Kein Thü­rin­ger kan­di­diert für die Afd-spit­ze

Auf dem Bun­des­par­tei­tag der AFD wird ein Macht­kampf er­war­tet. Zur De­bat­te steht auch die Ab­gren­zung zu rech­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - Thüringen - Von Fabian Klaus

Die Thü­rin­ger AFD greift of­fi­zi­ell nicht in das Rin­gen um die Spit­ze der Par­tei beim Par­tei­tag in Braun­schweig ein. Tor­ben Bra­ga, Spre­cher der Lan­des­par­tei, er­klär­te auf An­fra­ge: „Dem Lan­des­vor­stand sind kei­ne Kan­di­da­tu­ren Thü­rin­ger Mit­glie­der für den Bun­des­vor­stand be­kannt.“

Lan­des­chef Björn Hö­cke hat­te bei ei­nem Tref­fen des von ihm mit­be­grün­de­ten rechts­na­tio­na­len „Flü­gels“in die­sem Jahr an­ge­kün­digt, dass der Bun­des­vor­stand in sei­ner jet­zi­gen Zu­sam­men­set­zung nicht wei­ter be­ste­hen wer­de. Seit­her wur­de dar­über spe­ku­liert, dass er mög­li­cher­wei­se selbst nach dem Pos­ten als Bun­des­spre­cher der Par­tei stre­ben könn­te. Der „Flü­gel“steht als Ver­dachts­fall im Vi­sier des Ver­fas­sungs­schut­zes.

Hö­cke drängt dar­auf, dass der „Flü­gel“ein stär­ke­res Ge­wicht im 13-köp­fi­gen Vor­stand der AFD be­kommt. Bis­her sei­en zwei Flü­gelleu­te dort ver­tre­ten. „Ei­ne Ver­dop­pe­lung wä­re zu­min­dest an­ge­mes­sen“, schreibt Hö­cke auf sei­ner Face­book­sei­te. Im­mer­hin fühl­ten sich „min­des­tens ein Drit­tel der Afd-mit­glie­der“dem „Flü­gel“ver­bun­den.

Zu er­war­ten ist in Braun­schweig auch ei­ne De­bat­te über die so­ge­nann­te Un­ver­ein­bar­keits­lis­te der AFD. Dort wer­den meh­re­re Hun­dert Or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­führt, mit de­nen die AFD we­der ko­ope­rie­ren noch in an­de­rer Form in­sti­tu­tio­nell zu­sam­men­ar­bei­ten will. Zu­dem darf nicht Afd-mit­glied wer­den, wer zugleich Mit­glied ei­ner auf der Lis­te auf­ge­führ­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ist oder war. Ein­zel­ne Afd-mit­glie­der for­dern die Ab­schaf­fung der Un­ver­ein­bar­keits­lis­te. Der Lan­des­ver­band Thü­rin­gen hin­ge­gen ste­he zu die­ser Lis­te, sagt Par­tei­spre­cher Bra­ga.

Dass die Par­tei in Thü­rin­gen hin und wie­der läs­sig mit ih­ren Re­geln um­geht, hat al­ler­dings das In­sti­tut für De­mo­kra­tie- und Zi­vil­ge­sell­schaft (IDZ) Je­na zu Jah­res­be­ginn in ei­ner Stu­die her­aus­ge­ar­bei­tet. So ha­be ein Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter 2016 an ei­nem Ver­net­zungs­tref­fen zwi­schen Pe­gi­da, Iden­ti­tä­rer Be­we­gung und Thü­gi­da teil­ge­nom­men. Die bei­den letzt­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen fin­den sich auf der Lis­te. Bra­ga sagt: Wür­den sol­che Fäl­le fest­ge­stellt, „wer­den ge­ge­be­nen­falls an sol­chen Ver­an­stal­tun­gen teil­neh­men­de Afd-mit­glie­der nach Mög­lich­keit auf die­sen Um­stand hin­ge­wie­sen und ge­be­ten, die ge­bo­te­ne Dis­tanz zu sol­chen Per­so­nen ein­zu­hal­ten“.

FO­TO: MICHAEL REI­CHEL / DPA

Thü­rin­gens Afd-chef Björn Hö­cke (rechts) be­grüßt Alex­an­der Gau­land, Vor­sit­zen­der der Bun­des­par­tei, im Land­tags­wahl­kampf.

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