Brand­ner vor der Ab­wahl

AFD will für Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges kei­nen Er­satz­vor­sit­zen­den vor­schla­gen

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Thüringen -

Der Afd-bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­phan Brand­ner sieht trotz sei­ner dro­hen­den Ab­wahl als Vor­sit­zen­der des Rechts­aus­schus­ses des Bun­des­tags kei­nen An­lass „zu­rück­zu­ru­dern“. Er sei der Über­zeu­gung, „dass man zu sei­ner Mei­nung ste­hen muss“, sag­te der Ge­ra­er Ab­ge­ord­ne­te Brand­ner am Di­ens­tag in Ber­lin. Soll­te er an die­sem Mitt­woch tat­säch­lich sei­nen Pos­ten ver­lie­ren, wä­re das dem­nach ein fa­ta­les Si­gnal, das lang­fris­tig da­zu füh­ren wer­de, dass die Vor­sit­zen­den „hand­zahm“ge­macht wür­den, er­klärt er.

Die Frak­ti­on er­klär­te, sie wol­le aus ih­ren Rei­hen vor­erst kei­nen al­ter­na­ti­ven Kan­di­da­ten für den Aus­schuss­vor­sitz be­nen­nen. Die Frak­ti­on ste­he hin­ter Brand­ner, be­ton­te der Ers­te Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer Bernd Bau­mann.

Schon nach Re­ak­tio­nen Brand­ners auf den Ter­ror­an­schlag in Hal­le mit zwei To­ten und zahl­rei­chen Ver­letz­ten hat­te sich der Rechts­aus­schuss von sei­nem Vor­sit­zen­den dis­tan­ziert. Sei­ne Ent­schul­di­gung im Plenum wur­de von den an­de­ren Frak­tio­nen als halb­her­zig kri­ti­siert. Brand­ner be­kräf­tig­te, sein Ret­weet zu den Er­eig­nis­sen in Hal­le sei ein Feh­ler ge­we­sen. Sich da­für im Bun­des­tag zu ent­schul­di­gen, sei not­wen­dig ge­we­sen, ob­wohl ihm die­se Ent­schul­di­gung nicht leicht ge­fal­len sei. Als Brand­ner dann die Ver­lei­hung des Bun­des­ver­dienst­kreu­zes an den Afd-kri­ti­schen Sän­ger

Udo Lin­den­berg als „Ju­das­lohn“be­zeich­ne­te, for­der­ten die an­de­ren Par­tei­en er­neut sei­nen Rück­tritt.

Da der 53-Jäh­ri­ge die­sen ver­wei­gert, soll er an die­sem Mitt­woch ab­ge­wählt wer­den. Dies hat es in der 70-jäh­ri­gen Ge­schich­te des Bun­des­tags noch nie ge­ge­ben. Brand­ner hat­te vor sei­ner Wahl in den Bun­des­tag dem Land­tag von Thü­rin­gen an­ge­hört. Dort hat­te der Ju­rist für sei­ne Wort­mel­dun­gen mehr­fach Ord­nungs­ru­fe kas­siert.

Nach­dem ihn sei­ne Frak­ti­on für den Aus­schuss­vor­sitz im Bun­des­tag no­mi­niert hat­te, er­klär­te Brand­ner, er wol­le als Aus­schuss­vor­sit­zen­der pro­fes­sio­nell agie­ren, dies be­deu­te aber nicht, dass er zum „po­li­ti­schen Eu­nu­chen“wer­de.

FOTO: SOEREN STACHE / DPA

Ste­phan Brand­ner (AFD) spricht wäh­rend ei­ner Sit­zung des Bun­des­ta­ges.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.