Fahr­ver­bot für Mo­to­cros­ser

Mühl­häu­ser oh­ne Fahr­er­laub­nis und Ver­si­che­rung stoppt auf Rad­weg kurz vor Paar mit Ba­by

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Unstrut-hainich - Von Clau­dia Göt­ze

mühl­hau­sen. Vor acht Mo­na­ten kam es auf dem Rad­weg in Gr­a­be zu ei­nem Zwi­schen­fall: Ein jun­ges Paar war mit Ba­by und zwei Hun­den zu ei­nem Spa­zier­gang un­ter­wegs, als plötz­lich ein Mo­to­cros­ser um die Ecke kam. Die Frau, die ihr Ba­by vor die Brust ge­bun­den hat­te, hob bei­de Ar­me und ges­ti­ku­lier­te. Der Row­dy soll­te sie wahr­neh­men und lang­sa­mer fah­ren. Der Mann kam we­ni­ge Zen­ti­me­ter vor ihr zum Ste­hen. Dann gab es ein laut­star­kes Wort­ge­fecht; der Un­be­kann­te fuhr wei­ter. Da­zu hat­te er al­len Grund. Wie sich her­aus­stell­te, hat­te er seit 17 Jah­ren kei­nen Füh­rer­schein; die Cross­ma­schi­ne war nicht ver­si­chert und auch nicht für öf­fent­li­che Stra­ßen zu­ge­las­sen.

Ein hal­bes Jahr spä­ter gab es ein Wie­der­se­hen vor dem Amts­ge­richt Mühl­hau­sen. Dort muss­te sich der 38-Jäh­ri­ge we­gen Fah­rens oh­ne Fahr­er­laub­nis, ge­fähr­li­chen Ein­griffs in den Stra­ßen­ver­kehr und Ver­stoß ge­gen das Pflicht­ver­si­che­rungs­ge­setz ver­ant­wor­ten. Dort gab er zu, dass er an die­sem Tag ge­fah­ren ist und seit 2002 kei­ne Fah­rer­er­laub­nis mehr hat. Er ha­be zu ei­nem Übungs­ge­län­de ge­wollt. Er hät­te aber dort­hin nicht fah­ren dür­fen, weil es sich um öf­fent­li­chen Raum han­delt. In sol­chen Fäl­len muss man das Fahr­zeug schie­ben oder auf dem Hän­ger ei­nes an­de­ren trans­por­tie­ren las­sen, sag­te Straf­rich­ter Tho­mas Linß. Der Rich­ter warn­te den Mo­to­cros­ser: Wenn er im­mer wie­der da­mit auf­fal­le, kön­ne das Fahr­zeug auch be­schlag­nahmt wer­den. Die bei­den Zeu­gen wa­ren nach ei­ge­nen An­ga­ben sehr er­schro­cken, hat­ten Angst, um­ge­fah­ren zu wer­den. Recht kurz­fris­tig ha­be man den Mo­to­cros­ser erst ge­se­hen. Der Mann nahm die Hun­de bei­sei­te, die Frau hat­te Angst um ihr

Ba­by. Der An­ge­klag­te be­stritt, auf das Paar be­wusst zu­ge­fah­ren zu sein.

Die Cross­ma­schi­ne blei­be nicht so­fort ste­hen, wenn man brem­se, ar­gu­men­tier­te er.

Dass über­haupt her­aus­kam, wer sich so fre­vel­haft be­nom­men hat, ist den um­fang­rei­chen In­ter­net-re­cher­chen der jun­gen Mut­ter nach dem Vor­fall zu ver­dan­ken.

Sie ist in ei­nem so­zia­len Netz­werk fün­dig ge­wor­den. Sie hat­te ein klei­nes De­tail auf dem Tank der be­tref­fen­den Mo­to­cross-ma­schi­ne wie­der­er­kannt. Auch ein kur­zer Film zum The­ma Cross­ma­schi­ne ver­riet, dass es sich um je­nen Mann han­del­te, der ihr im Früh­jahr auf dem Rad­weg mit sei­ner Ma­schi­ne ent­ge­gen­ge­kom­men ist.

Der ar­beits­lo­se Mann aus Mühl­hau­sen wur­de we­gen Fah­rens oh­ne Fahr­er­laub­nis und Ver­sto­ßes ge­gen das Haft­pflicht­ver­si­che­rungs­ge­setz zu 450 Eu­ro Stra­fe ver­ur­teilt. Ein ge­ziel­tes Zu­fah­ren auf die Ehe­leu­te war nicht nach­zu­wei­sen. Sechs Mo­na­te Fahr­ver­bot wur­den zu­sätz­lich ver­hängt.

„Der Rad­weg ist ein öf­fent­li­cher Ver­kehrs­weg“, hieß es im Ur­teil. Da hel­fe nur Schie­ben oder Tra­gen.

ARCHIV-FOTO: PE­TER SCHOLZ

ein mo­to­cros­ser aus mühl­hau­sen (hier ein sym­bol­bild) wur­de mit geld­stra­fe und Fahr­ver­bot be­legt.

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