Es gibt kein ge­ne­rel­les Ver­bot für Öl­hei­zun­gen

Ver­band für Ener­gie­han­del: Un­si­cher­heit der Kun­den ist un­be­grün­det

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Wirtschaft - Von Ul­ri­ke Kern

Das Kli­ma­pa­ket der Bun­des­re­gie­rung mit den Ent­wür­fen zum Ge­bäu­de­ener­gie­ge­setz ver­un­si­chert der­zeit ex­trem die Nut­zer von Öl­hei­zun­gen. „Denn oft ist nur von ei­nem Ver­bot die Re­de, oh­ne zu er­klä­ren, was das kon­kret heißt“, sagt Cars­ten Wet­zel, Mi­ne­ral­öl­händ­ler in Pößneck und zu­gleich Vor­stands­mit­glied des Ver­ban­des für Ener­gie­han­del Süd­west-mit­te (VEH).

Der An­lass: Im Ver­gleich zu an­de­ren Heiz­sys­te­men ist bei ei­ner Öl­hei­zung der Co2-aus­stoß et­was hö­her. Im­mer­hin schla­gen bis zu 303 Gramm CO2 pro Ki­lo­watt­stun­de Brenn­stof­f­e­in­satz zu Bu­che. Bei Gas sind es 249 Gramm CO2/KWH. Des­halb zielt die Re­gie­rung auf kli­ma­freund­li­che­re Al­ter­na­ti­ven. Grund­sätz­lich sind aber al­lein das Al­ter und die Funk­ti­ons­wei­se der Heiz­an­la­ge ent­schei­dend. Ei­ne mög­li­che Aus­tausch­pflicht be­trifft nur Öl­hei­zun­gen, die äl­ter als 30 Jah­re sind und nicht auf Nie­der­tem­chen pe­ra­tur- oder Brenn­wert­tech­nik ba­sie­ren. Das ist aber nicht neu, son­dern be­reits in der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (ENEV) fest­ge­schrie­ben. „Des­halb ist in den neu­en Bun­des­län­dern die Si­tua­ti­on gar nicht so akut, denn vie­le Hei­zun­gen wur­den erst spä­ter ein­ge­baut und müs­sen nicht aus­ge­tauscht wer­den“, er­klärt Cars­ten Wet­zel. Oh­ne­hin gibt es Son­der­re­ge­lun­gen: „Im länd­li

Raum, wo kei­ne Al­ter­na­ti­ven wie Gas- oder Fern­wär­me­lei­tun­gen an­lie­gen, ist es auch nach 2026 er­laubt, neue Öl­hei­zun­gen als al­lei­ni­ge Wär­me­lie­fe­ran­ten zu in­stal­lie­ren“, be­tont der Fach­mann. Ent­war­nung be­zie­hungs­wei­se Här­te­fall­re­ge­lun­gen gibt es auch für Rent­ner: Wer schon vor dem 1. Fe­bru­ar 2002 sein Haus be­wohnt hat, darf die Hei­zung wei­ter be­trei­ben. Da­mit soll ver­hin­dert wer­den, dass sich äl­te­re Haus­be­sit­zer durch ei­nen Hei­zungs­um­bau ver­schul­den müss­ten.

Nach den ak­tu­el­len Ent­wür­fen ist der Ein­bau ei­ner Öl­hei­zung auch nach 2026 noch mög­lich, wenn die­se in Kom­bi­na­ti­on mit er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en – zum Bei­spiel Fo­to­vol­ta­ik oder Solar­ther­mie – als Hy­bridhei­zung fun­gie­ren, was im Neu­bau be­reits gän­gi­ger Stan­dard ist. „Ge­ne­rell macht es im Hin­blick auf stei­gen­de Ener­gie­kos­ten und die kom­men­de Co2-ge­bühr oh­ne­hin Sinn, in ei­ne ef­fi­zi­en­te­re Hei­zungs­an­la­ge zu in­ves­tie­ren. Ver­ein­facht kann man sa­gen: Je mo­der­ner des­to spar­sa­mer“, so Wet­zel. Ein Aus­tausch des be­ste­hen­den Kes­sels ge­gen ein mo­der­nes Öl­brenn­wert­ge­rät ist noch bis En­de 2025 al­so oh­ne Auf­la­gen mög­lich. Wer sich bis En­de die­ses Jah­res für ei­ne neue Öl­hei­zung ent­schei­det, kann von ei­ner Kfw-för­de­rung (Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau) in Hö­he von bis zu 15 Pro­zent pro­fi­tie­ren.

„Wir ste­hen au­ßer­dem kurz vor der Markt­ein­füh­rung von kli­ma­neu­tra­lem, syn­the­ti­schen Bren­nund Kraft­stof­fen“, er­klärt der Fach­mann: „Die­se so­ge­nann­ten E-fu­els kön­nen so­wohl im Öl­kes­sel als auch im Fahr­zeug­tank ein­ge­setzt wer­den, oh­ne dass in ei­ne neue Hei­zung oder ein neu­es Au­to in­ves­tiert wer­den muss.“

In Deutsch­land gibt es rund 5,4 Mil­lio­nen Öl­hei­zun­gen, da­von rund 650.000 Öl-brenn­wert­hei­zun­gen. In Thü­rin­gen liegt der An­teil von Öl­hei­zun­gen bei rund 21 Pro­zent bei Wohn­ge­bäu­den.

„In den neu­en Bun­des­län­dern ist die Si­tua­ti­on gar nicht so akut, denn vie­le Hei­zun­gen wur­den erst spä­ter ein­ge­baut und müs­sen nicht aus­ge­tauscht wer­den.“Cars­ten Wet­zel, Vor­stands­mit­glied des Ver­ban­des für Ener­gie­han­del Süd­west-mit­te

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