Thü­rin­ger wer­den nicht so alt wie Bay­ern

Ein Ge­sund­heits­be­richt von Ro­bert-koch-in­sti­tut und Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt sieht nach wie vor deut­li­che re­gio­na­le Un­ter­schie­de bei der Ge­sund­heit

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Thüringen - Von Han­no Mül­ler

30 Jah­re nach dem Mau­er­fall ge­hört Thü­rin­gen ne­ben Sach­senan­halt und Bran­den­burg zu den Bun­des­län­dern mit ver­gleichs­wei­se vie­len Krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten, in de­nen es ei­ne eher nied­ri­ge Le­bens­er­war­tung gibt. In Bay­ern und Ba­den-würt­tem­berg ist es um­ge­kehrt, dort gibt es vie­le Land­stri­che mit ho­her Le­bens­er­war­tung.

Das ist das Er­geb­nis ei­nes ge­mein­sa­men Ge­sund­heits­mo­ni­to­rings des Ro­bert-koch-in­sti­tu­tes und des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes. Un­ter­sucht wur­de, wie sich die Ost­west-un­ter­schie­de bei Ge­sund­heit und Le­bens­er­war­tung 30 Jah­re nach der Wen­de ent­wi­ckelt ha­ben.

Dem­nach ist in Ge­gen­den mit nied­ri­ger Le­bens­er­war­tung die so­zia­le und öko­no­mi­sche Un­gleich­heit am größ­ten. Im Ex­trem­fall liegt die Dif­fe­renz zwi­schen nied­ri­ger und ho­her Le­bens­er­war­tung bei et­wa fünf Jah­ren. Län­der­über­grei­fend wer­den Män­ner im Os­ten im Schnitt 77,2 und im Wes­ten 78,6 Jah­re alt. Bei Frau­en ha­ben sich die Un­ter­schie­de auf­ge­löst: In Ost wie West le­ben sie 83,2 Jah­re.

Mit dem Be­richt knüp­fen Ro­bert­koch-in­sti­tut und Sta­tis­tik­amt an Un­ter­su­chun­gen ver­gan­ge­ner Jahr­zehn­te an. Ge­gen­stand des Mo­ni­to­rings sind Herz-kreis­lauf-er­kran­kun­gen, Krebs­er­kran­kun­gen und psy­chi­sche Stö­run­gen. Ne­ben der sub­jek­ti­ven Ge­sund­heit wer­den zu­dies dem als wich­ti­ge Ein­fluss­fak­to­ren Ta­bak­kon­sum, Adi­po­si­tas so­wie sport­li­che In­ak­ti­vi­tät her­an­ge­zo­gen. Da­bei war be­reits in der Ver­gan­gen­heit ei­ne zu­neh­men­de An­glei­chung in vie­len Be­rei­chen fest­ge­stellt wor­den.

gel­te zum Bei­spiel für die sub­jek­ti­ve Ge­sund­heit und auch für vie­le chro­ni­sche Er­kran­kun­gen. Oft hät­ten sich po­si­ti­ve Ent­wick­lun­gen in den neu­en Län­dern schnel­ler voll­zo­gen als in den al­ten. Das gel­te et­wa für die ge­sun­ke­ne Sterb­lich­keit bei Herz-kreis­lauf-er­kran­kun­gen. Auch gibt es bei Frau­en in den neu­en Bun­des­län­dern in­zwi­schen we­ni­ger Krebs­neu­er­kran­kun­gen als bei Frau­en in den al­ten Bun­des­län­dern. Bei den Män­nern ist es um­ge­kehrt. Häu­figs­te Krebs­neu­er­kran­kun­gen bei Frau­en in Ost und West sind Brust­krebs (30,5 Pro­zent) und Darmkrebs (12,3 Pro­zent).

Letzt­lich kon­sta­tiert der Be­richt teils gro­ße lo­ka­le Ab­wei­chun­gen. Grün­de da­für sei­en re­gio­nal un­ter­schied­li­che Le­bens­ver­hält­nis­se et­wa hin­sicht­lich der Wirt­schafts­kraft so­wie der Be­schäf­ti­gungs- und Ein­kom­mens­chan­cen. Auch im ne­ga­ti­ven Sin­ne hat der Os­ten mit­un­ter zum Wes­ten auf­ge­schlos­sen, wie der An­stieg des Ta­bak­kon­sums bei Ost-frau­en zei­ge. Die höchs­te Rau­che­rin­nen­quo­te bei Frau­en fin­det sich in Bre­men (25 Pro­zent), ge­folgt von Meck­len­burg-vor­pom­mern und Thü­rin­gen 21,7 Pro­zent). Frau­en aus Bay­ern und Sach­sen rau­chen im Län­der­ver­gleich mit je­weils knapp 17 Pro­zent am sel­tens­ten.

Bei Män­nern liegt die Rau­cher­quo­te in Meck­len­burg-vor­pom­mern mit über 33 Pro­zent am höchs­ten. Auch in Thü­rin­gen und

Sach­sen-an­halt so­wie in den Stadt­staa­ten Ber­lin und Bre­men raucht fast ein Drit­tel der männ­li­chen Bevölkerun­g. Re­la­tiv sel­ten rau­chen da­ge­gen Män­ner aus dem Saar­land, Hes­sen, Rhein­land-pfalz und Bay­ern (25 Pro­zent).

Mit vorn liegt Thü­rin­gen auch bei der Über­ge­wich­tig­keit (über 20 Pro­zent). Den Spit­zen­platz teilt man sich mit Meck­len­burg-vor­pom­mern und Sach­sen-an­halt. Am ge­rings­ten ist der An­teil der Men­schen mit Adi­po­si­tas in den Stadt­staa­ten Ham­burg und Ber­lin. Mit ein Grund da­für sei die im Durch­schnitt jün­ge­re Bevölkerun­g in den Stadt­staa­ten. Zu­dem ist der An­teil von Ein­woh­nern, die im Sport­ver­ein ak­tiv sind, im Os­ten ge­rin­ger ist.

FO­TO: DPA

m Os­ten wird mehr ge­raucht als im Bun­des­durch­schnitt.

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