Chro­nik 1989/90

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Unstrut-Hainich -

● 24. Sep­tem­ber: Das Mühl­häu­ser Ehe­paar Brigitte und Sieg­fried Pietsch nimmt an ei­nem Tref­fen op­po­si­tio­nel­ler Grup­pen in der Leip­zi­ger Mar­kus­kir­che teil. We­nig spä­ter be­su­chen Pfar­rer Wolf­gang Senz und Frank Schröder als Kreis­ju­gend­wart der evan­ge­li­schen Kir­che ei­ne In­fo­ver­an­stal­tung in Wei­mar.

● 26. Sep­tem­ber: Dr. Wolf­gang Mi­os­ge und wei­te­re fünf Ärz­te be­su­chen ein Tref­fen op­po­si­tio­nel­ler Grup­pen in der Au­gus­ti­ner­kir­che in Er­furt.

● 2. Ok­to­ber: Ers­te Diskussion­srunde der Be­schäf­tig­ten des Ge­sund­heits­we­sens im Be­zirks­fach­kran­ken­haus Pfaf­fe­ro­de. 57 Per­so­nen un­ter­schrei­ben ei­ne Er­klä­rung, in der Par­tei­en und Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen zum Dia­log auf­ge­for­dert wer­den. Am nächs­ten Tag droht der Sed-kreis­chef den Ärz­ten mit Sank­tio­nen.

● 11. Ok­to­ber: Der Ge­mein­de­kir­chen­rat be­schließt, Räu­me für ein „Ge­bet für un­ser Land“be­reit­zu­stel­len. Ei­ne öku­me­ni­sche Vor­be­rei­tungs­grup­pe for­miert sich.

● 12. Ok­to­ber: Ei­ne Initia­tiv­grup­pe des Ge­sund­heits­we­sens lädt zum ers­ten Dia­log ins Be­zirks­fach­kran­ken­haus Pfaf­fe­ro­de. Al­ler­dings dür­fen nur et­wa 100 Mit­ar­bei­ter teil­neh­men.

● 18. Ok­to­ber: An der Ge­or­gi­kir­che tref­fen sich über 100 Men­schen, um die Er­geb­nis­se des Ge­sprächs im Be­zirks­fach­kran­ken­haus zu er­fah­ren.

● 20. Ok­to­ber: Fast 2000 Per­so­nen kom­men zum ers­ten Frie­dens­ge­bet zur über­füll­ten Mar­ti­ni­kir­che. Die an­schlie­ßen­de De­mons­tra­ti­on führt als ers­ter Mas­sen­pro­test zum Kreis­ge­richt, zur Sed-kreis­lei­tung und zur Kreis­stel­le der Staats­si­cher­heit.

● 22. Ok­to­ber: Et­wa 1000 Men­schen tref­fen sich in der Mar­ti­ni­kir­che. Meh­re­re hun­dert Men­schen zie­hen zum Rat­haus. Bür­ger­meis­ter Klaus Neu­kirch spricht vom Fens­ter aus – spä­ter „Fens­ter­di­alog“ge­nannt.

● 24. Ok­to­ber: Ei­ne Grup­pe von 16 Män­nern und Frau­en stan­den dem Sed-kreis­chef, dem Rats­vor­sit­zen­den und dem Bür­ger­meis­ter als Ver­tre­ter des Ddr-staats­ap­pa­rats ge­gen­über.

● 27. Ok­to­ber: Zwei­tes Frie­dens­ge­bet in der Mar­ti­ni­kir­che. Da­nach De­mons­tra­ti­on von et­wa 2000 Men­schen. Neu­kirch stellt in ei­nem of­fe­nen Brief an Charlotte Söl­ter in der Zei­tung „Das Volk“ein 12-Punk­te-pro­gramm vor.

● 28. Ok­to­ber: Beim ers­ten Dia­log in der Ma­ri­en­kir­che – vom Bür­ger­meis­ter or­ga­ni­siert – dis­ku­tier­ten 4000 Mühl­häu­ser Bür­ger mit Ver­tre­tern von Par­tei­en und des Staats­ap­pa­ra­tes über die Pro­ble­me in Po­li­tik und Ge­sell­schaft.

● 31. Ok­to­ber: Mit­glie­der der Initia­tiv­grup­pe tref­fen sich mit Bür­ger­meis­ter Neu­kirch. Er stellt dies­mal ein 17Punk­te-pa­pier vor, lehnt je­doch die Or­ga­ni­sa­ti­on ei­nes zwei­ten Dia­logs ab.

● 2. No­vem­ber: Der Bür­ger­meis­ter lässt sich sein 17-Punk­te-pro­gramm durch die Stadt­ver­ord­ne­ten be­stä­ti­gen. Von der Initia­tiv­grup­pe dür­fen Mat­thi­as Fischer, Pe­ter St­ein­bre­cher, Karl-heinz Kem­mer und Bernd Brös­dorf re­den.

● 3. No­vem­ber: Das drit­te Frie­dens­ge­bet fin­det in der St.-jo­sefs-kir­che statt, an­schlie­ßend De­mons­tra­ti­on.

● 4. No­vem­ber: Die zwei­te Dia­log­ver­an­stal­tung in der Ma­ri­en­kir­che wird von der Initia­tiv­grup­pe or­ga­ni­siert und Mat­thi­as Fischer mo­de­riert. Es folgt die ers­te ge­neh­mig­te und größ­te frei­wil­li­ge De­mons­tra­ti­on, die es in Mühl­hau­sen je ge­ge­ben hat. Mehr als 5000 Men­schen neh­men dar­an teil.

● 9. No­vem­ber: Die von der Initia­ti­ve „Ve­rän­de­rung jetzt“ins Le­ben ge­ru­fe­ne Ar­beits­grup­pe „Volks­bil­dung“trifft sich mit rund 30 Teil­neh­mern in der POS VII in der Brü­cken­stra­ße. Zur Ar­beits­grup­pe „Wah­len“tref­fen sich et­wa 100 In­ter­es­sier­te im Rat­haus­saal.

● 10. No­vem­ber: Esch­we­ges Bür­ger­meis­ter Jür­gen Zick kommt nach Mühl­hau­sen.

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