Bes­ser als im Trai­ning

Der FC Rot-weiß Er­furt trotzt Spit­zen­rei­ter Alt­gli­e­ni­cke mit cou­ra­gier­ter Leis­tung ein 1:1 ab

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Sport - Von Axel Lu­kac­sek

Für ein paar Au­gen­bli­cke war es ganz still im Stei­ger­wald­sta­di­on. Nur 87 Se­kun­den nach dem An­pfiff setz­te sich Chris­ti­an Sko­da im Kopf­ball­du­ell mit Er­furts Ab­wehr­spie­ler Pier­re Be­cken zum 1:0 durch. „Dass uns so­fort der Aus­gleich ge­lun­gen ist, war sehr wich­tig“, sag­te Pe­tar Le­la, der sein Glück kaum fas­sen konn­te.

Tags zu­vor näm­lich üb­te die Mann­schaft im Trai­ning ge­nau je­ne Si­tua­ti­on ein, die 24 St­un­den spä­ter post­wen­dend zum Tor führ­te. Ri­co Gl­adrow schlug ei­nen Frei­stoß in den Straf­raum, wo Le­la gold­rich­tig stand und eben­so mit dem Kopf den Ball ins Tor bug­sier­te. „Im Trai­ning hat das sie­ben­mal nicht ge­klappt, und nun die­ses Tor. Ich bin glück­lich“, sag­te der der 1,98 Me­ter lan­ge In­nen­ver­tei­di­ger, der schon in der ver­gan­ge­nen Sai­son beim Er­fur­ter 7:1 ei­nen Tref­fer bei­ge­steu­ert hat­te.

Dies­mal aber war schon vor dem An­pfiff klar, dass es ge­gen die Ber­lik­rankt) ner nicht noch ein­mal solch ei­nen Spa­zier­gang ge­ben wür­de. Die VSG Alt­gli­e­ni­cke kam der­weil mit der Emp­feh­lung von sie­ben Sie­gen aus den letz­ten acht Spie­len nach Er­furt und war erst­mals so­gar schon ei­nen Tag eher nach Thü­rin­gen ge­reist.

Doch so er­fri­schend der über­ra­schen­de Re­gio­nal­li­ga-spit­zen­rei­ter die Be­geg­nung er­öff­ne­te, so be­herzt hielt Rot-weiß Er­furt im ers­ten Punkt­spiel seit der Ent­las­sung von Trai­ner Tho­mas Br­da­ric da­ge­gen.

Auf sechs Po­si­tio­nen hat­te Krü­ger im Ver­gleich zum jüngs­ten Re­gio­nal­li­ga­kick (0:4 in Lich­ten­berg) sei­nen Ka­der ge­än­dert und brach­te un­ter an­de­rem Mar­cel Bär für den nach der fünf­ten gel­ben Kar­te ge­sperr­ten Ka­pi­tän Lu­kas No­vy in der Ab­wehr. Al­ler­dings war der In­te­rims­trai­ner auch des­halb zu Um­stel­lun­gen ge­zwun­gen, weil Stamm­kräf­te wie Si­ni­sa Ve­se­li­no­vic, Mor­ten Rü­di­ger (bei­de Mus­kel­pro­ble­me) oder Alex­an­der Schmitt (er

nicht zur Ver­fü­gung stan­den. Mit lan­gen Bäl­len in Rich­tung des Ber­li­ner To­res und da­durch mit gu­ten Chan­cen vor al­lem in Halb­zeit eins (Bras­nic/21., Ay­de­mir/25.), mit ei­nem quir­li­gen Ali Abu-al­fa bei des­sen ers­ten Punkt­spiel-ein­satz von Be­ginn an oder ei­nem Ab­wehr­spie­ler Lu­cas Su­rek, der auch viel für die Of­fen­si­ve tat, ließ der FC Rot-weiß den Funken auf den Rän­gen über­sprin­gen. Schon zur Halb­zeit ver­ab­schie­de­ten die Zu­schau­er die Spie­ler zum ers­ten Mal in die­ser Sai­son mit viel Ap­plaus in die Ka­bi­ne.

Bei­de Mann­schaf­ten dräng­ten auf den Sieg­tref­fer, aber Ro­bin Krü­ger konn­te schließ­lich auch mit der Punk­te­tei­lung gut le­ben. „Wir ha­ben ge­gen den Ta­bel­len­füh­rer ein Un­ent­schie­den ge­holt und die Ne­ga­tiv­se­rie ge­stoppt. Al­lein schon des­halb dür­fen wir mit die­sem Re­mis zu­frie­den sein“, sag­te der In­te­rims­trai­ner. Für Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Kran­nich war in ers­ter Li­nie die Ein­stel­lung der Spie­ler ein wich­ti­ger Grad­mes­ser: „Die Mann­schaft hat ei­ne Re­ak­ti­on ge­zeigt.“

FO­TO: FRANK STEINHORST

Pe­tar Le­la (rechts) freut sich mit Marc-frank Bras­nic über den Aus­gleich.

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