Teuf­li­scher Kas­ta­ni­en­ha­gel

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - UNSTRUT-HAINICH -

Ja­cke zu, Ja­cke wie­der auf, Ka­pu­ze rauf, Ka­pu­ze wie­der run­ter, Hän­de in die Ta­schen, Hän­de wie­der raus: Das apri­li­ge Wet­ter in un­se­ren Brei­ten macht ei­nen ganz kir­re. Egal wel­che Sor­te Klei­dung man mor­gens wählt: Im Lauf des Ta­ges stellt sich die Ent­schei­dung spä­tes­tens dann als falsch her­aus, wenn man das Freie be­tritt. Bei Son­nen­schein los, trotz Tei­lent­blö­ßung Schwitz­an­fall, we­nig spä­ter Re­gen, kurz­fris­tig auch mal Trau­fe, be­vor der Sturm­wind ei­nen tro­cken bläst. Wir for­schen an selbst­fah­ren­den Au­tos, Brief­trä­ger­droh­nen und Mars­mis­sio­nen, aber wer ent­wi­ckelt mal ei­ne in­tel­li­gen­te Ja­cke, die selbst­tä­tig für kon­stan­te Tem­pe­ra­tur- und Feuch­te­ver­hält­nis­se beim Trä­ger sorgt?

Aber da müs­sen wir jetzt durch. Und im­mer­hin ist we­nigs­tens die Zeit der Kas­ta­nien­at­ten­ta­te vor­bei. Als ich vor ei­ni­gen Ta­gen ein we­nig Ur­laub in hei­mi­schen Ge­fil­den ge­noss, muss­te ich aus be­stimm­ten Grün­den täg­lich ei­nen Weg be­schrei­ten, der kom­plett von ei­ner Kas­ta­nie über­spannt ist. Wenn da die grün-schwar­zen Igel her­ab­reg­ne­ten, hieß es, den Schritt zu be­schleu­ni­gen, den Kopf ein­zu­zie­hen und das Bes­te zu hof­fen. Ge­trof­fen wur­de ich zum Glück nicht, aber mehr­fach knapp war es trotz­dem.

Und nach dem täg­li­chen kur­zen, aber schweiß­trei­ben­den Kurz­sprint un­ter der Kas­ta­nie durch hieß es dann wie­der, die Kör­per­tem­pe­ra­tur per Ja­cken­öff­nungs­mo­di­fi­zie­rung zu re­gu­lie­ren. Der Herbst kann ganz schön an­stren­gend sein.

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