drei verletzten Kindern „geht es zum Glück wieder gut“, sagte am Montag der Vorsitzend­e des ortsansäss­igen Sportverei­ns, Fred Menge. Eine starke Windböe hatte am späten Nachmittag auf dem Gelände des Schlossber­gstadions eine Hüpfburg aus der Verankerun­g gerissen, die sich daraufhin überschlug. Die fünf darauf spielenden Kinder stürzten zu Boden, drei davon wurden verletzt.

Zwei Mädchen klagten über Kopfweh, ein Junge wurde mit schmerzend­em Knie und einer Schramme am Kinn vom Rettungsdi­enst und Notarzt vorsichtsh­alber ins Krankenhau­s mitgenomme­n. „Ich habe mit der Familie telefonier­t, auch er ist inzwischen wieder zu Hause“, so Menge.

Der heftige Windstoß sei „wie aus dem Nichts“plötzlich da gewesen, so der Vereinsche­f. „Wie einen Tornado“hätten Augenzeuge­n das Ereignis übereinsti­mmend beschriebe­n, eine Sache von wenigen Sekunden, „aber mit unvorstell­barer Gewalt“.

Das Kinder- und Familienfe­st unter dem Titel „Allerlei Spielerei“im Rahmenprog­ramm des Nachwuchs-Fußballtur­niers, das zum nachgeholt­en 50-jährigen Vereinsjub­iläum gehörte, war nach diesem Unglück logischerw­eise sofort beendet. Der Sportverei­n hatte die Hüpfburg bei einem kommerziel­len Anbieter im Weimarer Land für das

Fest gemietet, am vergangene­n Freitag bekommen und erledigte den Aufbau selbst. „Hüpfburgen für solche öffentlich­en Veranstalt­ungen haben von vornherein ein Tüv-Zertifikat, wenn der Verleiher sie beim Hersteller kauft“, erläuterte auf Nachfrage der Apoldaer Klaus Krautwurm („Krautis Spaßmobil“), zu dessen Angeboten ein Sortiment von mehr als 50 Hüpfburgen aller Größen gehört. „Wenn der Mieter den Vertrag unterschre­ibt, erkennt er die Allgemeine­n Geschäftsb­edingungen an und ist dann dafür verantwort­lich, die Hüpfburg ordnungsge­mäß zu befestigen.“

Auf Wiesen seien Erdnägel die sicherste Variante, auf Beton müssten

Sandsäcke diesen Zweck erfüllen, so Krautwurm. Die Hüpfburg in Tonndorf war nach Polizei-Angaben „ordnungsge­mäß aufgebaut“. „Gegen Höhere Gewalt kann man eben letztlich nichts machen“, weiß auch Krautwurm.

„Ich bin heilfroh, dass den Kindern nichts Schlimmere­s passiert ist“, so Fred Menge. Im Vorstand des Tonndorfer Sportverei­ns werde es eine Auswertung des Unglücks geben. Bei den vier Fußballtur­nieren am kommenden Wochenende wird am Schlossber­g keine Hüpfburg aufgebaut. „Und ich kann mir auch nicht vorstellen“, sagte Menge, „dass wir hier je wieder eine aufstellen“.

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MARIUS KOITY / ARCHIV Hüpfburgen (hier ein Symbolbild) gehören bei jedem größeren Kinderfest quasi zur Grundausst­attung.

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