Wong recht­fer­tigt die Ge­walt

„Mit rein fried­li­chem Pro­test wer­den wir un­ser Ziel nicht er­rei­chen“

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Politik -

Der Ak­ti­vist Jos­hua Wong war schon bei den so­ge­nann­ten Re­gen­schirm­pro­tes­ten vor fünf Jah­ren die Iko­ne der Be­we­gung in Hongkong. Da­mals brach­te er Hun­dert­tau­sen­de für mehr De­mo­kra­tie und Un­ab­hän­gig­keit von Chi­na auf die Stra­ße. Auch wenn die Be­we­gung die­ses Mal kei­ne kla­re Füh­rung hat – auch um Re­pres­sio­nen zu ent­ge­hen –, ist Wong das Ge­sicht der Pro­tes­te. Im In­ter­view mit der „Süd­deut­schen Zei­tung“recht­fer­tig­te Wong die Ge­walt der De­mons­tran­ten in Hongkong. „Mit rein fried­li­chem Pro­test wer­den wir un­ser Ziel nicht er­rei­chen“, sag­te er.

„Al­lein mit Ge­walt al­ler­dings auch nicht. Wir brau­chen bei­des.“Das Vor­ge­hen der Po­li­zei sto­ße auf im­mer mehr Wi­der­stand in der Hong­kon­ger Be­völ­ke­rung. „Erst hat die Po­li­zei nur De­mons­tran­ten ver­haf­tet, dann Erst­hel­fer, Pas­to­ren und nun Zi­vi­lis­ten. Über 4000 Men­schen wur­den in­zwi­schen fest­ge­nom­men. Das stärkt das Ver­ständ­nis der Be­völ­ke­rung für die Pro­tes­te.“Wong ist mit sei­nen 23 Jah­ren be­reits Ge­ne­ral­se­kre­tär der von ihm und sei­nen An­hän­gern 2015 ge­grün­de­ten pro­de­mo­kra­ti­schen Par­tei De­mo­sis­to, für die er bei den Kom­mu­nal­wah­len

al­ler­dings nicht an­tre­ten darf.

2012 mo­bi­li­sier­ten Wong und sei­ne Mit­strei­ter zu ei­ner De­mons­tra­ti­on über 100.000 Teil­neh­mer. Die­se De­mons­tra­ti­on gilt als der Be­ginn der Hong­kon­ger De­mo­kra­tie­be­we­gung. Seit­dem ist Wong in­ter­na­tio­nal be­kannt: Ein da­mals 17-Jäh­ri­ger, der der kom­mu­nis­ti­schen Füh­rung in Pe­king die Stirn bot und für die größ­ten Pro­tes­te seit der Über­ga­be der bri­ti­schen Kron­ko­lo­nie an die Volks­re­pu­blik 1997 sorg­te – das konn­te kein Me­di­um igno­rie­ren.

FO­TO: REU­TERS

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