Idee zur neu­en Uni­form kommt vom Ver­band

Vor­wür­fe von Feu­er­wehr­leu­ten ge­gen In­nen­mi­nis­ter Mai­er ste­hen in der Kri­tik. Ein Brand­ober­amts­rat for­dert Osch­manns Rück­tritt

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Leserseite -

Zur Feu­er­wehr und zum Wahl­kampf:

Der Thü­rin­ger Feu­er­wehr­ver­band hat mit Da­tum vom 23. Ok­to­ber 2019 ei­nen Of­fe­nen Brief an den Thü­rin­ger In­nen­mi­nis­ter ge­schickt, in wel­chem sich der Vor­stand des Ver­ban­des auf ei­ne Be­richt­er­stat­tung über die zu­vor ver­öf­fent­lich­te „Kri­tik der Ober­län­der Feu­er­weh­ren“be­zieht.

Als Lei­ter der Feu­er­wehr Go­tha kann ich die Vor­ge­hens­wei­se des Vor­stan­des des Thü­rin­ger Feu­er­wehr­ver­ban­des in die­ser An­ge­le­gen­heit ab­so­lut nicht nach­voll­zie­hen und möch­te mich hier­mit von dem fünf­sei­ti­gen Of­fe­nen Brief dis­tan­zie­ren. Die­ser Brief stellt in sei­nem vol­len Um­fang ei­nen ver­ba­len Rund­um­schlag ge­gen ei­ne Per­son dar und greift hoch­kom­ple­xe The­men auf, de­ren Ur­sprung in ei­ner Zu­sam­men­rei­hung un­ter­schied­li­cher Ur­sa­chen der ver­gan­ge­nen drei Jahr­zehn­te liegt.

Das Pro­blem mit der neu­en Uni­form

An­ge­hö­ri­ge der Feu­er­wehr Bad Lo­ben­stein (Os­ter­land) selbst ha­ben sich über di­ver­se The­men be­schwert, un­ter an­de­rem über die Not­wen­dig­keit neu­er Uni­for­men für die Thü­rin­ger Feu­er­weh­ren. Ide­en­ge­ber ge­nau die­ser The­ma­tik der neu­en Uni­for­men war ein­zig und al­lein der Thü­rin­ger Feu­er­wehr­ver­band, oh­ne Ab­spra­che mit den ört­li­chen Feu­er­weh­ren in Thü­rin­gen. Im Al­lein­gang wur­de die­ses The­ma sei­tens des Vor­stan­des des Thü­rin­ger Feu­er­wehr­ver­ban­des an den da­mals neu ins Amt ein­ge­führ­ten In­nen­mi­nis­ter Ge­org Mai­er mit ei­ner ho­hen Prio­ri­tät her­an­ge­tra­gen. Ziem­lich schnell ent­fach­te sich ei­ne hit­zi­ge Dis­kus­si­on im Thü­rin­ger Feu­er­wehr­we­sen über die­se An­ge­le­gen­heit und aus vie­len Fa­ch­ebe­nen wur­de die Mei­nung laut, dass es un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Ar­gu­men­te für ei­ne neue Uni­form der­zeit doch ei­gent­lich wirk­lich wich­ti­ge­re Din­ge gibt, um die sich ge­küm­mert wer­den müss­te. Doch an die­ser Stel­le wie­der zur ei­gent­li­chen Sa­che. Ich fin­de es als Feu­er­wehr­mann un­be­greif­lich, dass sich ein Vor­stand ei­nes ge­mein­nüt­zi­gen Ver­eins – und das ist der Thü­rin­ger Feu­er­wehr­ver­band – we­ni­ge Ta­ge vor der Land­tags­wahl in solch ei­ner per­sön­li­chen Form in den Wahl­kampf ein­schal­tet.

Zu­dem muss man hier­bei be­rück­sich­ti­gen, dass der Vor­sit­zen­de des Thü­rin­ger Feu­er­wehr­ver­ban­des auf der Lan­des­lis­te der Thü­rin­ger CDU als Kan­di­dat für den Land­tag auf­ge­stellt war und sich oben­drein noch im Wahl­kampf in Ein­sat­z­uni­form und vor ei­nem Feu­er­wehr­ein­satz­fahr­zeug für die Wahl­wer­bung der CDU hat ab­lich­ten las­sen. Dies ist aus mei­ner Sicht in kei­ner Form hin­nehm­bar und be­deu­tet den Miss­brauch die­ser Funk­ti­on zu Wahl­kampf­zwe­cken. Auch wenn es rein recht­lich da­zu kei­ne Vor­ga­ben gibt, es ge­hört sich ein­fach nicht.

Die Feu­er­wehr steht für po­li­ti­sche Neu­tra­li­tät

Sie ist dem Ge­mein­wohl al­ler ver­pflich­tet. Kri­tik darf und muss an ent­spre­chen­der Stel­le sein, aber im­mer sach­lich und im re­spekt­vol­len Um­gang mit­ein­an­der. Auf­grund die­ser vom Vor­stand des Feu­er­wehr­ver­ban­des er­folg­ten nicht hin­nehm­ba­ren Hand­lung muss es aus mei­ner Sicht per­so­nel­le Kon­se­quen­zen ge­ben: Ich for­de­re hier­mit den Rück­tritt des Vor­sit­zen­den. Zu­dem re­ge ich an, das seit Mo­na­ten dis­ku­tier­te Uni­formthe­ma zu be­en­den und von der Agen­da zu neh­men. Die be­reits exis­tie­ren­de ge­mein­sa­me Rah­men­emp­feh­lung der AGBF Thü­rin­gen und des Feu­er­wehr­ver­ban­des zur so­ge­nann­ten Ta­ges­dienst­klei­dung soll da­von un­be­rührt und be­ste­hen blei­ben.

Da­mit wird ei­ne Ein­heit­lich­keit im nor­ma­len Di­enst­ge­sche­hen er­reicht, wel­che es im Ge­gen­satz zur „Aus­ge­h­u­ni­form“/di­enst­an­zug bis da­to noch nicht gab. Die hier­bei frei­wer­den­den Res­sour­cen kön­nen in ei­ner aus mei­ner Sicht drin­gend zu über­ar­bei­ten­den För­der­richt­li­nie des Lan­des für die Be­schaf­fung von Feu­er­wehr­fahr­zeu­gen und den Bau von Ge­rä­te­häu­sern ver­wen­det wer­den, denn hier lie­gen un­ter an­de­rem die wirk­li­chen Pro­ble­me. Die­ses Schrei­ben wur­de in Ko­pie an die Ge­schäfts­stel­le des Thü­rin­ger Feu­er­wehr­ver­ban­des ge­sen­det.

Andre­as Rit­ter, Go­tha

FO­TO: SA­SCHA FROMM

Der Feu­er­wehr­ver­bands­vor­sit­zen­de Lars Osch­mann hat kurz vor der Land­tags­wahl In­nen­mi­nis­ter Ge­org Mai­er ins Vi­sier ge­nom­men. Dar­an gibt es mitt­ler­wei­le in der Feu­er­wehr Kri­tik, zu­mal Osch­mann als Cdu-kan­di­dat bei SPD-MANN Mai­er wo­mög­lich par­tei­po­li­ti­sche Ab­sich­ten hat­te. Des­halb wird jetzt von ei­nem Brand­ober­amts­rat und Lei­ter des Gotha­er Am­tes für Brand­schutz Osch­manns Rück­tritt ge­for­dert.

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