„Die bes­ten Ge­schich­ten schreibt das Le­ben“

Hei­ke Wachs­muth, Che­f­au­to­rin bei der Fern­seh­se­rie „In al­ler Freund­schaft – Die jun­gen Ärz­te“, über die 200. Fol­ge

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Thüringen - Von Bir­git Kum­mer

Wo be­kom­men die nur ih­re Ge­schich­ten her? Die­se Fra­ge stellt sich so man­cher Zu­schau­er der be­lieb­ten, in Er­furt spie­len­den Se­rie um ein Team jun­ger Ärz­te. Bis­her wur­den fast 200 Fol­gen aus­ge­strahlt, je­des Mal schal­ten im Schnitt 2,4 Mil­lio­nen Zu­schau­er ein. Ein Er­folg, der auch Hei­ke Wachs­muth und ih­ren Kol­le­gen zu danken ist.

Was sind Sie von Haus aus?

Ich woll­te von klein auf zum Film, ha­be aber nach der Schu­le erst mal Kran­ken­schwes­ter ge­lernt und auch drei Jah­re in die­sem Be­ruf ge­ar­bei­tet. Das hat sich als un­schlag­ba­rer Vor­teil er­wie­sen. Denn wenn es not­wen­dig ist, schüt­te­le ich auch mal ei­nen Me­di­zin­fall für die jun­gen Ärz­te aus dem Är­mel.

Wann hat sich Ihr Ta­lent zum Dich­ten, zum Ge­schich­ten­er­zäh­len in den Vor­der­grund ge­drän­gelt?

Schon als Kind war ich mit sehr viel Fan­ta­sie un­ter­wegs, mit 12 hat­te ich mei­nen ers­ten Ro­man fer­tig. Ich las ihn dem Nach­hil­fe­leh­rer vor, der mich ei­gent­lich in Ma­the auf Kurs brin­gen soll­te. Er sag­te: Gut, dass du dich auf das Schrei­ben kon­zen­trierst.

Sie sind die Haupt-au­to­rin, die Che­fin des so­ge­nann­ten Wri­ter­srooms. Wie sieht die­ser „Schrei­ber-raum“aus, sit­zen al­le in ei­ner Kam­mer und pro­du­zie­ren Ge­schich­ten?

Ein Teil un­se­rer Au­to­ren ar­bei­tet in Ber­lin. Hier in Er­furt sind wir zu viert. Wir sit­zen auf dem Ge­län­de des Kin­der­me­di­en­zen­trums gleich ne­ben den Stu­di­os. Ge­mein­sam un­ter­stüt­zen wir un­se­re Au­ßen­au­to­ren, die sind über ganz Deutsch­land und ei­ni­ge Nach­bar­län­der ver­teilt. An der Stof­fent­wick­lung sind vie­le Au­to­ren be­tei­ligt.

Die jun­gen Ärz­te ha­ben dem­nach vie­le Vä­ter und Müt­ter?

Ja, die Vä­ter und Müt­ter kom­mu­ni­zie­ren elek­tro­nisch und tref­fen sich re­gel­mä­ßig. Erst wer­den Ide­en aus­ge­brü­tet, dann re­den wir dar­über: Wie sol­len die Ge­schich­ten lau­fen, wel­che me­di­zi­ni­schen Fäl­le wol­len wir er­zäh­len? Da­für ha­ben wir na­tür­lich auch me­di­zi­ni­sche Be­ra­ter. Bis zum fer­ti­gen Dreh­buch, in dem dann auch al­le Dia­lo­ge aus­for­mu­liert sind, gibt es min­des­tens sechs wei­te­re Ar­beits­stu­fen. Ich bin in je­den die­ser Schrit­te in­vol­viert.

Wie viel Vor­lauf hat Ihr Team?

Von der ers­ten Idee bis zum fer­ti­gen Buch brau­chen wir et­wa fünf Mo­na­te. Bis das letz­te De­tail klar ist, sind wir dann drei Wo­chen vor dem Dreh.

Ha­ben Sie Lieb­lings­fi­gu­ren?

Nein, ich mag je­de ein­zel­ne. Je­de hat ih­re Stär­ken und Schwä­chen und er­füllt in­ner­halb des En­sem­bles ei­ne be­stimm­te Funk­ti­on.

Ge­hen Sie mit den Ge­schich­ten schla­fen?

Ja, öf­ter. Manch­mal hat man ein un­gu­tes Ge­fühl und merkt, dass be­stimm­te Ide­en nicht funk­tio­nie­ren, dann muss man sich schnell was Neu­es über­le­gen. Vie­les pas­siert abends.

Die „Mut­terse­rie“der Sach­sen­kli­nik Leip­zig steu­ert auf die 900. Fol­ge zu. Ha­ben Sie auch für die Er­fur­ter Ärz­te ge­nug Ide­en für die Zu­kunft?

Ge­ra­de wird die fünf­te Staf­fel ge­sen­det, wir sind mo­men­tan in der Pro­duk­ti­on von Staf­fel sechs. Die Ide­en ge­hen uns nicht aus. Es ist ganz ein­fach: Die bes­ten Ge­schich­ten schreibt das Le­ben.

Am Don­ners­tag, 21. No­vem­ber, läuft die 200. Fol­ge der „Jun­gen Ärz­te“ab 18.50 Uhr in der ARD.

FOTO: MAR­CO SCHMIDT

„Jun­gen Ärz­te“-che­f­au­to­rin Hei­ke Wachs­muth.

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