Ge­bo­ren am 9. No­vem­ber 1989

Ja­kob Kauf­mann aus Wei­mar weiß die Frei­heit zu schät­zen. Er prä­sen­tiert Nach­rich­ten beim Ra­dio

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Thüringen - Von Si­byl­le Göbel

.Er ist – qua­si auf den letz­ten Drü­cker – an ei­nem his­to­ri­schen Da­tum ge­bo­ren: Ja­kob Kauf­mann, ge­bür­tig in Er­furt und auf­ge­wach­sen in Wei­mar, er­blick­te am 9. No­vem­ber 1989 we­ni­ge Mi­nu­ten vor Mit­ter­nacht das Licht der Welt. Sei­ne Mut­ter, weiß der 2,07-Me­terHü­ne, hat­te an die­sem Abend na­tür­lich kei­nen Nerv für d i e Nach­richt des Ta­ges. Dass die Mau­er ge­fal­len ist, die Deutsch­land teil­te, er­fuhr sie erst am an­de­ren Mor­gen.

Heu­te ar­bei­tet Ja­kob Kauf­mann als Nach­rich­ten­spre­cher in Ber­lin. Dass er die­sen Be­ruf er­grei­fen konn­te, dass er über­haupt die Frei­heit hat­te, sich da­für zu ent­schei­den, weiß der Thü­rin­ger sehr zu schät­zen: „Ich ha­be na­tür­lich kei­nen Ver­gleich, weiß nicht, wie es vor dem Mauerfall war. Aber ich fin­de es sehr schön, dass ich frei bin, das zu tun, was ich möch­te und was mir Freu­de macht.“

Ja­kob Kauf­mann war sechs, als sei­ne El­tern von Er­furt ins ei­ge­ne Haus nach Et­ters­burg bei Wei­mar zo­gen. Er be­such­te die Pes­ta­loz­ziGrund­schu­le, das So­phi­en- und das Goe­the­gym­na­si­um in Wei­mar und jobb­te nach dem Zi­vil­dienst das ers­te Mal bei der Lan­des­wel­le Thü­rin­gen. Denn dass es „et­was mit Me­di­en“sein soll­te, das stand für Ja­kob Kauf­mann schon re­la­tiv früh fest – oh­ne je­de fa­mi­liä­re Vor­prä­gung. „Ich bin in un­se­rer Fa­mi­lie der Ers­te, der zum Ra­dio woll­te.“

Fol­ge­rich­tig stu­dier­te er an der

TU Il­men­au An­ge­wand­te Me­di­en­wis­sen­schaft und zog gleich nach dem Ba­che­l­or­ab­schluss nach Ber­lin: „Ber­lin ist nun mal die Ra­dio­haupt­stadt und bie­tet sehr vie­le

Mög­lich­kei­ten.“Nach fünf Jah­ren beim Pri­vat­sen­der 98,8 Kiss FM wech­sel­te der Thü­rin­ger vor Kur­zem zu Ra­dio Ener­gy, wo er eben­falls am frü­hen Mor­gen die Nach­rich­ten prä­sen­tiert. Denn mit dem zei­ti­gen Auf­ste­hen – der We­cker klin­gelt ge­wöhn­lich um halb vier – hat­te und hat Ja­kob Kauf­mann kei­ne Pro­ble­me. Und auch nicht da­mit, dann so­fort in die Gän­ge zu kom­men und je­den mit sei­ner gu­ten Lau­ne an­zu­ste­cken. „Ich bin“, sagt er, „ei­gent­lich im­mer fröh­lich.“Au­ßer­dem, schiebt er nach, ha­be der frü­he Fei­er­abend ja auch et­was für sich.

Den Thü­rin­ger Dia­lekt hat sich Ja­kob Kauf­mann - in ei­ner Tv-do­ku kürz­lich als „Last-mi­nu­te-os­si“be­zeich­net – bei­zei­ten ab­trai­niert: „Im Grun­de schon in der Schu­le“, blickt er zu­rück. Denn da sei er Mit­glied ei­ner A-ca­pel­la-grup­pe ge­we­sen, bei der es auf gu­te Ar­ti­ku­la­ti­on an­kam. „Bei der Lan­des­wel­le, bei der ich auch wäh­rend des Stu­di­ums ge­jobbt ha­be, bin ich dann zum ers­ten Mal mit pro­fes­sio­nel­lem Sprech­trai­ning in Be­rüh­rung ge­kom­men. Für Nach­rich­ten ist das schon ex­trem hilf­reich.“

Sei­nen 30. Ge­burts­tag an die­sem Sams­tag wird der Va­ter ei­nes Soh­nes und ei­ner Toch­ter ganz groß fei­ern: zu­erst mit El­tern, Schwes­ter und der ei­ge­nen klei­nen Fa­mi­lie, am Abend dann bei ei­ner Par­ty mit Freun­den. Spielt sein be­son­de­res Ge­burts­da­tum in sei­nem Le­ben ei­gent­lich ei­ne Rol­le? Ja­kob Kauf­mann denkt kurz nach: „Nur, wenn ich es Men­schen ge­gen­über er­wäh­ne, die die­sen Tag be­wusst er­lebt ha­ben. Sie be­gin­nen dann so­fort zu er­zäh­len, wie es da­mals war und was sie ge­macht ha­ben. Das ist im­mer ein schö­ner Auf­hän­ger.“Aber in sei­ner Ge­ne­ra­ti­on sa­ge das Da­tum nicht auf An­hieb je­dem et­was.

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FOTO: RA­DIO ENER­GY

Ja­kob Kauf­mann, Mo­de­ra­tor und Spre­cher bei Ra­dio Ener­gy, kam am Tag des Mau­er­falls zur Welt.

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