Kei­ne Mehr­kos­ten durch zu­sätz­li­che Land­tags­vi­ze­prä­si­den­ten

Lin­ke, SPD, Grü­ne, CDU und FDP sind sich ei­nig: Ge­schäfts­ord­nung und Ab­ge­ord­ne­ten­ge­setz sol­len ge­än­dert wer­den. AFD kri­ti­siert auf­ge­bläh­te Struk­tur

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Thüringen - Von El­mar Ot­to

Wäh­rend ei­nes Ge­sprä­ches mit Land­tags­di­rek­tor Jörg Hop­fe ha­ben sich Lin­ke, SPD, Grü­ne, CDU und FDP am Frei­tag dar­auf ge­ei­nigt, den Land­tags­vor­stand zu ver­grö­ßern. Ihm sol­len ne­ben der Prä­si­den­tin an­stel­le von bis­lang zwei nun fünf Vi­ze­prä­si­den­ten an­ge­hö­ren. Da­für soll die Ge­schäfts­ord­nung des Land­tags ge­än­dert wer­den, die bis­lang nur zwei Stell­ver­tre­ter vor­sieht. Da­mit ha­ben künf­tig al­le Frak­tio­nen, nicht nur die drei stärks­ten, ei­nen Sitz in dem Gre­mi­um. Le­dig­lich die AFD sprach sich da­ge­gen aus.

Die Kos­ten sol­len durch die drei zu­sätz­li­chen Pos­ten nicht stei­gen.

Des­halb ist ge­plant, das Ab­ge­ord­ne­ten­ge­setz zu än­dern. Die dar­in ver­an­ker­te bis­he­ri­ge Re­ge­lung ei­nes 70-pro­zen­ti­gen Zu­schlags für Vi­ze­prä­si­den­ten auf die Ab­ge­ord­ne­ten­grund­di­ät von 5802 Eu­ro soll auf 28 Pro­zent re­du­ziert wer­den.

Zu­dem gibt es Über­le­gun­gen, dass die Vi­ze­prä­si­den­ten über­wie­gend in ih­ren Frak­tio­nen ar­bei­ten und nur we­ni­ge Räu­me für re­prä­sen­ta­ti­ve Zwe­cke er­hal­ten, so­dass auch bei der sach­li­chen Aus­stat­tung kei­ne oder kaum Mehr­kos­ten ent­ste­hen.

„Ich fin­de es gut, dass wir ei­ne kos­ten­neu­tra­le Re­ge­lung ge­fun­den ha­ben“, sag­te die Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­re­rin der Grü­nen, As­trid Ro­the-bein­lich. Die Grü­nen hat­ten schon in der Ver­gan­gen­heit für zu­sätz­li­che Vi­ze­prä­si­den­ten plä­diert.

Der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der Lin­ke-frak­ti­on, An­dré Blech­schmidt, sag­te, be­vor die fünf Vi­ze­prä­si­den­ten ge­wählt wür­den, wür­den Ge­schäfts­ord­nung und Ab­ge­ord­ne­ten­ge­setz ge­än­dert. Das soll in der Sit­zung am Di­ens­tag, 26. No­vem­ber, ge­sche­hen, wenn der Land­tag zu sei­ner kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung zu­sam­men­kommt.

Der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der Afd-frak­ti­on, Ste­fan Möl­ler, kri­ti­sier­te, dass der Land­tags­vor­stand un­nö­tig auf­ge­bläht wer­de. Die CDU ver­zich­te auf die Mög­lich­keit ei­ner „kon­ser­va­tiv-bür­ger­li­chen Mehr­heit“und schaf­fe jetzt durch die Ein­be­zie­hung von SPD und Grü­nen ei­ne Patt­si­tua­ti­on.

Fdp-frak­ti­ons­chef Tho­mas Kem­me­rich be­grüß­te da­ge­gen die Ei­ni­gung, die nicht zu ei­ner Kos­ten­stei­ge­rung füh­re. Er hal­te es für wich­tig, dass im Äl­tes­ten­rat al­le Frak­tio­nen ver­tre­ten sind. Dass er in par­la­men­ta­ri­schen An­ge­le­gen­hei­ten mit Lin­ken zu­sam­men­ar­bei­te, „heißt nicht, dass ich ein po­li­ti­sches Ziel mit ih­nen tei­le“, be­ton­te Kem­me­rich bei die­ser Ge­le­gen­heit.

Nach der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung soll der Land­tag zu sei­nen ers­ten re­gu­lä­ren Plen­ar­ta­gen am 11. und 12. De­zem­ber zu­sam­men­kom­men, um die Land­tags­aus­schüs­se zu bil­den.

FOTO: SASCHA FROMM

Der Plenar­saal wird nach der Land­tags­wahl um­ge­baut.

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