Bad Lan­gen­sal­za­er Hu­fe­land­schü­ler bei Trau­er­pro­jekt

Ma­ry Fischer star­tet Be­glei­tun g zum The­ma Tod für Kin der un d möch­te im kom­men den Jahr an vie­len Schu­len un ter­wegs sein

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Unstrut-hainich - Von Da­ni­el Volkmann

Wie man mit dem Ver­lust ei­nes lie­ben Men­schen um­geht und die Trau­er um ihn be­wäl­tigt, er­läu­ter­te die Bad Lan­gen­sal­ze­rin Ma­ry Fischer in die­ser Wo­che Viert­kläss­lern der Hu­fe­land­schu­le.

Mit ih­rem neu­en Pro­jekt „Tod und Trau­er – ver­giss mein nicht“möch­te Trau­er­red­ne­rin Fischer ge­mein­sam mit Ant­je Wol­len­haupt im kom­men­den Jahr an Grund­schu­len im ge­sam­ten Land­kreis un­ter­wegs sein. Ge­sprä­che mit der Ver­wal­tung ha­be es dar­über be­reits ge­ge­ben. Laut Fischer wer­de Kin­dern nach ei­nem Ster­be­fall in der Fa­mi­lie die Trau­er oft vor­ent­hal­ten.

Es sei in un­se­rer Ge­sell­schaft noch im­mer ein gro­ßes Ta­bu­the­ma, über das selbst Er­wach­se­ne nicht gern sprä­chen. Je­der brau­che ei­nen an­de­ren Men­schen, mit dem er sei­ne Trau­er tei­len kön­ne. In Ge­sprä­chen mit den Hu­fe­land-schü­lern ha­be es ei­ni­ge Trä­nen ge­ge­ben, weil das ge­lieb­te Haus­tier ver­starb. An zwei Pro­jekt­ta­gen ha­ben Ma­ry Fischer und Ant­je Wol­len­haupt den

Schü­lern er­läu­tert, was ein Fried­hof ist und wel­che Be­stat­tungs­for­men es gibt. Die Viert­kläss­ler soll­ten in ei­ner Haus­auf­ga­be zu­sam­men­tra­gen, was sie in ih­rem Le­ben gern noch an­stel­len möch­ten.

Der Be­such des Bad Lan­gen­sal­za­er Fried­hofs war Teil des Pro­jekts. „Er­wach­se­ne den­ken oft, sie tun ih­ren Kin­dern was Gu­tes, in­dem sie sie vor der Trau­er Schüt­zen. Da­bei ge­hört Ab­schied neh­men zu un­se­rem Le­ben da­zu“, sagt Ma­ry Fischer. Aus ih­rer Sicht ist es falsch, die Kin­der nicht mit zu der Trau­er­fei­er

oder der Be­er­di­gung zu neh­men. Als Bei­spiel nennt sie den Ver­lust des Groß­va­ters. Das Kind ha­be den Groß­va­ter er­lebt, sei viel­leicht mit ihm un­ter ei­nem Dach auf­ge­wach­sen. Das Kind er­lebt, wie der Opa im­mer schwä­cher wird. Der Opa stirbt. Dass al­les ha­be das Kind be­wusst er­lebt. Das Kind mer­ke eben­falls, das die Er­wach­se­nen trau­rig sind. Die­ses Kind wer­de aus der Ge­mein­schaft der Trau­ern­den aus­ge­schlos­sen. „Die­ses Kind denkt dann, ei­ne Be­er­di­gung ist das Gru­se­ligs­te auf der Welt“, so Fischer.

FOTO: DA­NI­EL VOLKMANN

Trau­er­red­ne­rin Ma­ry Fischer zeigt Gr­ab­stei­ne.

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