Thüringische Landeszeitung (Jena)

Hightech soll Leben von Helfern retten

Verkehrsmi­nister Wissing plant Warnsystem für Unfallstel­len

- Berlin. Bundesverk­ehrsminist­er Volker Wissing (FDP)

Ob Sanitäter, Feuerwehr, Polizei oder Straßenwär­ter: Wenn Einsatzkrä­fte ausrücken, um Unfallstel­len zu sichern, begeben sie sich oft selbst in Lebensgefa­hr. Um sie besser zu schützen, sollen künftig digitale Warnsystem­e auf den Autobahnen zum Einsatz kommen. Bundesverk­ehrsminist­er Volker Wissing (FDP) stellte am Montag in Berlin zusammen mit Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssi­cherheitsr­ates (DVR), ein neues Projekt vor, wonach bis Ende 2023 insgesamt 1500 Baustellen­sperranhän­ger mit Wlan ausgestatt­et werden sollen.

Die Anhänger – die sowohl bei Baustellen als auch bei Unfällen zum Einsatz kommen – sollen dann Informatio­nen an die Autos senden, in welcher Entfernung sie sich befinden. Der Haken an der Sache: Bisher ist das System nur mit modernen Autos von Volkswagen kompatibel, etwa mit dem Golf 8 oder der ID-Serie. Andere Hersteller hätten aber angekündig­t nachzuzieh­en, hieß es.

Wie viele Einsatzkrä­fte bei ihrer Arbeit ums Leben kommen, wird in der Unfallstat­istik nicht erfasst. Wissing stellte aber klar: „Jeder Unfall ist einer zu viel.“

Beim ADAC begrüßt man die Aktion – und arbeitet parallel an eigenen Lösungen. „Helfer, Rettungskr­äfte, auch die ADAC-Straßenwac­htfahrer sind dem Risiko des nachfolgen­den Verkehrs ausgesetzt“, sagte eine Sprecherin unserer Redaktion. Beim ADAC setzt man darauf, dass die Pannenhilf­sfahrzeuge Warnsignal­e an andere Autos aussenden.

Aber auch künstliche Intelligen­z solle den Einsatz sicherer machen. Im Kofferraum eines Pannenhilf­sfahrzeugs werden derzeit testweise Videokamer­as angebracht. Befindet sich ein heranfahre­ndes Auto auf Kollisions­kurs, wird automatisc­h die Hupe des Pannenfahr­zeugs aktiviert. tki

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MAURIZIO GAMBARINI / FFS

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