We­sent­lich hö­he­re Bei­trä­ge für Ki­ta-kin­der in Neun­hei­lin­gen

Lohn­er­hö­hun­gen für Be­schäf­tig­te der Ar­bei­ter­wohl­fahrt schla­gen sich im Etat der Ge­mein­de nie­der. 46.000 Eu­ro Mehr­aus­ga­be

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Unstrut-hainich - Von Frie­de­mann Mer­tin

Mit ei­nem la­chen­dem und ei­nem wei­nen­den Au­ge seg­ne­ten die Ge­mein­de­rä­te von Neun­hei­lin­gen den Wirt­schafts­plan der Ki­ta ab. Die von der Ar­bei­ter­wohl­fahrt (Awo) be­trie­be­ne Ein­rich­tung ist voll. 32 Kin­der wer­den dort un­ter der Wo­che von vier Päd­ago­gin­nen be­treut. Das kos­tet Geld. 288.250 Eu­ro Ge­samt­aus­ga­ben ver­an­schlagt die Awo für das kom­men­de Jahr. Das sind knapp 46.000 Eu­ro mehr als 2019 – et­wa 19 Pro­zent Auf­schlag.

Die Ur­sa­che liegt laut Awo vor al­lem in den stei­gen­den Per­so­nal­kos­ten. Der Awo Re­gio­nal­ver­band Mit­te-west-thü­rin­gen hat­te im April an­ge­kün­digt, für sei­ne et­wa 1200 Be­schäf­tig­ten ei­ge­ne Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu füh­ren. Ge­mein­sam mit der Di­enst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di wur­de ein neu­er Ta­rif­ver­trag aus­ge­han­delt, der sich an den Kon­di­tio­nen des Öf­fent­li­chen Di­ens­tes ori­en­tiert. Ab dem 1. Ja­nu­ar 2020 er­hal­ten die Be­schäf­tig­ten zehn Pro­zent mehr Lohn.

„Wir wol­len ein at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber sein und un­se­ren Per­so­nal­be­stand lang­fris­tig sta­bil hal­ten. Die Zahl der Päd­ago­gen wird knap­per. Und die we­ni­gen Fach­kräf­te schau­en sich sehr ge­nau an, zu wel­chem Trä­ger sie ge­hen“, be­grün­de­te Awo­ge­schäfts­füh­rer Frank Al­brecht die Lohn­er­hö­hung. Er war Gast im Ge­mein­de­rat. Bür­ger­meis­ter San­dro

See­län­der (par­tei­los) und ei­ni­ge Ge­mein­de­rä­te mo­nier­ten die re­gel­mä­ßi­gen Kos­ten­stei­ge­run­gen, die zu ei­nem gro­ßen Teil aus dem Etat der Kom­mu­ne be­strit­ten wer­den müs­sen. Ad­äqua­te Be­treu­ung kos­te na­tür­lich Geld. „Un­ser Pro­blem ist, dass wir mit jähr­li­chen Er­hö­hun­gen kei­ne Pla­nungs­si­cher­heit ha­ben. Seit D-mark-zei­ten ha­ben sich die Kos­ten ver­vier­facht“, sag­te San­dro See­län­der. Das ma­che es schwie­rig, den künf­ti­gen Fi­nanz­spiel­raum der Ge­mein­de zu kal­ku­lie­ren.

Dass in der „Ar­che Nou­va“der­zeit vie­le Klein­kin­der be­treut wer­den, ist ein zu­sätz­li­cher Kos­ten­fak­tor. Denn für sie gilt ein an­de­rer Be­treu­ungs­schlüs­sel, weil sie mehr Zu­wen­dung brau­chen.

FO­TO: DA­NI­EL VOLK­MANN

Im Bild ist die Al­te Schu­le in Neun­hei­lin­gen, die mitt­ler­wei­le auch von der Ki­ta ge­nutzt wird. Die „Ar­che Nou­va“ist voll be­setzt.

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