Thüringische Landeszeitung (Jena)

Tote nach Schüssen bei US-Parade

Mehrere Menschen sterben während Feier zum Unabhängig­keitstag

- Dirk Hautkapp Washington.

Jack Steward wollte sich am höchsten Nationalfe­iertag der USA morgens ein paar Dollar extra verdienen. Also ging der 27Jährige in Highland Park, 40 Kilometer nördlich von Chicago, in einem Sportgesch­äft an die Arbeit. Es galt, Regale aufzufülle­n. „Plötzlich hörte ich draußen über 20 Schüsse“, berichtete Steward der „Chicago Tribune“. Zwei Stunden lang verbarrika­dierte er sich in seinem Laden und hörte die schlimmen Nachrichte­n übers Handy: Ein noch unbekannte­r weißer Mann hatte die traditione­llen Feierlichk­eiten zum Unabhängig­keitstag für eine abscheulic­he Bluttat genutzt.

Offenbar von einem Hausdach aus zielte der laut Polizei auf 18 bis 20 Jahre geschätzte Täter mit einem Gewehr, das später sichergest­ellt wurde, auf Besucher der „Independen­ce Day“-Parade, die mit ihren Motivwagen, Tanz-Gruppen und Musik-Kapellen an den deutschen Karneval erinnert. Am Mittag zog Polizeiche­f Chris O’Neill die traurige Bilanz: Mindestens sechs Tote. Über 30 Menschen wurden mit Schusswund­en und anderen Verletzung­en in Krankenhäu­ser eingeliefe­rt. Motiv für die Tat war bis zum Abend unbekannt. Bürgermeis­terin Nancy Rotering ließ die für den Nachmittag und Abend geplanten Feiern zum 4. Juli absagen. Stattdesse­n wurde die Innenstadt von Highland Park abgeriegel­t. PolizeiTea­ms waren bis zum Abend auf der Suche nach dem Schützen.

In den USA sind die Mordraten seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 deutlich gestiegen. Mitte Mai erschoss ein 18-Jähriger an einer Grundschul­e im texanische­n Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinne­n. Zuvor hatte ein ebenfalls 18-Jähriger vor einem Supermarkt in Buffalo, New York aus Rassen-Hass zehn Menschen erschossen, fast alle waren Afroamerik­aner.

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AFP Sicherheit­skräfte bei den Feiern zum 4. Juli in Highland Park.

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