„Mops-af­fä­re“vor Ge­richt

Die west­fä­li­sche Stadt Ah­len hat­te ei­nen Hund ge­pfän­det. Das könn­te sie Scha­den­er­satz kos­ten

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Aus Aller Welt -

In der „Mops-af­fä­re“um die ge­pfän­de­te und über Ebay ver­kauf­te Hün­din „Ed­da“hat die kla­gen­de neue Be­sit­ze­rin wohl recht gu­te Chan­cen auf Scha­den­er­satz von der Stadt Ah­len im Müns­ter­land. Grund­sätz­lich müs­se sich die Käu­fe­rin dar­auf ver­las­sen kön­nen, dass ein als ge­sund, ge­impft und ent­wurmt an­ge­bo­te­ner Hund auch zum Ver­kaufs­zeit­punkt tat­säch­lich in die­sem Zu­stand sei. Das be­ton­te der Rich­ter am Land­ge­richt Müns­ter, Jo­han­nes Ei­en­brö­ker, am Mitt­woch zu Be­ginn des auf­se­hen­er­re­gen­den Scha­den­er­satz­pro­zes­ses.

Die Be­sit­ze­rin – ei­ne Po­li­zis­tin aus Wül­frath bei Wup­per­tal – hat­te das Tier am 6. De­zem­ber 2018 von der west­fä­li­schen Stadt im In­ter­net für 690 Eu­ro ge­kauft. Es war via Ebay-klein­an­zei­gen über den pri­va­ten Ac­count ei­nes Mit­ar­bei­ters an­ge­bo­ten wor­den. Das Tier hat­te er zu­vor bei ei­ner ver­schul­de­ten Fa­mi­lie ge­pfän­det. So­gar in Chi­na, Russ­land und in den USA hat die Sto­ry der Hun­de-la­dy be­wegt und für Schlag­zei­len ge­sorgt. Am ers­ten Ver­hand­lungs­tag be­ton­te der An­walt der Kom­mu­ne, der Mops sei zum Ver­kaufs­zeit­punkt gar nicht krank ge­we­sen. Die Klä­ge­rin gab da­ge­gen an, kurz nach dem Kauf sei das Tier – sie hat es um­be­nannt in Wil­ma – un­ter an­de­rem we­gen ei­ner Au­gen­er­kran­kung mehr­fach ope­riert wor­den. Die Mops­da­me sei ein Pfle­ge­fall, der auch künf­tig ho­he Be­hand­lungs­und Me­di­ka­men­ten­kos­ten ver­schlin­gen wer­de. Der Rich­ter er­läu­ter­te in sei­ner vor­läu­fi­gen Recht­s­ein­schät­zung, dass der

Hund wohl nicht spon­tan er­krankt war, als der Ver­kauf ge­tä­tigt wur­de. Die Klä­ge­rin ver­langt den Kauf­preis zu­rück und ei­ne Über­nah­me der bis­he­ri­gen Be­hand­lungs­kos­ten. Au­ßer­dem sol­le das Ge­richt fest­stel­len, dass die Stadt auch für künf­ti­ge Kos­ten auf­kom­men müs­se. Ihr An­walt Wolf­gang Kal­la sag­te, das könn­ten 15.000 bis 20.000 Eu­ro – oder deut­lich mehr – wer­den.

GUIDO KIRCHNER / DPA

Viel Wir­bel gibt es um die ge­pfän­de­te Mops-hün­din Ed­da.

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