Ere­mi­ti­scher Charme am Feu­er­ko­gel

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Reise - www.da­straun­see.at

Wo?

Der Traun­see ist nicht der größ­te See im Salz­kam­mer­gut im Her­zen Ös­ter­reichs, wohl aber der tiefs­te – und viel­leicht der mit der span­nends­ten Sze­ne­rie: Fast wie in ei­nem Fjord kann man sich an dem schma­len, gar nicht stil­len Ge­wäs­ser füh­len, an des­sen West­sei­te ei­ne Halb­in­sel ins Was­ser ragt. Hier liegt der klei­ne Ort Traun­kir­chen, der mit dem Jo­han­nes­berg sei­nen ei­ge­nen Aus­sichts­gip­fel im Mi­nia­tur­for­mat be­sitzt. Wem das ir­gend­wann dann doch zu be­schau­lich wird, der kann sich ein­fach mit dem Schiff ins städ­ti­sche­re Gmün­den am Nord­ufer des Traun­sees schip­pern las­sen oder mit der Berg­bahn auf den Feu­er­ko­gel hin­auf­fah­ren.

War­um?

Bei der traum­haf­ten Aus­sicht mag man es nicht glau­ben, aber das See­ho­tel Das Traun­see ist tat­säch­lich das ein­zi­ge Ho­tel mit di­rek­tem Zu­gang zum See. Prompt ha­ben al­le Zim­mer im Haupt­ge­bäu­de See­blick. Mit far­ben­fro­hem, trotz­dem un­auf­dring­li­chem De­sign und Kunst­wer­ken lo­ka­ler Künst­ler bie­tet es, was die Kli­en­tel sucht. Rich­tig span­nend aber wird es ne­ben­an: Die Ho­tel­in­ha­ber-fa­mi­lie Gröl­ler kämpft forsch ge­gen den gras­sie­ren­den Leer­stand in Traun­kir­chen an und be­spielt ne­ben zwei Ho­tels und Re­stau­rants mitt­ler­wei­le noch drei wei­te­re Or­te – dar­un­ter ein ehe­ma­li­ges Klos­ter, in dem nun zwei Zim­mer ein­ge­rich­tet wur­den. Wenn man am Abend durchs stei­ner­ne Trep­pen­haus spa­ziert und die schwe­re Zim­mer­tür mit dem schmie­de­ei­ser­nen Schlüs­sel auf­sperrt, hat das sei­nen ganz ei­ge­nen ere­mi­ti­schen Charme.

Wie bit­te?

Das Re­stau­rant des Ho­tels heißt Boots­haus und wur­de auf ein eben­sol­ches ge­setzt. Noch be­mer­kens­wer­ter ist al­ler­dings die Kü­che: Lu­kas Nagl kom­bi­niert ein­falls­reich, aber nicht mut­wil­lig mut­maß­lich kon­trä­re Ge­schmacks­no­ten, setzt schon mal mit Gän­se­le­ber ge­füll­te Kir­schen ne­ben das Rin­der­fi­let oder streut Ho­lun­der­blü­ten über bis zur Durch­sich­tig­keit dünn ge­schnit­te­nen Salz­sel­le­rie. Ruhm und Eh­re sind ge­si­chert: Nagl gilt Fach­leu­ten als bes­ter Koch Ober­ös­ter­reichs.

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